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Formel E in Berlin: Daniel Abt holt 1. deutschen Heimsieg der Geschichte

Daniel Abt hat den Berlin E-Prix 2018 gewonnen. Der 25-jährige Kemptener gab seine Führung von der Pole-Position bis zur Ziellinie nicht ab und sicherte sich souverän seinen zweiten Formel-E-Sieg - den ersten deutschen Heimsieg in der Elektrorennserie. Teamkollege Lucas di Grassi machte als Zweiter auf dem Tempelhof-Ring den ersten Doppelsieg für Audi Sport ABT Schaeffler perfekt. Dritter wurde Jean-Eric Vergne (Techeetah), der dadurch seine Führung in der Meisterschaft weiter ausbauen konnte.

Schon am Start kam Abt gut von der Stelle und verteidigte Platz 1. Dahinter passierten jedoch diverse Verschiebungen. Jerome d'Ambrosio überholte Vergne und übernahm Rang 3, während Bird drei Positionen gutmachte und fortan schon Siebter war. Felix Rosenqvist erwischte indes die erste Kurve nicht und fiel weit zurück. Der Stand nach Runde 1: Abt vor Turvey, d'Ambrosio, Vergne, di Grassi, Buemi und Bird.

D'Ambrosio konnte sich jedoch nur eine Runde auf Platz 3 halten, bevor er von mehreren Fahrern überholt wurde. Erst ging Vergne vorbei, dann Buemi und schließlich auch di Grassi. Während sich im gesamten Feld zahlreiche Überholmanöver ereigneten, setzte sich Abt an der Spitze Stück für Stück von Turvey ab, der seinerseits die anderen Fahrer aufhielt.

Nach zehn Runden gingen erst di Grassi und wenig später auch Buemi an Vergne vorbei. Di Grassi machte kurzen Prozess mit dem Zweitplatzierten Turvey und ging am NIO vorbei - die Doppelführung für Audi. Zwischen Buemi entbrannte ein packendes Duell, das sich durch das gesamte Rennen zog. In Runde 20 ging Vergne mit einem harten Manöver wieder am Schweizer vorbei. Turvey, der etwas mehr Energie verbraucht hatte, eröffnete die Boxenstopps eine Runde vor dem Rest des Feldes.

Verzögerung beim Boxenstopp bringt Abt in die Bredouille

Anschließend kam die Spitzengruppe zum Fahrzeugwechsel an die Box. Abts Stopp verzögerte sich bei der Garagenausfahrt, sodass er nur ganz knapp vor Teamkollege di Grassi wieder auf die Strecke zurückfuhr. "Buemi kam an die Box, deshalb mussten wir kurz warten, sonst wäre es ein Unsafe Release gewesen", sagte Abt auf der Pressekonferenz kurz nach Rennschluss. Turvey konnte Platz 3 behaupten, während Buemi in der Boxengasse erneut an Vergne vorbeikam.

Abt spürte nach dem suboptimalen Boxenstopp den Atem seines Teamkollegen im Nacken, der zwischenzeitlich nur 0,7 hinter ihm fuhr. Der Deutsche ließ sich jedoch nicht aus der Fassung bringen und baute seinen Vorsprung erneut aus - am Ende bis auf 6,7 Sekunden.

In der Folge wurde das Rennen ein bisschen ruhiger. Die beiden Audi-Piloten bauten ihren Vorsprung auf den Rest des Feldes auf zwischenzeitlich mehr als zehn Sekunden aus und fuhren ihren Doppelsieg ungefährdet nach Hause. Buemi griff schließlich Turvey in Kurve 10 an und setzte sich resolut durch. Vergne nutzte die Situation aus und ging ebenfalls am Briten vorbei, der fortan nur noch Fünfter war. Wenig später griff Vergne Buemi abermals mit harten Bandagen an und konnte sich wieder durchsetzen. Der Weg aufs Podium war geebnet.

Dreher von Lopez kurz vor Schluss

Zwei Runden vor Schluss kam es noch zu einem Aufreger in Kurve 1: Nelson Piquet jr. und Jose Maria Lopez verbremsten sich im Duell und verpassten die Kurve. Dadurch schlüpften einige andere Piloten durch. Vor dem Eingang in den Tunnel wurde Lopez auch noch von Rosenqvist gedreht und weiter durchgereicht. Weiter vorn machte Vergne noch einmal Jagd auf die schnellste Runde, doch auch in dieser Disziplin war Abt stärker. So fuhr der Deutsche seinen verdienten Sieg ein und ließ sich vor einer beeindruckenden Zuschauermenge in Tempelhof feiern.

Durch den Doppelsieg hat Audi Platz 2 in der Teamwertung übernommen. Bei den Fahrern hat Jen-Eric Vergne nun ganze 40 Punkte Vorsprung und ist bei drei noch ausstehenden Saisonläufen nur noch schwer aufzuhalten - der erste Formel-E-Titel für den Franzosen ist in greifbarer Nähe. Daniel Abt hat seinerseits Sebastien Buemi überholt und liegt als neuer Gesamtvierter nur noch einen Punkt hinter Felix Rosenqvist. Der nächste E-Prix findet am 10. Juni in Zürich statt.

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

Das provisorische Rennergebnis zum Berlin E-Prix

von Timo Pape 

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