Felix-Rosenqvist-Mahindra-Marrakesch-2018

Formel E: Felix Rosenqvist siegt in Marrakesch

Felix Rosenqvist hat den dritten Saisonlauf der Formel E in Marrakesch für sich entschieden. Der schwedische Mahindra-Fahrer setzte sich wenige Runden vor dem Ende gegen den bis dahin Führenden Sebastien Buemi durch und übernahm nach seinem Erfolg zuletzt in Hongkong die Gesamtführung in der Meisterschaft. Dritter wurde Sam Bird im Virgin. Für die beiden Audi-Piloten Lucas di Grassi und Daniel Abt war es erneut ein Rennsamstag zum Vergessen.

Am Start blieb zunächst alles ruhig - keine Unfälle, kaum Positionsveränderungen. Wenig später kam es jedoch zum ersten Aufreger: Am Ende der langen Geraden kollidierten Daniel Abt und Alex Lynn. Der Deutsche drehte den Briten im Zweikampf, der dadurch weit zurückfiel. Die Rennleitung entschied gegen Rennmitte, Abt für den Vorfall verantwortlich zu machen, und sprach eine Durchfahrtsstrafe gegen ihn aus. Doch der Reihe nach.

Jose Maria Lopez, der als Vierter gestartet war, konnte sich nicht allzu lange gegen seine Hintermänner erwehren. Zunächst ging di Grassi an ihm vorbei, dann taten es ihm Nelson Piquet jr. und Abt gleich. Piquet setzte schließlich zum Angriff auf di Grassi an. Dieser verteidigte zwar seine Position, doch das war offenbar zu viel für seinen Audi. Der Brasilianer rollte abermals mit einem Zuverlässigkeitsproblem aus, stand eine Weile auf der Strecke, fuhr schließlich an die Box zurück und gab auf. Die nächste Nullnummer für den amtierenden Champion.

Zu diesem Zeitpunkt sah es so aus, als könnte es Teamkollege Daniel Abt erneut für Audi richten. Der Deutsche überholte Piquet und bekleidete den vierten Platz - dann kam die Strafe. Nach der Durchfahrt durch die Boxengasse landete Abt auf Position 15, genau hinter seinem Unfallopfer Lynn. Abt drehte jetzt richtig auf, kämpfte sich in kurzer Zeit bis auf Platz elf vor und zog dann den Boxenstopp eine Runde vor.

Abermals Pech für Daniel Abt

Zum großen Unglück jener drei Fahrer, die bereits vorzeitig zum Fahrzeugwechsel kamen, fiel Andre Lotterer just in diesem Augenblick aus. Sein Techeetah stand so gefährlich am Streckenrand, dass sich die Rennleitung für eine Full-Course-Yellow-Phase entschied (Abstände zum Vordermann müssen bei Tempolimit eingehalten werden). Diese Chance nutzten die restlichen Fahrer, um an die Box zu kommen. Abt, Antonio Felix da Costa und Mitch Evans verloren dadurch ganze 30 Sekunden in Relation zu allen anderen. Ohne die halbe Minute Rückstand wäre Abt theoretisch auf Rang fünf ins Ziel gekommen.

Das Führungstrio - Buemi, Bird und Rosenqvist - setzte sich indes konstant vom Rest des Feldes ab, blieb aber stets dicht beisammen. Bereits kurz vor der Halbzeit schnappte sich Rosenqvist den Briten vor sich und heftete sich an Buemis Fersen. Im Mittelfeld kam es immer wieder zu beinharten Zweikämpfen und auch Unfällen. Am spektakulärsten erwischte es die Dreiergruppe Maro Engel/Edo Mortara/Nick Heidfeld. Während Mortara ausfiel und Heidfeld mit Schaden am Frontflügel noch Siebter wurde, erhielt Engel nach dem Rennen eine Zeitstrafe für die Kollision, die ihn auf Position 13 zurückwarf.

Vier Runden vor dem Ende startete Rosenqvist den Angriff gegen Buemi und ging auf der Innenbahn vorbei. Der Schweizer erklärte nach dem Rennen, sein FANBOOST, den er neben di Grassi und Abt gewonnen hatte, habe nicht funktioniert. Mit dem Zusatzenergieschub habe er eigentlich noch einen Angriff auf Rosenqvist geplant, doch dann sei die Leistung einfach ausgeblieben. Der Schweizer machte mit seinen 21 Punkten aus Marrakesch (Platz zwei und Pole-Position) trotzdem einen großen Schritt nach vorn in der Meisterschaft auf Gesamtrang sechs - im Gegensatz zu seinem ewigen Rivalen di Grassi, der weiterhin punktlos ist.

Besonderes Lob gebührt nach dem Marrakesch E-Prix Tom Blomqvist, der direkt bei seinem Formel-E-Debüt vier Punkte als Achter mitnahm, sowie Rückkehrer Jose Maria Lopez. Der Argentinier, der kürzlich für Neel Jani bei Dragon eingesprungen war, stellte das vermeintlich schwächste Auto auf Position sechs. Sein Teamkollege Jerome d'Ambrosio hingegen kam nicht über Platz 15 hinaus.

Das nächste Formel-E-Rennen steigt am 3. Februar in Chile - zur Rennpremiere der Elektroserie in der Hauptstadt Santiago.

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

Das provisorische Rennergebnis

von Timo Pape 

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Kommentar von Thorsten |

Hat jemand eine Idee was Buemi nach dem Rennen da an Birds Lenkrad so interessant fand? Er hat sich das ja ziemlich lang genau angeguckt, deshalb meine Frage: Ist das Lenkrad in der Formel E nicht bei allen Team gleich? Oder war Buemi an der Motor-/Leistungseinstellung Birds interessiert?

Kommentar von Tobias Bluhm |

Einerseits vielleicht die Einstellungen, mit denen Bird gefahren ist, andererseits aber sicherlich auch die verbleibende Energiemenge. Die steht nämlich auch immer auf dem Dashboard auf dem Lenkrad. :)

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