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FIA geht gegen vermeintliche Traktionskontrolle in Formel E vor

Die FIA hat mit der Veröffentlichung des Technischen Reglements für die kommende Saison auf mögliche Traktionskontrollen in der Formel E reagiert. Gerüchte besagen, dass gleich neun der elf Teams in Saison 5 eine Vorrichtung für ihre Autos entwickelt hätten, die ähnlich wie eine Traktionskontrolle funktioniert. 'e-racing365' spricht sogar von einem "offenen Geheimnis im Fahrerlager". Eine solche Vorrichtung wäre eigentlich verboten.

Artikel 6.2 des Technischen Reglements ist hier eindeutig formuliert: "Die Verwendung einer Traktionskontrolle ist verboten. Jeder Fahrzeuggeschwindigkeitssensor ist verboten (Radgeschwindigkeit, Radar, GPS, Staurohr etc.)"

Dennoch haben diverse Teams offensichtlich kreative technische Lösungen für eine Vorrichtung gefunden, die ähnliche Eigenschaften und Vorteile wie eine Traktionskontrolle aufweist. So soll die Leistung, die an die Hinterräder abgegeben wird, über ein Kontrollsystem gesteuert werden. Hinweise darauf verdichteten sich nach dem Hongkong E-Prix im März, der nach einem Regenschauer zwischen Qualifying und Rennstart auf nasser Strecke gestartet wurde. Hier wurde der Unterschied besonders deutlich.

Im neuen Regelwerk besteht die FIA nun bei den Antrieben für die kommende Saison darauf, dass die "Strompedal-Mappings" homologiert werden. Bis eine Woche vor Saisonbeginn müssen die Hersteller der FIA übermittelt haben, wie viel Leistung bei welchen Strompedalstand an die Hinterräder abgegeben wird. Die genaue Überprüfung der neuen Regel wird jedoch von einigen hochrangigen Technikern der Teams infrage gestellt.

Langfristig strebt die FIA an, mittels Drehmomentsensoren an den Antriebswellen die Leistungsabgabe zu überprüfen. Diese Methode soll sicherzustellen, dass die Teams das Verbot einer Traktionskontrolle nicht umgehen. Die Einführung könnte zur siebten Saison erfolgen, die Ende 2020 beginnt. Dann sollen außerdem ein optisches Facelift der Rennwagen sowie die Einführung des Fahrer-Mindestgewichtes eingeführt werden.

Es ist nicht bekannt, ob die neue Regel - eine Homologation des "Strompedal-Mappings" - mit dem vor dem Swiss E-Prix eingeführten Verbot zusammenhängt, Markierungen auf den Reifen anzubringen. Gerüchten zufolge wurden diese Markierungen dazu verwendet, ein technisches System, das einer Traktionskontrolle ähnelt, zu betreiben.

von Tobias Wirtz  

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