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Race at Home Challenge: Vandoorne holt E-Sports-Titel der Formel E, Siggy siegt bei Simracern

Der Meister der Race at Home Challenge heißt Stoffel Vandoorne. Mit einem zweiten Platz im "Grand Final" sicherte sich der Mercedes-Pilot den E-Sports-Titel der Formel E vor Pascal Wehrlein, der den Gesamtsieg durch einen Unfall in Runde 1 verpasste. Der Sieg beim virtuellen Berlin E-Prix ging an Oliver Rowland. Im Challenger-Finale sicherte sich Kevin Siggy (BMW) den Simracing-Titel.

Wie schon im ersten RaHC-Rennen in Berlin zeigte sich Rowland (Nissan) im Qualifying von seiner besten Seite. Der Brite, der schon vor zwei Wochen auf dem virtuellen Flughafen Tempelhof gewinnen konnte, sicherte sich mit einer Rundenzeit von 1:09.139 Minuten die Pole-Position für das achte und letzte Rennen der E-Sports-Meisterschaft. Wehrlein (Mahindra) qualifizierte sich auf Rang 2. Der Mahindra-Pilot war auf seiner besten Runde gerade einmal drei Tausendstelsekunden schneller als Titelrivale Stoffel Vandoorne (Mercedes). Maximilian Günther (BMW) startete von Rang 4. Dahinter reihten sich die drei Schweizer Edoardo Mortara (Venturi), Sebastien Buemi (Nissan) und Neel Jani (Porsche) ein.

Wehrlein fällt Kettenreaktion in Kurve 1 zum Opfer

Rowland erwischte einen sehr guten Start und behauptete in der ersten Kurve seine Führung. Hinter ihm musste sich Wehrlein allerdings schon schon früh gegen Vandoorne verteidigen. In Kurve 3 kam es schließlich zum Worst Case für den Deutschen: Der Fünftplatzierte Mortara verbremste sich und schob Buemi an, der seinerseits in Vandoorne hineinrutschte. Dieser schob wiederum den virtuellen Boliden von Wehrlein an. Der Deutsche drehte sich und entschied sich daraufhin, rund 150 Meter im Rückwärtsgang zurückzulegen, ehe er seinen Boliden in Kurve 4 wendete. Dabei verlor er viele Positionen: Am Ende des ersten Sektors war er vom zweiten auf den 21. Rang zurückgefallen.

In den nachfolgenden Runden setzte Wehrlein zu einer Aufholjagd an, hatte aber offensichtlich mit einem beschädigten Fahrzeug zu kämpfen. Da die Formel E für das Berlin-Finale doppelte Punkte vergab, war ein Verbleib an der Spitze der Meisterschaft somit schon früh außer Reichweite. Nach einer kontaktreichen letzten Runde beendete er das Rennen auf Platz 9.

Rowland gewinnt in Berlin, Vandoorne ist Meister

Weiter vorn kämpften Mortara und Buemi über mehrere Runden um den vierten Platz. Zu Beginn des letzten Renndrittels passierte der Venturi-Pilot schließlich seinen Landsmann in Kurve 10. Jani, der von Rang 5 gestartet war, fiel dem Unfall in Runde 1 ebenfalls zum Opfer. Er war einer der ersten Fahrer, die im "Battle Royale"-Format eliminiert wurden.

An der Spitze blieb Rowland bis zuletzt unantastbar: Mit rund zwei Sekunden Vorsprung erreichte er nach 15 Runden das Ziel auf dem ersten Platz. Vandoorne genügte für den Gewinn der Meisterschaft ein zweiter Platz in Berlin: Mit 159 Punkten übernahm er die Spitze der Gesamtwertung von Wehrlein (134). Günther (113) beendete den Berlin-Lauf nach einem unauffälligen Rennen auf Platz 3, rutschte aber in der Fahrermeisterschaft hinter Rowland (122) auf den vierten Rang ab.

