Antonio-Felix-da-Costa-Formula-E-Champion

DS Techeetah verteidigt beide Titel mit historischem Abstand, Vergne braucht "Zeit zum Nachdenken"

DS Techeetah hat die Formel-E-Saison 2019/20 mit der Titelverteidigung beider Meisterschaften (Fahrer und Teams) abgeschlossen. Nach zwei Fahrertiteln von Jean-Eric Vergne in den Jahren 2018 und 2019 war es diesmal Antonio Felix da Costa, der sich souverän zum Champion krönen ließ. Der Berlin E-Prix begann zunächst mit schierer DS-Dominanz, entwickelte sich dann aber zu einem Auf und Ab.

Nach drei Siegen in den ersten vier Tempelhof-Rennen endete der "Sixpack von Berlin" für das Meisterteam nicht optimal. Im Qualifying hatte Gruppe 1 abermals mit schwierigen Streckenverhältnissen zu kämpfen. So mussten Felix da Costa und Vergne gemeinsam mit allen übrigen Fahrern ihrer Gruppe vom hinteren Teil des Feldes ins Rennen gehen. Vergne machte bemerkenswerte 14 Plätze gut und kam von Startplatz 21 ausgehend als Siebter ins Ziel.

Mit sechs Punkten aus dem finalen Rennen sicherte er sich immerhin noch Rang 3 in der abschließenden Fahrerwertung. "Ich bin sehr glücklich über den Verlauf des heutigen Rennens", erklärt der Doppel-Champion. "Wir hatten keine Probleme und konnten es reibungslos zu Ende fahren. Es ist gut, den dritten Platz in der Meisterschaft gesichert zu haben, auch wenn am Ende nur ein Punkt auf Rang 2 (Stoffel Vandoorne) gefehlt hat."

Felix da Costa fuhr am Sonntag von Rang 19 auf den neunten Platz vor und schloss seine Meistersaison ebenfalls mit einem Punkteergebnis ab. Mit vier Siegen, neun Podiumsplätzen, fünf Pole-Positions und drei schnellsten Rennrunden in elf Formel-E-Rennen übertraf DS Techeetah die Konkurrenz mit beachtlichem Abstand: Erstmals beendeten ein Team (+77 Punkte) und ein Fahrer (+71 Punkte) eine Saison mit so großem Vorsprung und mit einem so hohen Punktedurchschnitt pro Rennen (22,18).

Felix da Costa: "Werde meinen Erfolg nie als selbstverständlich ansehen"

"Wow, heute ist unser Tag. Wir haben die Meisterschaftspokale erhalten und damit die Saison beendet", sagte Felix da Costa kurz nach Rennschluss. "Ich werde meinen Erfolg nie als selbstverständlich ansehen. Nun bin ich gespannt auf die nächste Saison, denn ich möchte dieses Gefühl noch einmal erleben dürfen. Es wird in der kommenden Saison ein harter Kampf, aber wir werden versuchen, unsere Erfolge zu wiederholen."

"Ich möchte mich ganz herzlich bei der Mannschaft bedanken: bei Mark (Preston) und Keith (Smout), die immer an mich geglaubt haben, bei David, Gigi, Clement, Lucas, meinen unglaublichen Mechanikern Xavier, Seb, Ben, Javier, Martin, unserem Chefmechaniker Pete und dem Marketing-Team, das den Medienansturm nach dem Sieg und alle anderen Aktivitäten, die wir für unsere Fans und Partner durchführen, bestens bewältigt hat", so der Portugiese. "Wir haben ein echtes Dreamteam, und ich bin so glücklich, diese Meisterschaft mit dieser Truppe zusammen gewonnen zu haben."

