formel-e-Punta-del-Este

Interview mit Porsche-Motorsportchef Walliser: "Formel-E-Einstieg nur als Werksteam"

Die Formel E sorgt für Furore. Nicht nur neue und junge Fans werden angelockt, auch große Konstrukteure richten laut Porsche-Motorsportchef Frank-Steffen Walliser den Blick in Richtung der Elektroserie. "Im Moment schaut sich wohl jeder die Formel E an", verrät der 45-Jährige im exklusiven Interview mit 'e-Formel.de', "Porsche natürlich auch."

Noch sei es aber noch zu früh für einen Einstieg mit eigenem Team. Wie schon im Herbst bekannt wurde, liege der Fokus von Porsche momentan noch auf der Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC, da dort der technologische Fortschritt noch deutlicher ist. "Wir wollen, wenn wir in eine Motorsportkategorie einsteigen, sie auch im relevanten Bereich ausführen und von Titeln sprechen. Unser Hauptziel erreichen wir damit momentan nur in der WEC, alles andere ist zurzeit noch unrealistisch."

Nichtsdestotrotz sei die Formel E eine gute "Bühne für Technologie". Die Forschung und Entwicklung an den Hybrid-Motoren in der WEC sei jedoch zurzeit für den Fortschritt in den Straßenfahrzeugen relevanter.

Das könnte sich in den nächsten Jahren natürlich ändern. Wenn die Formel E es tatsächlich schafft, die Aufmerksamkeit für Elektromobilität zu steigern, würden womöglich gleich mehrere Hersteller im Sport ihre Technologie bewerben wollen. Neben Porsche sollen auch noch weitere große Namen im Motorsport die Serie ins Auge genommen haben: "Der Sport geht, anders als andere Serien, direkt zu den Kunden, weshalb sich im Moment wohl jeder die Formel E anschaut - Porsche natürlich auch", sagt Walliser.

Die technische Übernahme eines bestehenden Teams ist für Walliser übrigens nicht denkbar. "Wenn wir einsteigen sollten, dann werden wir als Werksteam in den Sport kommen." Dass Team und Technik dabei aus einem Haus kommen, sei ein Erfolgsrezept. "In der LMP1- und GT-Klasse haben wir das in diesem Jahr schon zeigen können. Wenn du irgendwo einsteigst, dann hast du als komplettes Team eine höhere Erfolgsgarantie. Die Chancen erhöhen sich dramatisch", erklärt der Chef von Nico Hülkenbergs Porsche-WEC-Team.

Porsche bekundete bereits im frühen Herbst dieses Jahres Interesse an der Formel E. Auch der schwedische Volvo-Konzern, der künftig in der WTCC aktiv werden wird, soll interessiert sein. Auch BMW, Volkswagen und Tesla wären prädestiniert für ein eigenes Team. BMW stellt momentan unter anderem das Safety-Car zur Verfügung, Tesla könnte als Motorenhersteller aus jahrelanger Erfahrung profitieren und Batterien ab der fünften Saison herstellen. Auch für Porsche wäre das fünfte Formel-E-Jahr im Rahmen des Möglichen, sollte die Serie weiterhin ein derartiges Wachstum verbuchen.

 

von Tobias Bluhm 

Zurück

Einen Kommentar schreiben

NEUESTE NACHRICHTEN

Bruno Piller, Geschäftsleiter der LGT Bank Schweiz

LGT-Schweiz-Chef Piller: "Innovationsgeist Berns passt zu unserer Unterstützung der Formel E"

Anzeige | Am 22. Juni macht die Formel E in Bern Halt. Bruno Piller, Geschäftsleiter der LGT Bank Schweiz, ist in der Nachbarschaft Berns aufgewachsen und lebt heute wieder dort. ...
von Timo Pape
Lageplan-Bern-Formel-E

Programm, Anreise, Informationen: Alles, was du zur Formel E in Bern wissen musst

In wenigen Tagen ist es soweit: Mit dem Bern E-Prix 2019 startet die Formel E in ihr letztes Europa-Rennen. Nach dem historischen Rennen in Zürich 2018, dem ersten Rundstreckenrennen in ...
von Tobias Wirtz
Jean-Todt-Grid-Monaco-Formula-E

Jean Todt sauer über Termin-Überschneidungen mit WEC, Änderungen noch möglich

Am Freitag stellte die Formel E ihren provisorischen Rennkalender für die kommende Saison 2019/20 vor. Viel Freude kam dabei allgemein nicht auf. Der Schweizer E-Prix musste nach unseren Informationen sehr kurzfristig gestrichen ...
von Timo Pape
voestalpine-Formel-E-Auto-im-Werk

Elektroband & Leichtbau: Wie voestalpine die E-Mobilität weiterentwickelt

Anzeige | Bis zu 14 Millionen Elektroautos könnten bis 2025 auf den Straßen unterwegs sein, Das prophezeit die Handelsblatt-Studie "Die Rolle von Stahl in der Elektromobilität" im Auftrag von voestalpine. Mit ...
von Timo Pape