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Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton steigt mit eigenem Team X44 in Extreme E ein

Paukenschlag im elektrischen Motorsport: Zum Start der geplanten Formel-E-Schwesterserie "Extreme E" wird Lewis Hamilton ab 2021 mit einem eigenen Team an den Start gehen. Der sechsfache Formel-1-Weltmeister soll dabei zwar nicht selbst ins Lenkrad greifen, wird als Gründer des Teams "X44" aber Verantwortung für das Geschehen abseits der Rennstrecke übernehmen. X44 komplettiert damit das Starterfeld von insgesamt acht Teams.

Die Extreme E plant, ihre Läufe unter anderem vor der Kulisse schmelzender Eiskappen in der Arktis oder im Regenwald auszutragen, um auf die schwerwiegenden Folgen des Klimawandels aufmerksam zu machen. "Ich bin unglaublich stolz darauf, mein neues Rennteam bekannt zu geben und seinen Einstieg in die Extreme E zu bestätigten", freut sich Hamilton.

"Mein eigenes Team zu haben, ist eine völlig neue Herausforderung für mich - aber eine, auf die ich mich sehr freue", so der 35-Jährige. "Die Extreme E hat mich aufgrund ihrer Umweltausrichtung angesprochen: Jeder Einzelne von uns hat die Kraft, etwas zu verändern. Es bedeutet mir sehr viel, dass ich meine Liebe zum Rennsport zusammen mit meiner Liebe zum Planeten nutzen kann, um positive Auswirkungen zu erzielen."

Fahrerpaarung noch unbekannt

Der Name von Hamiltons Rennstall lehnt sich an seine Startnummer in der Formel 1 an, wo der Brite seit einigen Jahren mit der Nummer 44 antritt. Trotz seines Engagements in der elektrischen Meisterschaft bleibt Hamilton der "Königsklasse" vorerst treu. In den kommenden Jahren wird er weiterhin in der F1 ins Lenkrad greifen. Welche Fahrer für X44 antreten, ist noch vollkommen unklar. Sicher ist: Weil jedes Extreme-E-Team lediglich ein Fahrzeug einsetzt, das sich jeweils ein Mann und eine Frau teilen, wird Hamilton auch eine professionelle Fahrerin für seinen Rennstall verpflichten.

"Als Gründer von X44 freue ich mich darauf, mein Team auf wichtigen Werten wie Nachhaltigkeit und Gleichstellung aufzubauen", erklärt der Mercedes-Werksfahrer. "Keiner von uns ist perfekt und wir können uns alle verbessern. Ich freue mich, unsere Plattform zu nutzen, um die schwerwiegendsten Probleme unseres Planeten und die Lösungen zu betonen, zu denen wir alle beitragen können.

Foto: Extreme E

Extreme E ab Ende 2021 klimaneutral & mit schwimmendem Fahrerlager

Die Extreme E wurde vom aktuellen Formel-E-Vorstandsvorsitzenden Alejandro Agag ins Leben gerufen, um für die Konsequenzen des Klimawandels zu sensibilisieren. Um die Umweltbelastung so gering wie möglich zu halten, sind die Rennen nicht für Zuschauer zugänglich. Die Fans sollen die Action stattdessen über Live-TV-Übertragungen und die sozialen Medien verfolgen können.

Die Kommandozentrale der Extreme E befindet sich an Bord des ehemaligen britischen Postschiffs RMS St. Helena, das derzeit einen mehrere Millionen Euro teuren Umbau durchläuft, um Emissionen zu minimieren und das Schiff in ein "schwimmendes Fahrerlager" für die Meisterschaft umzuwandeln. Die Fahrzeuge werden mit Wasserstoff-Brennstoffzellen emissionsfrei aufgeladen.

Zum Ende ihrer ersten Saison will die Extreme E vollständig klimaneutral sein, wie die Elektroserie am vergangenen Donnerstag bestätigte. Dazu arbeitet sie mit ALLCOT zusammen. Das spanische Unternehmen bietet anderen Firmen Strategien und Management an, um ihre Kohlenstoff-Emissionen zu senken bzw. "Netto-Null" zu erreichen. Für sämtliche Emissionen, die in der Rennsaison entstehen, unterstützt Extreme E demnach lokale Projekte, die sich positiv auf die Emissionsbilanz auswirken. "Unser Ziel ist es, zum Ende der ersten Saison klimaneutral zu werden. Dabei richten wir uns nach der UN, die vorgibt, wie Emissionen zu messen, reduzieren und auszugleichen sind", sagt XE-Gründer Agag.

Übersicht: Der Extreme-E-Rennkalender 2021

 
Datum
 
Location
22. - 24. Januar 2021 Lac Rose, Senegal
04. - 06. März 2021 Sharaan, Al-'Ula, Saudi-Arabien
06. - 08. Mai 2021 Kali Gandaki Valley, Nepal
27. - 29. August 2021 Kangerlussuaq, Grönland
29. - 31. Oktober 2021 Santarem, Brasilien

Hamiltons X44-Rennstall wird in der Meisterschaft unter anderem auf die US-amerikanischen Traditionsteams Chip Ganassi Racing und Andretti Autosport sowie auf die deutschen Rennställe ABT Sportsline und HWA Racelab treffen. Ebenfalls bestätigt ist die Teilnahme der Teams TecheetahQEV Technologies und der Einsatz von Veloce Racing, dem gemeinsamen Projekt des zweifachen Formel-E-Meisters Jean-Eric Vergne und Red-Bull-Chefdesigner Adrian Newey. Venturi Racing zog sich kürzlich aus der Extreme E zurück, um sich auf den Einsatz in der Formel E zu fokussieren. X44 ist das achte und damit letzte Team für die Debütsaison 2021.

Agag: "Sport nutzen, um bedeutsame Themen hervorzuheben"

"Wir freuen uns sehr, Lewis Hamilton und X44 bei der Extreme E begrüßen zu dürfen", erklärt auch Extreme-E-Boss Agag. "Wie wir ist Lewis sehr leidenschaftlich im Motorsport unterwegs, teilt aber auch unsere Überzeugung, dass wir den Sport nutzen können, um Themen hervorzuheben, die für die Welt von entscheidender Bedeutung sind. Lewis ist einer der erfolgreichsten Fahrer aller Zeiten, und wir sind alle gespannt, wie sich das X44-Team unter seiner Führung auf und neben der Rennstrecke schlägt. Herzlich willkommen in der Extreme-E-Familie, Lewis!"

In der Extreme E werden alle Teams mit dem einheitlichen "ODYSSEY 21"-Rallye-Buggy antreten, das in 4,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen und bei Steigungen von bis zu 130 Grad fahren kann. Das Chassis stammt von Spark Racing Technologies, die Batterien werden von Williams Advanced Engineering (WAE) zur Verfügung gestellt. Bei einem Test im Rahmen der Rallye Dakar 2020 erreichte Drift-Profi Ken Block im ODYSSEY 21 die drittschnellste Zeit der finalen Etappe. Der erste reguläre Lauf der Extreme E soll vom 22. bis 24. Januar 2021 am Lac Rose im Senegal stattfinden.

>>> Weitere Informationen zur Serie findest du auf unserer Extreme-E-Themenseite.

zusätzliche Berichterstattung durch Svenja König
Titelfoto: Sergey Savrasov / Spacesuit Media

VIDEO: Trailer zur Extreme-E-Meisterschaft

von Tobias Bluhm  

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