Wehrlein unbeeindruckt: "Es ist nur ein Spiel"

Vandoorne freute sich im Interview nach dem Rennen über den Titel: "Das waren acht lange Wochen, in denen viele Dinge passiert sind. Am Ende kam es auf die Konstanz an, und ich bin glaube ich in jedem Rennen in die Top 5 gekommen. Die letzten Rennen waren ganz schön schwierig, weil die anderen immer besser wurden. Das hat wirklich Spaß gemacht. Allerdings freue ich mich jetzt darauf, bald auch wieder im echten Leben antreten zu dürfen. Hoffentlich können wir die gute Performance im Simulator dann auch in der Realität abrufen."

Trotz des unverschuldeten Unfalls zeigte sich Wehrlein als fairer Verlierer. "Es ist nur ein Spiel, da kann man nichts machen", erklärt er. In der nächsten Woche werde er seinen geliehenen Rennsimulator an die Organisatoren der Race at Home Challenge zurückgeben. "Ich bin sowieso schon sehr beschäftigt mit meinen Aufgaben in den Ferrari- und Mahindra-Simulatoren, da brauche ich nicht noch einen eigenen zu Hause. Ich habe heute alles gegeben, aber der Unfall war leider außerhalb meiner Kontrolle. Das ist zwar schade, aber so ist es nun einmal."

Das Rennergebnis von Berlin (Formel-E-Fahrer)

Platz Fahrer Team
1 Oliver Rowland Nissan
2 Stoffel Vandoorne Mercedes
3 Maximilian Günther BMW
4 Edo Mortara Venturi
5 Sebastien Buemi Nissan
6 James Calado Jaguar
7 Nyck de Vries Mercedes
8 Felipe Massa Venturi
9 Kelvin van der Linde Audi
10 Andre Lotterer Porsche
11 Antonio Felix da Costa (inkl. 5-Sek-Zeitstrafe) DS
12 Pascal Wehrlein (inkl. 10-Sek-Zeitstrafe) Mahindra
13 Alexander Sims BMW
14 Jean-Eric Vergne DS
15 Brendon Hartley Dragon
16 Sam Bird Virgin
17 Sam Dejonghe Mahindra
18 Ma Qing Hua Nio
19 Lucas di Grassi Audi
20 Alice Powell Virgin
21 Oliver Turvey Nio
22 Joel Eriksson Dragon
23 Neel Jani Porsche
24 Mitch Evans Jaguar

Siggy bezwingt Müller im Challenger-Finale

Für das Finale der "Challenger", also der Simracer, galt: alles oder nichts. Nach sieben Meisterschaftsläufen bestimmte der Zwischenstand in der Fahrerwertung die Startaufstellung für das Berlin-Finale, dessen Sieger unabhängig seiner Gesamtpunktzahl zum "Race at Home"-Champion gekürt wurde. Kevin Siggy nahm den virtuellen E-Prix von Platz 1 auf. Lucas Müller startete dank seines Siegs im New-York-Rennen am Vortag von Rang 2. Dahinter komplettierten Peyo Peev (Dragon), Petar Brljak (Jaguar) und Joshua Rogers (Porsche) die Top 5.

Siggy erwischte den besten Start in der Führungsgruppe, allerdings meldete Müller bereits in Kurve 1 seine Titelambitionen an. Bei mehreren gewagten Manövern setzte er sich in der ersten Runde neben den Slowenen, fand allerdings keinen Weg vorbei. Hinter dem Duo kam es zu mehreren Kontakten. Brljak übernahm in Kurve 4 die dritte Position von Peev.

In den folgenden Runden setzten sich Siggy und Müller klar vom Rest des Feldes ab. Während Brljak, Peev und Rogers um den finalen Platz auf dem Podium kämpften, verfolgte Müller den BMW-Piloten mit rund einer Sekunde Rückstand. Der 19-jährige Deutsche musste sich jedoch geschlagen geben: Nach 15 Runden überquerte Siggy den Zielstrich auf dem ersten Platz und sicherte sich somit den Challenger-Titel in der Race at Home Challenge. Müller und Brljak beendeten den virtuellen Berlin E-Prix auf den Rängen 2 und 3.

