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"Mario-Kart-Feature" im Video: Mit Attack-Mode in eine neue Formel-E-Ära

Vieles wird sich in weniger als zwei Wochen verändern, wenn die Formel E in Diriyya in ihre fünfte Saison startet. Ein komplett neues Team, sechs neue Fahrer, ein komplett neu entwickeltes Fahrzeug mit mehr Leistung und Rennen ohne Fahrzeugwechsel sind aber immer noch nicht genug - die Formel E führt eine weitere, einzigartige Innovation im Motorsport ein. Um das Spektakel für die Fans weiter zu verbessern, feiert der mit Spannung erwartete Attack-Mode seine Premiere.

Veränderung ist im Motorsport eine Konstante, und die Entwicklung des Gen2-Autos in der Formel E verdeutlicht dies ganz besonders: Mehr Leistung, eine größere Reichweite und ein unverwechselbares futuristisches Design, das sich von allem, was man jemals im Motorsport gesehen hat, radikal unterscheidet.

Aber nicht nur das Äußere des neuen Fahrzeugs unterscheidet sich deutlich von seinem Vorgänger, auch unter der Haube ändert sich sehr viel. Somit avanciert die Formel E für die Automobilindustrie immer mehr zur relevantesten Meisterschaft im Motorsport.

Aus Gen1 wird Gen2

Mit dem Gen2-Auto können die Fahrer während der gesamten Renndauer angeschnallt bleiben. Doch es wird kein Spaziergang bis zur Zielflagge werden, denn in Verbindung mit den neuen Zeitrennen, die über 45 Minuten plus eine Runde gehen werden, dürfte es sehr unterschiedliche Strategien geben. Grund dafür ist die Verwendung unterschiedlicher Leistungsmodi, die voraussichtlich zu deutlich abwechslungsreicheren und spannenderen Rennen führen dürften.

Mit dem Attack-Mode können die Fahrer ab der zweiten Runde des Rennens zu jedem beliebigen Zeitpunkt auf den Attack-Mode zurückgreifen, um ihre Rivalen anzugreifen oder sich Luft im Kampf mit den Hinterherfahrenden zu verschaffen. Denn der Attack-Mode steigert die Leistung des Boliden kurzzeitig von 200 kW auf 225 kW. Jeder Fahrer muss den Attack-Mode im Rennen verwenden. Die Dauer und die Anzahl der Aktivierungen werden dabei von der FIA vorgegeben - mit der Möglichkeit, sie je nach Streckenlayout und -konfiguration anzupassen.

Um den Attack-Mode zu aktivieren, muss der Fahrer eine definierte Aktivierungszone durchfahren, die sich neben der eigentlichen Rennlinie befindet. Außerdem muss er die Aktivierung des Attack-Modes am Lenkrad vor der Aktivierungszone betätigen. Dragon-Pilot Maximilian Günther hatte bereits in der 100. Episode des e-Formel.de Podcasts "ePod" darüber berichtet, dass bei den Testfahrten in Valencia die Aktivierungszone sehr schmal gewesen sei und viele Fahrer sie bei ihren ersten Versuchen verfehlt hätten.

Um den Fans dabei zu helfen, die Aktivierungszone auf den Fernsehbildern zu erkennen, verwendet die Formel E Augmented Reality (auf Deutsch: erweiterte Realität). Durch Einblendungen wird die Aktivierungszone als grafisches Feld klar erkennbar auf der Strecke dargestellt. Dabei werden Live-Telemetriedaten, Kamera-Tracking und leistungsstarke Grafik-Engines verwendet, um den Zuschauern die Geschichte des Rennens zu erzählen.

Wer Opfer bringt, gewinnt (womöglich)

Wenn der Fahrer die Ideallinie verlässt, verliert er zunächst Zeit und möglicherweise auch Positionen. Er hat jedoch schnell die Möglichkeit, den verlorenen Boden sofort wieder gutzumachen und seine Gegner dank des Powervorteils zu überholen. Die verschiedenen Leistungsmodi werden dabei für die Zuschauer mit LED-Streifen am neuen Halo-System angezeigt: Bei aktiviertem Attack-Mode (225 kW) leuchten sie blau. Wird zusätzlich der FANBOOST aktiviert (nur im Attack-Mode möglich), strahlen sie in Magenta auf.

Jean-Eric Vergne, amtierender Champion der Elektroserie, äußert sich begeistert: "Die Formel E hat immer großartige Ideen entwickelt und umgesetzt, um enges Racing zu promoten, nun auch beim Attack-Mode. Wir wollen hinter dem Lenkrad in der Lage sein, hart gegeneinander zu fahren, und das wollen die Fans auch. Das wird zu aufregenden und unvorhersehbaren Ergebnissen führen", so der Franzose.

Alejandro Agag, CEO der Formel E, sagt: "Die Formel E hat das Eis gebrochen, indem sie als erste Rennserie elektrisch wurde. Daher ist klar, dass wir keine Angst davor haben, neue Dinge auszuprobieren. Weder wenn es um Innovationen auf der Rennstrecke, noch wenn es sich um das Rennformat oder um neue Wege handelt, wie die Fans dem Sport folgen oder mit ihm interagieren können. Ich bin gespannt auf das Debüt des Gen2-Rennwagens und darauf, den Attack-Mode während eines Rennens auf den engen und anspruchsvollen Straßenkursen zu sehen. Ich habe lange auf diesen Moment gewartet. Dieses Jahr wird die Formel E aus ihren Kinderschuhen herauswachsen."

Der neue Attack-Mode im Video erklärt

von Tobias Wirtz 

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