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Formel E diskutiert Saison-Verlängerung bis September, Teams fürchten Folgen

Nach Verkündung der Corona-bedingten Saisonpause prüft die Formel E gemeinsam mit der FIA und den Teams verschiedene Optionen, die laufende Meisterschaft zu verlängern. Sogar ein Saisonfinale Ende September steht zur Diskussion. Je länger die Saison dauert, desto mehr würde sie jedoch das Entwicklungsprogramm der Hersteller für Saison 7 beeinträchtigen…

"Die Formel E hat erklärt, sie schauen sich an, ob man die Saison vielleicht bis zum Wochenende 8./9. August verlängern könnte", sagte Mahindra-Teamchef Dilbagh Gill vergangene Woche in einem Statement des Rennstalls zur Corona-Krise. Die Pläne könnten jedoch noch weitergehen. Bei einem Treffen in Genf wurde gar eine Ausdehnung der Saison bis Ende September diskutiert, sofern sich die Situation bis dahin wieder normalisiert.

Sollte die sechste Saison tatsächlich um zwei Monate verlängert werden - aktuell wäre der London E-Prix am 25. und 26. Juli das Finale -, könnte dies erhebliche Auswirkungen auf das Entwicklungsprogramm der Hersteller für die kommende Saison 2020/21 haben. "Einerseits setzt die Formel E alles daran, die aktuelle Saison erfolgreich zu beenden. Gleichzeitig will sie aber auch die Auswirkungen auf Saison 7 so gering wie möglich halten", erklärt Gill und erhält dafür Zuspruch eines Kollegen.

"Alle Teams haben der FEO (Formula E Operations) und FIA ihr Feedback gegeben, was das (eine Ausdehnung der Saison) bedeuten könnte, und wie lange wir fahren könnten, ohne Saison 7 signifikant zu beeinträchtigen", erklärt Mercedes-Teamchef Ian James bei 'The Race'. Der Brite ist sich sicher, dass das Feedback der Teams in die Entscheidung einfließen wird. Die "Silberpfeile" hätten unabhängig davon bereits sichergestellt, dass die Entwicklung für nächstes Jahr bereits weiterlaufe.

Buemi: "Hätten weniger Zeit, um mehr zu machen"

In den vergangenen Jahren fand die Homologation der neuen Antriebe zumeist im August statt. Gut möglich, dass die Deadlines zur Homologation sowie für die privaten Hersteller-Testtage in diesem Jahr nach hinten verlegt wird, wie es die FIA bereits 2019 tat. Grund damals war Nissan e.dams: Die Japaner mussten nach einer Reglement-Anpassung kurzfristig noch ihr Antriebskonzept ändern. So bekamen der Fairness halber alle Teams einen Aufschub und durften sogar noch nach dem Vorsaisontest in Valencia privat testen.

Grundsätzlich sollen die meisten Teams der Formel E einer potenziellen Verlängerung der Saison nichtsdestotrotz positiv gegenüberstehen. Auch Vizemeister Sebastien Buemi bewertet die Situation bei den Kollegen von 'The Race' relativ gelassen: "Ab einem gewissen Punkt muss man natürlich mit der Vorbereitung und Simulatorarbeit (für Saison 7) beginnen, aber man kann stattdessen auch Rennen fahren. Letztlich hast du einfach weniger Zeit, um mehr zu machen. Das würde also alles ein bisschen schwieriger machen, sollte es so kommen."

Sollte die laufende Saison 2019/20 tatsächlich bis Ende September laufen, hätten die Hersteller nur rund einen halben Monat Pause, bis schon wieder die kollektiven Vorsaison-Testfahrten der Formel E in Valencia auf dem Programm stehen. Diese sollen nach aktuellem Stand nämlich in der Woche vom 12. bis 16. Oktober stattfinden, wie Mahindra-Teamchef Gill verriet.

von Timo Pape  

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