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Formel-E-Finale in Berlin: Was passiert bei einem Corona-Fall an der Rennstrecke?

Das Formel-E-Saisonfinale in Berlin findet in diesem Jahr unter außergewöhnlichen Bedingungen statt. Neben einem Zuschauer-Verbot für die sechs Rennen in der Hauptstadt zählen eine strikte Maskenpflicht, Abstandsregelungen und regelmäßige Corona-Tests zu den von der Formel E verhängten Maßnahmen. Was im "Worst Case" eines positiven Testergebnisses passiert, legt ein Blick in das Hygiene-Konzept für den Saisonabschluss nahe.

Für die Vor-Ort-Tests wurde ein eigenes "Hygiene-Board" aus Ärzten und Fachleuten eingerichtet, das in enger Absprache mit der FIA auch für alle weiteren Schutzmaßnahmen verantwortlich ist. Zum Hygiene-Board gehören in Berlin der Vorsitzende einer Hygiene- und Infektionsschutz-Projektgruppe der Formel E, jeweils ein Vertreter der Event-Organisation und des Formel-E-Arbeitsschutzes, ein Spezialist in Mikrobiologie und/oder Hygiene- und Umweltmedizin sowie ein Arzt, der die Corona-Testergebnisse validieren kann.

In der Hauptstadt werden die PCR-Tests in mehreren Durchgängen vorgenommen. Bereits einige Tage vor dem Betreten des Geländes erfolgt dabei der erste Mund- und Nasen-Abstrich für das Formel-E-Personal. Nur wer ein negatives Testergebnis vorweisen kann, darf an die Rennstrecke. Somit will die Formel E bereits vor dem Beginn des Events infizierte Personen "ausfiltern". Die Tests werden alle fünf bis sieben Tage wiederholt und vom selben Labor analysiert, das auch für die Fußball-Bundesliga verantwortlich war.

Verdachtsprotokoll bei ersten Symptomen

Vor dem Betreten des Geländes muss von allen Beteiligten ein Gesundheitsfragebogen ausgefüllt werden. Bei jedem Einlass wird außerdem die Körpertemperatur der Mitarbeiter gemessen. Sollten hierbei eine erhöhte Temperatur oder auffällige Ergebnisse im Fragebogen festgestellt werden, tritt ein ausführliches Verdachtsprotokoll in Kraft.

Dabei werden die betroffenen Personen isoliert und in eine "Sicherheitszone" gebracht. Dort finden weitere Untersuchungen und ein erneuter PCR-Test statt. Zeitgleich wird im direkten Arbeitsumfeld des Mitarbeiters die Abstandsregelung von zwei auf drei Meter erweitert. Fällt das Testergebnis negativ aus, kehrt die anfänglich isolierte Person zurück zum Team, und die verschärfte Abstandsregel wird zurückgefahren.

RKI-Leitfaden ausschlaggebend für Kontaktverfolgung

Sollte der erneute Corona-Test hingegen positiv ausfallen, werden der oberste Arzt des Hygiene-Boards und das Gesundheitsamt des Berliner Bezirks Tempelhof-Schöneberg über den Fall informiert. Für die betroffene Person beginnt zeitgleich eine mindestens 14-tägige Quarantäne im Hotelzimmer oder der Privatwohnung (bei Arbeitern aus Berlin). Eine Rückreise ist in diesem Fall nur in absoluten Ausnahmefällen und mit einer Genehmigung des Gesundheitsamts möglich.

Mit der Unterstützung des Gesundheitsamts wird anschließend die Kontaktverfolgung aufgenommen. Nach den Vorgaben des Robert Koch-Instituts (RKI) werden dabei alle Personen isoliert, die mehr als 15 Minuten in direktem Kontakt mit der Person standen oder in Berührung mit Körperflüssigkeiten wie Blut, Speichel oder Schweißtropfen gekommen sein könnten. Auch sie müssen sich einem Test unterziehen. Hierbei hofft die Formel E auf einen positiven Effekt der Einteilung des Personals in Cluster, mit der die Anzahl der möglichen Kontaktpersonen jedes Mitarbeiters so klein wie möglich gehalten wird. Sollten weitere Positiv-Ergebnisse festgestellt werden, müssen auch sie in Quarantäne.

Die Formel E sieht sich für den Fall einer Coronavirus-Infektion der Mitarbeiter also gut gewappnet. Dass dennoch unerwartete Corona-Fälle auftreten können, verdeutlicht das aktuelle Beispiel von Formel-1-Pilot Sergio Perez. Die Formel E appelliert vor den Rennen daher auch an die Vernunft aller Beteiligten: "Die Aufmerksamkeit der Medien wird in der aktuellen Situation größer als je zuvor sein. Wir bitten daher dringend um vorbildliches Verhalten bezüglich der Hygiene-Maßnahmen auf- und abseits der Strecke." Welche weiteren Maßnahmen die Formel E ergriffen hat, erfährst du in unserem Überblick über das Hygiene-Konzept für das Formel-E-Finale in Berlin.

von Tobias Bluhm  

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