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Fahrbericht DS 3 Crossback E-Tense: Das 1. reine Elektroauto von Formel-E-Champion DS

Wir haben uns leicht verfahren und rollen durch die Gässchen eines kleinen französischen Dorfes unweit von Versailles. Alte Mauern wechseln sich mit Fachwerkhäusern ab. Die Zeit scheint hier vor einer ganzen Weile stehen geblieben zu sein. Umso skurriler fühlt es sich an, mit einem Elektroauto hier durchzufahren. Wir machen uns Gedanken, ob uns die Fußgänger auf der Straße vor uns überhaupt hören, denn zumindest im Auto ist es beinahe still. "Das Auto sendet beim langsamen Fahren Geräusche aus - die hört man innen nur nicht", erfahren wir später von einem Entwickler des DS 3 Crossback E-Tense.

Das erste reine Elektroauto der PSA-Tochter DS Automobiles besitzt nämlich eine schalldämmende Frontscheibe. Neben verstärkten Scheiben an der Flanke ist auch die Verkleidung im Bereich der Türen dicker. Unnötiges Gewicht? Womöglich. Aber die Fahrt im neuen DS 3 ist tatsächlich herrlich ruhig und entspannend. Überhaupt fährt sich der Mini-SUV sehr angenehm. Der 100 kW starke Elektromotor ist griffig und stellt genügend Leistung zur Verfügung, um Spaß zu machen.

Ein bisschen Formel E

Wie viel Kraft das E-Auto beim Treten des Strompedals freigibt, hängt vom Fahrmodus ab - sofern man keinen Kickdown macht, der immer sofort durchboostet. Im Sport-Modus macht der DS 3 natürlich am meisten Spaß, doch auch der Standard-Energie-Output reicht im Alltag für Fahrspaß. Im Eco-Modus geht nicht allzu viel, dafür käme der DS 3 so auch 320 km nach WLTP-Zyklus weit. Diese Distanz haben wir bei unserer Testfahrt allerdings nicht unter die Räder genommen. Somit mussten wir uns nie Gedanken machen, ob die 50 kWh-Batterie wohl bis zum Ziel durchhält. Zumal wir die meiste Zeit im sogenannten BRAKE-Modus unterwegs waren (maximale Energierückgewinnung bei 1,3 m/s² Verzögerung).

Die Energierückgewinnung - der DS 3 besitzt zwei verschiedene Stufen - ist einer der Bereiche des Fahrzeugs, die am meisten vom Technologietransfer aus der Formel E profitieren. "Nur durch Bremsen können wir die im Formel-E-Auto pro Rennen verfügbare Energie um 30 bis 40 Prozent erhöhen, je nachdem wie Fahrer und Software die Rekuperation nutzen. Diese Learnings fließen in die Straßenentwicklung ein", erklärt man uns. Auch die Entwicklung spezieller Teile in Motor, Getriebe und Inverter sowie die deutlich höhere Spannung im Formel-E-Auto hätten zur Entwicklung des DS 3 Crossback beigetragen.

Durchdachte Technik, ansprechendes Design

Angekommen am Chateau de Villiers le Mahieu, wo wir die Nacht verbringen werden, erhält das Auto frischen Strom. Da wir Zeit haben, schließt ein DS-Mitarbeiter das Auto an eine Wallbox mit 11 kW Ladeleistung an - in spätestens fünf Stunden soll der Akku wieder voll sein. Wenn's mal schnell gehen muss, kann der DS 3 Crossback E-Tense aber auch mehr. Binnen 30 Minuten könnten wir ihn an einer Schnellladestation mit 100 kW zu 80 Prozent aufladen. Für heutige Verhältnisse nicht schlecht, wenngleich es auch schon ein paar wenige Autos im Markt gibt, die schneller können.

DS möchte mit seinem kleinen E-SUV im Premiumsegment einschlagen. Dafür spricht unter anderem der verhältnismäßig hohe Kaufpreis, der bei 38.390 Euro losgeht. Vieles fühlt sich auch tatsächlich nach Premium an. Beispielsweise das Lenkrad, die Knöpfe oder die Lederverkleidungen vermitteln eine hochwertige Verarbeitung und Komfort. Insgesamt ist das Interieur kunstvoll gestaltet und erscheint sehr hochwertig, auch wenn bei gewissen Plastik-Elementen vielleicht noch Luft nach oben gewesen wäre. Die äußere Optik spricht uns ebenfalls an, aber das ist Geschmackssache.

Viel Platz ist im DS 3 Crossback E-Tense indes nicht. Weder die Rückbank noch der Kofferraum sind wirklich geräumig, obwohl wir von einem SUV sprechen. Warum wurde der DS 3 Crossback E-Tense dann überhaupt als SUV konzipiert? Weil der Markt das so wünscht. Wir können diesen Trend, der gerade für Elektrofahrzeuge wenig Sinn ergibt, nicht nachvollziehen. Nichtsdestotrotz ist die Nachfrage da. Deshalb ist die Entscheidung von DS, einen kompakten elektrischen Geländewagen anzubieten, durchaus verständlich. Gerade weil es in dieser Schublade bislang kaum Alternativen gibt.

DS Automobiles ist mit seinem ersten Reinstromer ein guter Aufschlag gelungen. Wer Wert auf Design und Fahrkomfort legt, ein elektrisches SUV sucht und dafür nicht das Doppelte ausgeben möchte (aber trotzdem das nötige Kleingeld mitbringt), für den könnte der DS 3 Crossback E-Tense die richtige Wahl sein. Zum täglichen Pendeln zur Arbeit eignet er sich durchaus - gerade wenn man eine Lademöglichkeit zu Hause hat.

Die Fahrveranstaltung in Frankreich erfolgte auf Einladung von DS Automobiles. Die Kosten für die Reise wurden übernommen.

Fotos: DS Automobiles, Thomas Cortesi

von Timo Pape 

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Kommentar von EffEll |

Ich frage mich allerdings, wie viel Entwicklung DS an dieser Plattform hatte und ob es tatsächlich einen Technologietransfer von der Formel E gab. Denn die Plattform des DS3 E-tense ist ja hinlänglich bekannt, da es sich um die des Peugeot 208-e handelt, die u.a. auch der Corsa-e nutzt. Interessant ist jedoch, dass der E-tense laut WLTP lediglich eine 10 km geringere Reichweite ggü den als Kleinwagen konzipierten Konzernbrüdern hat. Ich hätte eigentlich vermutet, das die SUV-Bauform mehr Reichweite kostet. Alternativen gibt es aber dennoch, den Hyundai Kona elektro. Allerdings hat der keinen Premium-Anspruch, ist dafür aber auch fast 5000 Euro billiger..

Kommentar von Weotui |

Mal wieder Stangenware, langweiliges, der Zeit unangepasstes Design. Was, frage ich mich, soll dieser Klotz in den Innenstädten, die mit Platzmangel und Feinstaub zu kämpfen haben. Es sollte inzwischen bekannt sein, dass die Gummiwalzen dieser Cross-Fahrzeuge mit ihrem Abrieb die Umwelt belasten. Und er ist noch nicht einmal elegant, hat den Titel DS nicht verdient

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