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DS-Piloten Vergne & Felix da Costa frustriert: "Sieg hätte heute uns gehören sollen"

Im Schatten des Fantasialand-Freizeitparks von Santiago erlebte DS Techeetah eine Fahrt auf der sprichwörtlichen "Achterbahn der Gefühle". Obwohl Antonio Felix da Costa dem Team in Chile das erste Podium der Saison 2019/20 bescherte, und Jean-Eric Vergne zwischenzeitlich eine beeindruckende Aufholjagd startete, reist das französisch-chinesische Team mit gemischten Gefühlen aus Südamerika ab.

Schon in der Qualifikation blieb der amtierende Meister-Rennstall hinter den Erwartungen zurück. Felix da Costa und Vergne konnten sich nach vielversprechenden Rundenzeiten in den Freien Trainings nur auf den Plätzen 10 und 11 für das Rennen qualifizieren. Von dort ausgehend starteten beide Fahrer eine bemerkenswerte Aufholjagd, die letztlich jedoch nur für einen der beiden mit einem guten Ausgang belohnt wurde.

"Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns", urteilt Antonio Felix da Costa nach dem Rennen. "Es ist großartig, nach den ersten drei Rennen der Saison immerhin schon ein Podium zu haben und um die Führung des Rennens kämpfen zu können. Aber der Sieg hätte heute uns gehören sollen."

Rundenlang duellierten sich die Techeetah-Fahrer mit ihren Konkurrenten. Besonders an den Venturi-Fahrzeugen von Edoardo Mortara und Felipe Massa biss sich das Duo lange Zeit die Zähne aus. Kurz vor Rennhalbzeit profitierten beide von einem misslungenen Platztausch der Venturi-Fahrer und nahmen - anschließend auf den Plätzen 3 und 4 fahrend - Kurs auf die Führungsgruppe.

Vergne lobt Teamspirit: "Volle Attacke!"

Ehe das Techeetah-Paar jedoch in Schlagdistanz von zu Max Günther (BMW) und Mitch Evans (Jaguar) kommen konnte, machte ein Schaden dem Werksteam aus Versailles einen Strich durch die Rechnung: Bei einem Kontakt am Rennstart war die Frontschürze von Vergnes Fahrzeug in Mitleidenschaft gezogen worden, sodass der Frontflügel schließlich brach und auf der linken Fahrzeugseite über den Asphalt schliff. Zwar löste sich das Teil etwas später aus eigener Kraft, dennoch gab Vergne das Rennen sieben Minuten vor Ablauf der Zeit auf.

"Ich bin sehr enttäuscht", sagt Vergne. "Ich hätte heute gewinnen können, aber nachdem ich in den ersten Runden meinen Frontflügel beschädigt hatte, brach die Schürze kurz vor dem Ende des Rennens ab. Ich war auf Platz 3, als ich das Rennen aufgeben musste. Trotzdem bin ich stolz auf das Team, denn wir waren heute sehr schnell. Die Motivation für die nächsten Rennen ist hoch. Der Spirit, den wir heute gezeigt haben, wollen wir für den Rest der Saison beibehalten: Volle Attacke!"

"Wir haben einen Fehler gemacht"

Felix da Costa übernahm kurz nach Vergnes Ausfall sogar die Führung, fiel aufgrund zu hoher Batterietemperaturen jedoch in der letzten Runde hinter Günther zurück. Nach dem Rennen haderte er mit der verpassten Chance und seinem Team, das ihm offenbar unbeabsichtigt falsche Informationen zu den Batterietemperaturen gab: "Wir haben einen Fehler gemacht. Kurz nachdem ich die Führung des Rennens übernommen hatte, musste ich langsamer fahren, um die Temperatur zu managen. Letzen Endes ist es aber besser, Zweiter zu sein, als überhaupt keine Punkte zu sammeln", sagt der Portugiese.

Nach dem Santiago E-Prix liegt DS Techeetah auf Platz 6 in der Teamwertung der Formel E. Allerdings sind die Abstände zur Konkurrenz sehr gering: Nur sechs Punkte trennen das Team von Jaguar Racing, sieben Punkte von Audi. Auch Virgin ist in Schlagdistanz. Das nächste Rennen findet am 15. Februar in Mexiko statt.

Foto: DS Techeetah

Video: Die Höhepunkte des Santiago E-Prix

von Tobias Bluhm  

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Kommentar von Derbe_klopp_te |

Also, wie Eff Ell in einem Anderen Thread schon meinte, geht der verpasste Sieg zum Großteil auf Vergnes Fahrweise.
Dass er Leute aufhällt um um seine Position zu fighten ist ja ok, aber man darf nicht so gegen seinen eigenen Teamkollegen fahren, der noch Chancen auf den Rennsieg hat. Das ist extrem uneinsichtig von ihm.
Außerdem hätte die REnnleitung durchaus die Schwarz-Orangene Flagge für ihn raushängen können, denn das war echt gefährlich...

Kommentar von EffEll |

Ganz deiner Meinung!
Und während in den bisherigen Saisons mit Gen1-Fahrzeugen kein einziger Fahrer den ePrix mit fehlenden oder losen Teilen beenden durfte, da in solchen Fällen grundsätzlich und oft ohne Not die Spiegelei-Flagge gezeigt wurde, wird diese seit neuesten auch in höchstdringlichen Fällen schlicht nicht mehr benutzt. Sowohl das alte, als auch das jetzige Extrem ist völlig unangemessen. Ich sah auch schon Günthers Sieg gefährdet, da Vergnes Radabdeckung auf der Strecke lagen und ich mit einer Safety-Car-Phase gerechnet habe, was die schnelleren Nachzügler aufschließen lassen hätte, die nach Situationsbereinigung gegen Rennende nach SC-Aufhebung im Vorteil gewesen wären. Zum Glück hat die RL aber auch dieses Problem einfach ignoriert. Natürlich ist es wünschenswert, dass die RL nicht mehr grundsätzlich jeden Schaden zur Reparatur zwingt. Aber gar nicht mehr zu handeln scheint auch nicht der richtige Weg zu sein

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