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Formel-E-Finanzbericht 2019: Neuer Umsatz-Rekord & sinkende Verluste in Saison 5

Vor der COVID-19-Pandemie war die Formel E den "schwarzen Zahlen" näher denn je. Das geht aus einem vor wenigen Wochen veröffentlichten Finanzbericht für das Geschäftsjahr bis zum 31. Juli 2019 hervor. Demnach verbuchte die Elektroserie in ihrer fünften Saison erstmals einen Umsatz von mehr als 160 Millionen Euro.

Die "Formula E Operations Limited" (FEO) verlor in der letzten Saison mit rund 10,6 Millionen Euro so wenig Geld wie seit 2014 nicht mehr. Zum Vergleich: In Saison 4 betrug der Verlust noch 26,4 Millionen Euro - mehr als das Anderthalbfache. Die Elektroserie verbuchte zudem einen Umsatz von insgesamt 161,5 Millionen Euro. Sie nahm damit in einer Saison fast so viel Geld ein, wie sie seit ihrer Gründung an Schulden auf sich genommen hat (kumuliert 164,9 Millionen Euro). Abzüglich der eigenen Devisenreserven hätte die Formel E, wie sie bereits im September 2019 verkündet, sogar erstmals ein kleines Plus von drei Millionen Euro verbucht.

Knapp 100 Millionen Euro durch Rennlizenzen

Den größten Teil zum Formel-E-Umsatz steuerten die Promoter der Rennen bei: Allein 99,5 Millionen Euro nahm die Elektroserie über Lizenzgebühren ein. Eine wichtige Rolle hierbei spielte der Diriyya E-Prix in Saudi-Arabien, der im Rahmen eines 10-Jahres-Vertrags einen zweistelligen Millionenbetrag in die Formel-E-Kassen spülte und weiterhin spült.

Durch die Erlöse aus Merchandise, Ticketverkäufen und anderen Dienstleistungen bei den Rennen kommen weitere 62 Millionen Euro zum Umsatz hinzu. Die FEO-Tochterfirma FERO, die unter anderem für die tatsächliche Veranstaltung der Rennen sowie die Personalkosten der Formel-E-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter verantwortlich ist, vermeldete zusätzlich einen Profit von 6,7 Millionen Euro. Dieser wurde jedoch erstmals nicht im FEO-Finanzbericht berücksichtigt, sondern von der 2018 gegründeten FERO gesondert abgerechnet.

Zuschauer-Rekord in Saison 5

Nicht nur für die Bankkonten der Formel E war die letzte Saison ein bedeutsames Jahr: Neben der Einführung des neuen Gen2-Fahrzeugs, mit dem die Fahrer endlich eine vollständige Renndistanz in einem Auto zurücklegen konnten, stiegen mit BMW und Nissan zwei große Hersteller in die Meisterschaft ein. HWA Racelab bildete als elftes Team zudem die Vorhut für Mercedes-Benz, die im Folgejahr gemeinsam mit Porsche als eigenständiges Werksteam beitreten sollten.

Die Neuerungen machten sich auch bei den Zuschauern bemerkbar: 2019 besuchten rund 400.000 Fans die Rennen an der Strecke (2018: 368.000, +9 Prozent). Die Zahl der TV-Zuschauer stieg um 25 Prozent auf 411 Millionen. Über die sozialen Medien erreichte die Formel E stolze 867 Millionen Medienaufrufe (2018: 536 Millionen, +62 Prozent).

   
Umsatz
 
Verlust
 
Defizit (kumuliert)*
 
Zuschauer (Strecke)
 
Zuschauer (TV)
2013 0 EUR 0,23 Mio. EUR 0,23 Mio. EUR k.A. k.A.
2014 1,43 Mio. EUR 6,78 Mio. EUR 7,03 Mio. EUR k.A. k.A.
2015 20,99 Mio. EUR 62,18 Mio. EUR 70,08 Mio. EUR k.A. k.A.
2016 56,60 Mio. EUR 35,29 Mio. EUR 107,17 Mio. EUR 270.000 192 Mio.
2017 94,47 Mio. EUR 20,79 Mio. EUR 127,96 Mio. EUR 220.000 223 Mio.
2018 133,44 Mio. EUR 26,41 Mio. EUR 154,37 Mio. EUR 368.000 330 Mio.
2019 161,53 Mio. EUR 10,56 Mio. EUR 164,94 Mio. EUR 400.000 411 Mio.

* Abweichungen aufgrund von Wechselkursen möglich

Corona-Krise noch nicht berücksichtigt

Im Finanzbericht nicht berücksichtigt sind die Folgen der andauernden Corona-Krise, die sich in Teilen erst im Bericht des Geschäftsjahres bis zum 31. Juli 2020 widerspiegeln werden. In der sechsten Saison fanden bislang immerhin vier Rennwochenenden statt, seit Mitte März liegt die Meisterschaft jedoch brach.

Wie groß die Auswirkungen der Krise auf die Formel E sind, lässt sich also frühestens mit der Veröffentlichung des nächsten Geschäftsberichts bewerten. Dieser wird im Frühsommer 2021 erwartet.

Foto: Lou Johnson / Spacesuit Media

von Tobias Bluhm  

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