"Das ist einfach surreal, ich kann es gar nicht glauben", freute sich Siggy nach dem Rennen. Als Sieger der RaHC wird er in der nächsten Formel-E-Saison eine Testfahrt in einem realen Gen2-Boliden absolvieren. "Lucas hat es mir in Runde 1 sehr schwer gemacht. Ich bin echt sprachlos und bin sehr stolz auf mich", so Siggy.

>>> zur Gesamtwertung und allen Einzelergebnissen der Race at Home Challenge

Das Rennergebnis von Berlin (Challenger)

Platz Fahrer Team
1 Kevin Siggy BMW
2 Lucas Müller Mahindra
3 Petar Brljak Jaguar
4 Peyo Peev Dragon
5 Joshua Rogers Porsche
6 Jacob Reid Venturi
7 Kush Maini DS
8 Cem Bolukbasi BMW
9 Jan von der Heyde Nissan
10 Marius Golombeck Porsche
11 Markus Keller Mahindra
12 Ben Hitz Virgin
13 Jim Parisis Nio
14 Niek Jacobs Nissan
15 Noah Reuvers Mercedes
16 Arjan Veltens Audi
17 Alisdair Irvine Audi

Foto: Mercedes-Benz EQ (Twitter)

VIDEO: Der virtuelle Berlin E-Prix in der Wiederholung

von Tobias Bluhm  

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Kommentar von EffEll |

Für mich hat der Sieg von Vandoorne einen Faden Beigeschmack. Während Vandoorne in dieser Meisterschaft nur Punkte durch eigene Fehler liegen ließ (AFAIK), wurde Wehrlein hier völlig unverschuldet von Vandoorne gedreht.
Natürlich haben ähnliche Vorkommnisse zuvor schon anderen den Kampf um die Meisterschaft gekostet, wie auch Günther, der von Wehrlein vor vier Rennen in die Wand gedrückt wurde und Pascal auch folgerichtig eine Startplatzstrafe erhalten hatte. Natürlich war es vollkommen richtig, dass Vandoorne nicht bestraft wurde. Jedoch hätte er Fairness bewiesen, wenn er auf Wehrlein gewartet hätte, denn der Punktevorsprung vor Günther war derart groß, dass dieser nur mit einem Sieg gewinnen könnte, wann Vandoorne und Wehrlein punktelos geblieben wären. Aber das ging alles so schnell, dass er wohl einfach nur froh war, heil aus der Sache heraus gekommen zu sein.
Die 10 Sekunden Strafe gegen Wehrlein aufgrund des Kampfes in der letzten Runde war unnötig. Man konnte es zwar während des Zieleinlaufs Rowlands nicht sehen, aber ohne die harten Manöver da Costas gegenüber van der Linde, wäre es gar nicht mehr zu diesen Positionskämpfen gekommen. Denn da Costa stellte van der Linde mehrfach quer, woraufhin beide viel Zeit verloren und Wehrlein daraufhin die Möglichkeit hatte, an beiden vorbei zu schlüpfen.
Im Endeffekt war es aber einfach nur eine Simulation, ein Spiel. Aber mir hat es als Zuschauer wirklich Spaß gemacht. Es war einfach klasse zu sehen, wie sich einige Fahrer sukzessive gesteigert haben. Buemi zum Beispiel. Aber das gesamte Starterfeld glich sich scheinbar immer mehr an. Insgesamt war es ein tolles Event mit ernsten Hintergrund und ich hoffe, es kam ein ordentliches Sümmchen für die UNICEF zusammen.
Ein hervorragender Lückenfüller in diesem Rennlosen Frühjahr, in dem wir eigentlich einige echte Rennen gesehen hätten.
Ich hoffe es geht jetzt bald wieder auf der Strecke los und ich bin wirklich sehr gespannt, wer den Rest der Saison im zweiten Audi platzt nehmen darf!
Jetzt bitte wieder Rennaction im Real Live!

Kommentar von EffEll |

@Tobias: euer Rennergebnis stimmt nicht. Das war der Zieleinlauf ohne die verhängten Zeitstrafen.
Offiziell ist:
9 van der Linde
10 Lotterer
11 da Costa (+5 Sekunden)
12 Wehrlein (+10 Sekunden)

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