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Formel E: 5 Dinge, auf die du in Marrakesch achten musst

Startschuss für das Rennsportjahr 2018! Nach dem denkwürdigen Doppel-Saisonauftakt in Hongkong reist die Formel E zum zweiten Mal in Folge für den zweiten E-Prix der Saison nach Marokko. Schon 2016 war der Kurs in Marrakesch, der viertgrößten Stadt des Landes, für einige Überraschungen gut. Und auch die neue Ausgabe verspricht so einiges.

Wir bringen dich kurz vor Start des Rennwochenendes aufs Laufende und zeigen dir fünf Dinge, die am Samstag in Marrakesch besonders wichtig werden.

1. Stunde der Wahrheit für Dragon

Nach einem desolaten Saisonauftakt in Hongkong wird es für Dragon Racing ernst. Schließlich ist das US-Team nach den ersten zwei Rennen im Dezember weiterhin das einzige Team, das keinen einzigen Punkt gesammelt hat. Nach dem Absprung von Titelsponsor Faraday Future - ein Mitarbeiter des Elektroauto-Start-ups verweilt übrigens noch immer in der Dragon-Garage - war für lange Zeit eine Partnerschaft mit Porsche denkbar, die Teamchef Jay Penske jedoch nach den Valencia-Tests im Alleingang annullierte. Seitdem hört man nicht viele gute Meldungen aus Dragon-Reihen…

Zuletzt kriselte es auch teamintern. Der innere Konflikt gipfelte in der überraschenden Kündigung von Neuling Neel Jani, der nach nur zwei Rennen von Ex-Virgin-Pilot Jose Maria Lopez ersetzt wird. Dragon sei sogar derartig schlecht gewesen, dass der Schweizer einen Imageschaden befürchtet habe, heißt es. Auch sein Teamkollege Jerome d'Ambrosio zeigte sich nach Hongkong nicht allzu selbstbewusst. Für das Team, das in Saison eins noch Gesamtzweiter wurde, schlägt in Marokko die Stunde der Wahrheit.

2. Youngsters im Fokus

Im Fokus der Formel E stehen spätestens seit dem Hongkong E-Prix die Youngsters der Formel E. Im Kampf um den Sieg solltest du auch in Marrakesch Daniel Abt (Audi), Felix Rosenqvist (Mahindra) und Mitch Evans (Jaguar) auf der Rechnung haben. Nach der Disqualifikation in Hongkong ist Abt zweifelsohne motiviert wie selten zuvor. Evans erzielte zuletzt das erste Jaguar-Podium - und dass der "schnelle Schwede" Felix Rosenqvist zu den Besten der Formel E gehört, liegt seit dem letzten Jahr sowieso auf der Hand.

Im Kampf um den Siegerpokal mischen aber gleichermaßen auch die Formel-1-Veteranen Jean-Eric Vergne (Techeetah), Nick Heidfeld (Mahindra) und Lucas di Grassi (Audi) mit. Sam Bird (Virgin), der seines Zeichens "nur" Testfahrer in der "Königsklasse" wurde, hat als aktueller Meisterschaftsführender selbstverständlich ebenfalls gute Karten für den Sieg. Selten war das Feld so dicht beieinander - das Einschalten zum Rennen lohnt sich also!

3. Wie löst e.dams das mysteriöse Chassis-Problem?

Nach drei Jahren als Gewinner der Teamwertung zählte Renault e.dams in Hongkong im besten Fall zu den Mittelfeld-Teams. Hintergrund war ein mysteriöses Problem mit dem Chassis, für das die Equipe an der Rennstrecke keine schnelle Lösung fand. Vizechampion Buemi wurde am Samstag nur Elfter und erbte auch am Sonntag nur durch die Abt-Disqualifikation als Zehnter gerade mal einen Zähler.

Mit den Ressourcen, die e.dams zur Verfügung stehen, wird es spannend zu sehen sein, wie die Franzosen mit dem Problem in der Weihnachtspause umgegangen sind. Der Antriebsstrang gehört, wie schon in den letzten Jahren, zu den besten im Feld. Für den Moment schwebt über dem Team jedoch noch ein großes Fragezeichen.

4. Wie geht es mit Venturi weiter?

Das monegassische Team Venturi, das neuerdings übrigens vom Mercedes-Team HWA unterstützt wird, ließ die Konkurrenz in Hongkong mit offenen Mündern stehen. In seinem zweiten Formel-E-Rennen preschte Elektro-Neuling Edoardo Mortara an der Spitze des Feldes voran wie ein Routinier. Bis zu seinem Dreher in der drittletzten Rennrunde sah der Schweizer lange Zeit wie der sichere Rennsieger aus. Seine Leistung: bärenstark!

Die spannendste Frage ist nun: Wie geht es mit Venturi weiter? Können Maro Engel und Edo Mortara abermals um die Spitze kämpfen? Schafft es das Team, das die Saison 2016/17 auf dem vorletzten Meisterschaftsrang abschloss, wieder ganz nach vorn? Wir sind gespannt.

5. Der Rookie-Test

Im Trubel um das Rennen in Marrakesch darfst du auch den geplanten Rookie-Test am Sonntag nach dem Rennen nicht vergessen. Das primäre Ziel ist es selbstverständlich, den Formel-E-Neulingen die Elektroserie näherzubringen. Sekundär geht es für die Teams jedoch auch um wichtige Testmeilen, bei denen Daten für die Weiterentwicklung des Fahrzeugs gesammelt werden.

Das Fahrer-Line-up für die Testfahrten könnte indes kaum stärker sein. Mit einem ehemaligen DTM-Champion, einem GP2-Vizemeister, einem Macau-Sieger und mehreren Grand-Prix-Startern kann sich selbst das Ersatzfahrer-Feld der Formel E sehen lassen!

'e-Formel.de' begleitet dich am Samstag und Sonntag über den gesamten Tag mit exklusiver Berichterstattung zum Geschehen in Marrakesch. In unserem Live-Ticker versorgen wir dich in jeder Session - auch den nicht in Deutschland übertragenen Trainings und Qualifying-Sessions - mit Informationen in Echtzeit. Die wichtigsten News und Ereignisse des Tages bekommst du übrigens auch über unseren kostenlosen WhatsApp-Newsletter direkt aufs Smartphone - melde dich gern an!

von Tobias Bluhm 

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