Vergne: "Brauche nun etwas Zeit, um nachzudenken & aus Fehlern zu lernen"

Teamkollege Vergne stimmt ein: "Ich möchte Antonio zu seinem Meisterschaftsgewinn gratulieren und mich bei allen in meinem Team bedanken: Pascal, Thibault, Bertrand, Alex, Francesca, Anthony, Mike, dem anderen Alex, unserem Teammanager Nigel und jedem daheim im Werk. Sie alle arbeiten unglaublich hart für unseren Erfolg. Es ist gut, dass die Saison nun zu Ende ist, denn ich bin nicht optimal aus der Pause gekommen. Ich brauche nun etwas Zeit, um nachzudenken und aus meinen Fehlern zu lernen, damit ich in der nächsten Saison stärker zurückkehren kann. Wir sehen uns in Chile!" Dort startet am 16. Januar 2021 die siebte Formel-E-Saison.

Teamchef Mark Preston blickt auf ein unglaubliches Jahr zurück: "Ich habe es in den letzten zwei Wochen oft betont, aber es kann nicht oft genug gesagt werden: Wir haben das beste Team in der Startaufstellung. Es gehört viel mehr dazu, ein erfolgreiches Rennteam zu führen, als das, was man von außen sehen kann. Es wird von jedem Einzelnen verlangt, dass er in seinem Job hervorragende Leistungen erbringt. Das reicht von der Buchhaltung, dem Marketing und der Rechtsabteilung bis hin zum technischen Team aus Mechanikern und Ingenieuren."

"Unser Team besteht aus einzigartigen Menschen, die alles geben, um unseren Erfolg zu sichern - nur deshalb stehen wir heute hier", lobt der Australier. "Ich bedanke mich bei ihnen allen, und besonders bei unserem Rennleiter Leo Thomas, der das Team super im Griff hatte, und bei DS Automobiles, die uns einen so starken Antriebsstrang zur Verfügung gestellt haben."

DS Automobiles stolz: "Acht der renommiertesten Hersteller geschlagen"

Xavier Mestelan Pinon, Direktor von DS Performance, gibt sich hochzufrieden: "Nach dem Doppelerfolg im vergangen Jahr hatten wir ein klares Ziel: Wir wollten erneut beide Titel gewinnen und wussten, dass wir die Mittel dazu haben. Die Herausforderung war jedoch enorm groß und bedeutete viel Druck. Deshalb sind wir am Ende der Saison unglaublich stolz auf das Team."

Die Titelverteidigung ist für Hersteller DS auch aus Marketing-Sicht ein großer Erfolg: "Unsere Titel unterstreichen insbesondere das unbestreitbare Know-how von DS Automobiles in puncto Elektromobilität. Was könnte ein besserer Beweis sein, als acht der renommiertesten Hersteller zu schlagen? Wir haben gezeigt, dass unsere Technologie effizient und siegesfähig ist. Für uns, als junge Premium-Marke, ist die Formel E ein optimaler Forschungs- und Entwicklungsbeschleuniger."

Seit 2015 nutzt DS Automobiles das in der Formel E erworbene Wissen, um elektrifizierte Modelle zu entwickeln. Zahlreiche Komponenten, darunter der Elektromotor, die Batterie und das Software-Management-System, haben von den Erfahrungen aus der Formel E profitiert. "Herzlichen Glückwunsch an DS Techeetah für diesen FIA-Titel und an DS Performance für die Entwicklung des außergewöhnlichsten 100-prozentig elektrischen Rennwagens", gratuliert auch Beatrice Foucher, CEO von DS Automobiles.

Fotos: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

von Timo Pape  

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Kommentar von EffEll |

Ich werde das Gefühl nicht los, dass Vergne eine harte Zukunft bevor steht. Es sieht ja fast so aus, als hätte er seinen Meister in da Costa gefunden. Klar, er hatte am Anfang der Saison viel Pech, jedoch konnte da Costa Vergne gerade im Quali klar in die Schranken weisen und ihn auch im Rennen mehr als nur auf Distanz halten. Ich glaube, dass wird Vergne gerade bewusst. Ich bin gespannt wie sich das im nächsten Jahr entwickelt. Da Costa kann ja eigentlich nur besser werden, wenn er sich vollständig ins Team integriert. Das wird spannend!

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