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Formel E im TV: DMAX beschließt 3. Saison mit Rekord-Zuschauerschnitt

Der deutsche Fernsehsender DMAX hat die dritte Formel-E-Saison mit einem erfreulichen Ergebnis abgeschlossen. Beim Samstagsrennen von Montreal erzielte die Elektroserie ihren bisher höchsten Zuschauer-Durchschnittswert in Deutschland. 167.000 Formel-E-Fans schalteten im Schnitt gleichzeitig DMAX ein. Zu Spitzenzeiten waren es 242.000 - der zweitbeste Wert der Geschichte hinter dem New York ePrix zwei Wochen zuvor. Im direkten Vergleich mit Saison zwei erreichten DMAX und Eurosport in den vergangenen Monaten durchschnittlich über 14 Prozent mehr Zuschauer als noch während der Meisterschaft 2015/16.

Das Finalrennen von Montreal am Sonntag (Start um 22 Uhr deutscher Zeit) erzielte nicht ganz so herausragende Einschaltquoten. Zu Spitzenzeiten verfolgen den zwölften Saisonlauf 158.000 Zuschauer, im Schnitt waren es 123.000 - nichtsdestotrotz überdurchschnittlich gute Werte. Grund für die schwächeren TV-Quoten am Sonntag war unter anderen das reichweitenstarke Konkurrenzprogramm der anderen TV-Sender zur Primetime: Der "Tatort" in der ARD überschnitt sich direkt mit der Formel E, zudem zeigten andere Privatsender ihre Blockbuster am Sonntag.

Mit Blick auf die Marktanteile war die dritte Formel-E-Saison nicht ganz so erfolgreich für Discovery, den Mutterkonzern von Eurosport und DMAX. Im Saisonschnitt erreichten die beiden Sender - Eurosport zeigte die Saisonläufe ein bis vier, DMAX fünf bis zwölf - einen Marktanteil von 0,7 Prozent. In der Zielgruppe (männlich, 20 bis 59 Jahre) waren es 1,3 Prozent. Die Werte liegen leicht unterhalb derer der zweiten Saison.

"In Deutschland wurden in der Formel-E-Saison 2016/17 mit den Ausstrahlungen bei Eurosport 1, Eurosport 2 und DMAX mehr als sechs Millionen verschiedene Zuschauer erreicht", nennt ein Discovery-Sprecher die Nettoreichweite gegenüber 'e-Formel.de'. Zum Vergleich: In Saison zwei waren es noch 4,3 Millionen, und Saison eins gar nur 3,1 Millionen - damals noch bei Sky und SPORT1. "Auch die durchschnittlichen Reichweiten zeichnen ein positives Bild mit über 100.000 Zuschauern im Schnitt pro Live-Rennen."

International hat Discovery mehr als 13 Millionen verschiedene Zuschauer mit seinen Formel-E-Formaten (Live-Rennen, Wiederholungen, Magazin) erreicht. Das entspricht einem Plus von 61 Prozent im Vergleich zur Vorsaison. Es geht also bergauf, wenngleich die Einschaltquoten der Formel E in Deutschland noch in keiner Weise vergleichbar sind mit denen der Formel 1.

Einschaltquoten in Großbritannien deutlich höher

Auch mit Blick auf Großbritannien kann die Formel E im deutschen Fernsehen noch deutlich zulegen. In der dritten Saison erzielte Channel 5 laut 'f1broadcasting.co' eine Durchschnittsreichweite von 280.000 - beinahe das Dreifache von Discovery in Deutschland. Den Bestwert der Saison erreichte der Buenos Aires ePrix mit 426.000 Zuschauern im Mittel. Der Spitzenwert hierzulande liegt wie oben beschrieben bei 242.000 (Montreal). Den Rekord auf der "Insel" hält übrigens der London ePrix 2015 mit einem Schnitt von 700.000 und einem Spitzenwert von 1,2 Millionen Zuschauern.

In Großbritannien hat sich die Formel E nach einer schwachen zweiten Saison erholt. In den ersten beiden Jahren hatte der Sender ITV die Elektroserie ausgestrahlt. Nach einer guten Auftaktsaison mit durchschnittlich 216.000 Zuschauern fiel der Wert in Saison zwei drastisch auf 138.000. ITV gab die Formel E als Konsequenz wieder ab, Channel 5 übernahm. In Saison drei erreichte der britische Sender mit 280.000 einen neuen Bestwert. Trotz alledem tut sich die Formel E nach wie vor schwer im TV und erzielt längst nicht die Reichweiten, die sich die Hersteller wünschen würden. Zwar steckt die Serie noch in den Kinderschuhen, doch allmählich müsste sich das große Interesse der Industrie auch mal in einem deutlicheren Wachstum bei den Einschaltquoten widerspiegeln. Wir sind gespannt auf nächstes Jahr.

Ohne Kritik am Eurosport Player können wir den Artikel leider auch diesmal nicht abschließen. Zwar waren am Montreal-Wochenende alle Sessions ohne Unterbrechungen im Live-Stream zu sehen, allerdings lediglich das Rohsignal. Das heißt, es gab nicht mal den englischen Kommentar, sondern einzig und allein den Ton von der Strecke. Das machte es für die Zuschauer extrem schwer, dem Renngeschehen zu folgen. Schon vor zwei Wochen hatten wir uns mit dem kritischen Kommentar "Ein bisschen mehr darf's sein" an den Sender gewendet.

Im Namen der ganzen Formel-E-Community, von der wir abermals viel wütendes Feedback erhalten haben, appellieren wir einmal mehr an Discovery: Bindet doch bitte wenigstens den englischen Kommentar ein für die Fans, die sich extra für die Formel E einen kostenpflichtigen Player-Zugang kaufen. Sonst hat es den englischen Kommentar ja auch immer gegeben - das kann doch nicht so schwer sein, oder?

von Timo Pape 

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