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Formel-E-Boss Jamie Reigle: "Wollen Verbreitung von Elektroautos beschleunigen"

Der neue Formel-E-Geschäftsführer Jamie Reigle startet mit Tatendrang ins neue Jahrzehnt. Der Kanadier will in den kommenden Jahren die Reichweite der Formel E vergrößern. Ziel der Elektroserie bleibt es weiterhin, die Verbreitung von Elektroautos zu beschleunigen.

"Motorsport existiert zum Teil, um Technologien für Straßenfahrzeuge zu entwickeln. Aber es ist auch eine Form von Unterhaltung", meint Reigle. Er möchte insbesondere gegen die Emissionen des Verkehrs vorgehen. Immerhin ist der Transportsektor für rund ein Fünftel der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Bei 'CNN Supercharged' sagt er: "Die Klimakrise ist real. Die Vision von Alejandro (Agag) war es einst, dass wir ein Rennauto entwickeln, das das ganze Potenzial von Elektrofahrzeugen zeigt. Wir wollen mit der Formel E die Verbreitung von elektrischen Autos beschleunigen."

"Natürlich sind wir auch selbst für einige Emissionen verantwortlich, denn wir müssen den gesamten Rennzirkus um die Welt transportieren", gibt Reigle zu, denn in der Formel-E-Saison 2017/18 verursachte die Elektroserie beispielsweise 32.000 Tonnen CO2-äquivalente Emissionen. "Unser Standpunkt ist allerdings, dass die bei der Logistik entstehenden Emissionen im Verlauf der Zeit viel kleiner sind als der positive Einfluss durch die elektrischen Fahrzeuge, die wir bewerben und die in der Zukunft verkauft werden."

Formel 1 ist keine Konkurrenz

Die Formel 1 sieht Reigle nicht als Konkurrenz. "Ich denke nicht, dass es produktiv wäre, wenn wir uns mit der Formel 1 messen. Die Formel E ist ein grundlegend anderes Produkt, bei dem es im Kern um elektrischen Rennsport und Motorsport in Stadtzentren geht. Unsere Aufgabe ist es, eine andere Geschichte zu erzählen - eine über Straßenrennen und das Potenzial von Elektroautos. Uns liegt es nicht daran, irgendwen einzuholen oder relevanter zu sein. Wir kümmern uns momentan nur um die Frage, ob unser Produkt etwas ist, das die Fans begeistern kann. Ich glaube, dass beide Serien noch für lange Zeit koexistieren können."

Reigle übernahm die Rolle des Geschäftsführers der Formel E im vergangenen Sommer von Alejandro Agag. Zuvor war er jahrelang bei Manchester United und dem NFL-Team der LA Rams angestellt. "Wir müssen keine großen Sachen mehr ändern", führt er aus. "Das Team um Alejandro, das in den letzten fünf Jahren die Formel E aufgebaut hat, hat wirklich Beeindruckendes vollbracht. Für mich geht es nun darum, vielleicht etwas Expertise von Außerhalb einzubringen und eine andere Perspektive zu liefern. Ehrlich gesagt müssen wir aber eigentlich nur auf dem aufbauen, was die Formel E bisher geschafft hat."

von Tobias Bluhm  

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