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Formel-E-Gründer Agag: Rennen in Berlin wahrscheinlich - "vielleicht auch 2 oder 3"

Laut Formel-E-Gründer Alejandro Agag ist es "wahrscheinlich", dass die Formel E in diesem Sommer noch in Berlin-Tempelhof Station macht - wenn auch hinter verschlossener Tür. Darüber hinaus plant die Elektroserie noch mindestens zwei weitere Events in Großbritannien und Südkorea, um die Saison abzuschließen.

Wenngleich die Überlegungen der Formel E Stück für Stück konkreter werden, ist der Rennkalender der laufenden sechsten Saison weiterhin ein äußerst fragiles Gebilde mit zig Variablen. "Der neueste Stand ändert sich jeden Tag - allein schon für Deutschland", sagt Alejandro Agag, Vorsitzender der Formel E, im Exklusiv-Gespräch mit 'e-Formel.de'. Einen Ersatztermin für den verschobenen Berlin E-Prix hält der Spanier trotzdem für "wahrscheinlich", wenngleich letztlich alles von den Reisebestimmungen in Deutschland abhängen werde.

"Wir mögen Berlin sehr. Es sieht aktuell so aus, als würde Deutschland die Grenzen für den internationalen Flugverkehr Mitte Juni wieder öffnen, dann könnten wir auf jeden Fall ein Rennen in Tempelhof abhalten - oder vielleicht auch zwei oder drei", erklärt Agag und scherzt, man könne ja auch einfach in Berlin bleiben und die ganze Saison dort beenden.

Weiterführung der Saison ab Ende Juli?

"Wir warten weiterhin ab und beobachten die Lage. Wir schauen uns vor allem die (erlaubten) Teilnehmerzahlen für ein mögliches Rennen an, also ob wir hinter verschlossener Tür eine Veranstaltung mit weniger als 1.000 Leuten durchführen könnten", erklärt Agag mit Blick auf das in sich geschlossene Flughafengelände Tempelhof. Ein mögliches Datum für den Berlin E-Prix wäre nach aktuellem Stand das Wochenende des 8. August.

"Wir planen derzeit mit ein paar Rennen ohne Zuschauer im August, das ist die wahrscheinlichste Option", so Agag weiter. Nichtsdestotrotz könnte es auch schon Ende Juli weitergehen, etwa mit einem Rennen in Großbritannien. Zieldatum ist offenbar weiterhin der 25./26. Juli, an dem eigentlich der London E-Prix auf dem ExCeL-Gelände hätte stattfinden sollen (inzwischen zum Corona-Krankenhaus umfunktioniert). Spätestens Mitte September möchte die Formel E ihre Saison jedoch abschließen, um die Vorbereitungen für Saison 7 nicht weiter zu beeinträchtigen. Diese Info hätten auch die Teams erhalten.

Mehrere Rennen in Großbritannien oder Portimao?

Sollte es unmöglich sein, in Deutschland und/oder Südkorea zu fahren, würde die Formel E notfalls womöglich auch drei Events in Großbritannien veranstalten, um auf die benötigte Anzahl Rennen zu kommen, um einen Meister küren zu dürfen (mindestens sechs Events). In England haben laut 'The Race' derzeit die Rennstrecken in Silverstone, Brands Hatch und/oder Donington die besten Chancen. Der Vorteil eines britischen "Triple-Headers" wäre, dass der ganze Formel-E-Tross nicht international reisen müsste - Stichwort: Quarantäne - und dass viele Teams ohnehin in England stationiert sind.

Auch die Rennstrecke von Portimao im Süden Portugals ist nach wie vor eine Option, verrät uns Agag: "Wir sprechen mit vielen Strecken in ganz Europa. Chancen gibt es im Moment fast überall, aber es wird wahrscheinlich alles von den Reiserestriktionen abhängen. Sollten wir nach Portugal gehen, würde das bedeuten, wir müssten erst 14 Tage in Quarantäne bleiben", gibt der 49-Jährige zu bedenken. "Trotzdem denken wir darüber nach."

Saisonfinale in Seoul möglich

"Ähnlich ist es mit Deutschland: Könnte man einfach hin- und zurückkommen, oder müsste man auch dort in Quarantäne bleiben? In diesem Punkt wäre Deutschland wohl die bessere Option. Wir werden Anfang Juni Entscheidungen treffen müssen", so Agag.

Das Ende der Saison könnte womöglich am 5. September in Seoul stattfinden, wo die Formel E eigentlich am kommenden Wochenende ihren ersten E-Prix abgehalten hätte. In Südkorea wurden am Mittwoch erstmals seit Februar keine neuen lokal übertragenen Ansteckungen gemeldet - es geht weiter bergauf. Nichtsdestotrotz wird es auch hier auf die Logistik- und Reiserichtlinien der koreanischen Regierung ankommen. Der Formel-E-Kalender 2019/20 bleibt weiterhin eine Wundertüte.

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

von Timo Pape  

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