Stoffel-Vandoorne-Mercedes-Berlin

Formel E in Berlin: Vandoorne holt 1. Pole-Position für Mercedes, Rast startet als 3.

Stoffel Vandoorne hat sich im letzten Qualifying der Formel-E-Saison in Berlin die Pole-Position gesichert - die erste überhaupt für Mercedes-Benz EQ. Der Belgier setzte sich knapp gegen Nissan-Fahrer Sebastien Buemi durch. Rene Rast im Audi schnappte sich nach einer erneut starken Qualifikation den dritten Startplatz. Die Topfahrer der Meisterschaft werden abermals vom Ende des Feldes an den Start gehen.

Wie schon in den vergangenen Tagen warteten die Fahrer der ersten Quali-Gruppe so lange wie möglich, bevor es auf die Strecke ging - allerdings nicht zu lang, wie am Mittwoch. Maximilian Günther bestätigte seine Topform aus dem Freien Training und fuhr die schnellste Runde seiner Gruppe. Antonio Felix da Costa, Andre Lotterer, Jean-Eric Vergne und Mitch Evans reihten sich in dieser Reihenfolge allesamt mit ordentlichen Runden hinter dem Deutschen ein.

Lediglich Vortagessieger Oliver Rowland leistete sich in Sektor 2 einen gröberen Fehler und wurde mit einer halben Sekunde Rückstand auf Platz 5 Letzter. Günthers Rundenzeit war allerdings mehr als eine Sekunde langsamer als seine eigene Bestzeit im Training - die Strecke war also deutlich langsamer als noch am Mittag und wies in Gruppe 1 einmal mehr sehr wenig Grip auf.

Das änderte sich bereits in Gruppe 2. Der Kurs wurde deutlich griffiger, sodass alle sechs Fahrer erheblich schneller waren als die Topfahrer der Meisterschaft. Die schnellste Rundenzeit setzte Sebastien Buemi. Stoffel Vandoorne gelang ebenfalls eine gute Runde, die ihn auf Platz 2 brachte. Hinter ihm qualifizierten sich die drei Audi-betriebenen Fahrzeuge von Robin Frijns, Lucas di Grassi und Sam Bird. Alex Sims war der Langsamste seiner Gruppe, landete aber dennoch als Sechster vor Teamkollege Günther, der bereits keine Chance mehr auf die Super-Pole hatte.

Rast verpasst Gruppensieg nur knapp

In Gruppe 3 sorgte schon wieder Rene Rast für erstaunte Gesichter: Mit weniger als einer Zehntelsekunde Rückstand reihte er sich als Zweiter hinter Buemi ein - wieder eine starke Quali-Runde, wieder schneller als Teamkollege di Grassi. Auch Nyck de Vries überzeugte auf Rang 4 einmal mehr. Edo Mortara, Alex Lynn und Neel Jani sortierten sich solide zwischen Frijns und di Grassi auf den Positionen 6 bis 8 ein. Jerome d'Ambrosio enttäuschte mit Position 12.

Der schnellste Pilot in Gruppe 4 war Sergio Sette Camara im Dragon, der als Neunter abermals überzeugte und Teamkollege Nico Müller (22.) deutlich schlug. Felipe Massa qualifizierte sich mit einer ordentlichen Runde als Elfter, direkt vor Tom Blomqvist und Oliver Turvey. Daniel Abt wurde gut zwei Zehntelsekunden hinter seinem Teamkollegen 17.

Somit zogen die folgenden sechs Fahrer in die Super-Pole ein: Buemi, Rast, Vandoorne, de Vries, Frijns und Mortara. Der erste Meisterschaftspunkt des Tages ging an Gruppensieger Buemi.

Vandoorne schlägt Buemi

Edo Mortara eröffnete die Super-Pole mit einer wenig berauschenden Runde. Robin Frijns war anschließend schon knapp zwei Zehntelsekunden schneller als der Venturi-Pilot. Nyck de Vries startete seine Runde mit einem starken ersten Sektor und war auch im zweiten Abschnitt sehr schnell. Am Ende reichte es zur provisorischen Pole-Position für den Mercedes-Piloten.

Sein Teamkollege Stoffel Vandoorne machte es allerdings noch besser: Mit absoluten Bestzeiten in den Sektoren 2 und 3 übernahm der Belgier die Spitze mit zweieinhalb Zehnteln Vorsprung. Dann kam Rene Rast. Der Audi-Pilot drehte erneut eine schnelle Runde, doch an die Zeit von Vandoorne kam er nicht heran - zwischenzeitlich der zweite Platz für ihn. Als Letzter ging Buemi auf die Strecke und war schnell - jedoch nicht schnell genug. Der Nissan-Fahrer landete auf Platz 2. Die letzte Pole-Position der Saison ging demnach an Mercedes-Pilot Vandoorne.

Im Kampf um die Vizemeisterschaft hat Sebastien Buemi vor dem Saisonfinale (19 Uhr) die besten Karten, da alle Fahrer, die in der Gesamtwertung vor ihm liegen, von sehr weit hinten starten. Seine ärgsten Konkurrenten sind vor dem Rennen Stoffel Vandoorne und Robin Frijns - sofern nicht einer der Topfahrer die Aufholjagd des Jahres hinlegen wird. Eurosport überträgt das letzte Rennen 2020 live im TV, wir bieten dir wie immer unseren Formel-E-Live-Ticker an.

>>> zu den Ergebnissen des Formel-E-Qualifyings von Berlin und zur Startaufstellung

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

Video: Die Highlights des letzten Qualifyings von Berlin

von Timo Pape  

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Kommentar von Helmut |

Meiner Meinung nach ist das derzeitige Qualiformat Mist. 90% der Zeit stehen die Autos in den Boxen und am Ende sich auf der Strecke im Weg rum. Unnütze Zeitverschwendung. Ich schau mir das gar nicht mehr an, weil es eh eine Farce ist. Dass die in der Meisterschaft vorne liegenden Fahrer tendenziell einen Nachteil haben ist meiner Meinung nach okay, aber nicht dass Gruppe 1 nur mit Glück unter den Top 10 sich qualifizieren kann.
Ich weiß zwar nicht wie man es besser und gerechter machen kann, aber so ist das nix.

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