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Evans bejubelt "Weltklasse-Leistung" bei historischem Jaguar-Sieg: "Es ist Jahre her"

Beim Rom E-Prix hat das Team Panasonic Jaguar Racing den größten Erfolg in seiner bisherigen Formel-E-Geschichte feiern können: Mitch Evans rang mit einer eindrucksvollen Leistung Pole-Sitter Andre Lotterer (DS Techeetah) nieder und überquerte die Ziellinie als Erster. Es war der erste Sieg für Jaguar in einem internationalen Motorsportevent seit dem Jahr 1991.

"Die Raubkatze", die seit Beginn der dritten Saison in der Elektroserie startet, hatte in der Vergangenheit mehrfach die Pace gezeigt, um ein Wort um den Sieg mitreden zu können. In Rom schaffte es Evans, der seit dem Debüt von Jaguar in Hongkong 2016 jeden E-Prix für die Briten bestritten hat, im 31. Anlauf auf die oberste Stufe des Siegerpodests. Der Neuseeländer krönte sich damit im siebten Saisonrennen zum siebten verschiedenen Sieger. Diese kamen von sieben verschiedenen Teams, was die Spannung und die Ausgeglichenheit in der elektrischen Meisterschaft verdeutlicht.

Den Grundstein für den Rennsieg legte Jaguar bereits im Qualifying: Evans qualifizierte sich mit einer sehr guten Runde für die Super-Pole. Er musste seine Runde nach einer roten Flagge, die wegen eines technischen Defektes bei BMW-Pilot Alexanders Sims geschwenkt wurde, jedoch wiederholen. Im zweiten Versuch war Evans sogar noch schneller und zog mit Platz 2 nach der Gruppenphase in die Super-Pole ein. Hier profitierte er von der abtrocknenden Strecke und sicherte sich als Zweiter einen Platz in der ersten Startreihe.

Im Rennen behauptete Evans den zweiten Platz, auch beim Re-Start nach einer Rennunterbrechung wegen einer Massenkarambolage. Nachdem er den Attack-Mode aktiviert hatte, griff Evans Lotterer an und schob sich mit einem beherzten Angriff in Kurve 11 am Deutschen vorbei. Obwohl Lotterer kurz darauf selbst den Attack-Mode aktivierte, gelang es Evans, bis zur Ziellinie in Führung zu bleiben. Der Neuseeländer wurde somit zum zwölften Fahrer, dem ein Sieg in der elektrischen Rennserie gelang.

"Es fühlt sich wunderschön an, das war ein fantastisches Rennen", jubelt Evans nach dem Rennen. "Die ersten Runden im Nassen waren knifflig. Nach der roten Flagge wollte ich ruhig bleiben. Von Anfang an fühlte ich mich wohl, und mein Energiemanagement war oberhalb des Ziels. Daher haben wir entschieden, die Energie zu nutzen, als es darauf ankam. Ich wollte den Attack-Mode verwenden, während Lotterer es nicht tat, um den Leistungsvorteil zu haben. Wir hatten vom Start weg eine gute Pace, daher fühlte ich mich heute wirklich gut da draußen."

Er führt fort: "Es ist Jahre her, seit ich zuletzt gewonnen habe. Daher fühlt es sich einfach großartig an. Ich bin so glücklich für das Team und jeden hier bei Panasonic Jaguar Racing, für die harte Arbeit, die alle geleistet haben. Das kommt zu einem großartigen Zeitpunkt."

Lynn machte beim Jaguar-Debüt 9 Plätze gut

Auch sein neuer Teamkollege Alex Lynn zeigte eine gute Leistung und belegte Platz 9 bei seinem Jaguar-Debüt. Nach dem Qualifying jedoch der Schock für den Briten: Er nutzte auf seiner Runde mehr als die maximal erlaubten 250 kW Leistung und wurde auf Startplatz 21 versetzt. Im Rennen kam der Brite, der in der vergangenen Saison Stammpilot bei Virgin war, nur auf den zwölften Platz. Für sein Team freut er sich dennoch.

"Herzlichen Glückwunsch an Mitch und das gesamte Team", sagt Lynn. "Es war mein erstes Rennen für das Team, und dieses Ergebnis haben sie sich selbst und dem Tempo unseres Rennwagens zu verdanken. Wir konnten hier eine gute Pace mit dem Wagen zeigen - Mitch mit seinem Ergebnis und ich mit dem Gewinn von neun Positionen im Rennen. Mitch und ich werden in den kommenden Rennen um ernsthafte Punkte kämpfen können. Es fühlt sich großartig an, wieder in der Formel E zu sein. Besonders mit diesem Rennwagen und bei diesem Team. Die Atmosphäre ist großartig und gibt mir viel Selbstvertrauen."

"Alex hat ein brillantes Debüt gezeigt, er hat genau das gezeigt, was wir von ihm verlangt haben", sagt Teamchef James Barclay. "Leider haben wir im Qualifying das Leistungslimit überschritten, was uns keinen Vorteil eingebracht hat. Aber die Regeln sind da nun mal eindeutig. Ohne Zweifel ist er bereits jetzt eine gute Ergänzung für das Team und heute wirklich gut gefahren. Das Selbstvertrauen, das uns dieser Sieg mit sich bringt, wird uns die restliche Saison antreiben. Wir wollen diese Saison um weitere Podiumsplätze kämpfen."

"Panasonic Jaguar Racing ganz oben auf dem Siegerpodest zu sehen, ist ein fantastischer Moment, und ich bin sehr stolz auf das Team", so Barclay weiter mit Blick auf den Sieg von Evans. "Viele sind bereits seit dem Anfang von Saison 3 dabei, als wir in die Meisterschaft einstiegen. Lange Zeit haben wir immer wieder gesagt, dass wir ein gutes Fahrzeug und eine gute Pace haben. Es ging nur darum, alles zusammenzubringen, und das war heute der entscheidende Unterschied. Mitch hat zwei gute Qualifying- und eine exzellente Super-Pole-Runde abgeliefert. Wir haben gezeigt, dass wir nach einem guten Qualifying auch großartige Ergebnisse erzielen können. Mitch hat heute eine Weltklasse-Leistung gezeigt."

von Tobias Wirtz 

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