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Formel E in Berlin: Vergne holt Pole-Position am Samstag, Günther auf Startplatz 2

Jean-Eric Vergne hat sich die Pole-Position zum Samstagsrennen der Formel E in Berlin-Tempelhof geholt. Der Meister von 2018 und 2019 nahm der gesamten Konkurrenz fast eine halbe Sekunde ab und setzte einen beeindruckenden neuen Streckenrekord. Maximilian Günther schaffte es im BMW auf den zweiten Startplatz vor Jerome d'Ambrosio. Der Gesamtführende, Antonio Felix da Costa, zeigte erstmals leichte Schwächen und schaffte es gerade so in die Top 10.

In der ersten Gruppe gingen wie immer die Top 6 der Meisterschaft auf die Strecke. Diesmal war es jedoch nicht Antonio Felix da Costa, der die Konkurrenz schockte, sondern Stoffel Vandoorne. Der Mercedes-Pilot brach "aus dem Stand" den Streckenrekord und nahm dem Favoriten im DS mehr als zwei Zehntelsekunden ab. Nichtsdestotrotz kam Felix da Costa auf Platz 2. Lucas di Grassi überzeugte erneut und schlug als Dritter sogar Sebastien Buemi mit gut zwei Zehnteln Vorsprung. Mitch Evans und Sam Bird schlossen sich mit enttäuschenden Runden an.

In Gruppe 2 meldete sich der (noch) amtierende Meister mit einer beeindruckenden Runde zurück: Jean-Eric Vergne unterbot den Streckenrekord abermals und übernahm die Führungsposition. Auch Max Günther zeigte eine starke Runde und sortierte sich als Dritter hinter Vandoorne ein, dicht gefolgt von Landsmann Andre Lotterer, der Porsche wie schon am Mittwoch jubeln ließ. Felix da Costa plötzlich nur noch Fünfter! Oliver Rowland schob di Grassi als Sechster aus den Super-Pole-Rängen. Edo Mortara wurde Achter, Alex Sims nur Zehnter.

Favorit Felix da Costa verpasst die Super-Pole

Nyck de Vries musste sich zum Auftakt von Gruppe 3 diesmal seinem Mercedes-Teamkollegen geschlagen geben - auch während eines seitlichen Mauerkontakts. Zunächst Rang 5 für den Youngster, der damit allerdings immer noch schneller als Felix da Costa war. Jerome d'Ambrosio warf den Portugiesen schließlich aus der Super-Pole und untermauerte seine starke Tagesform als Dritter. Robin Frijns war jedoch noch schneller und landete direkt vor d'Ambrosio. Felipe Massa wurde mit einer Bestzeit in Sektor 2 Elfter, und James Calado schlug als 15. seinen Teamkollegen Evans. Daniel Abt stellte sich als Letzter an.

In der vierten Gruppe überzeugte wie schon am Donnerstag Alex Lynn: Der Formel-E-Rückkehrer stellte seinen Mahindra auf den dritten Platz und schob damit Lotterer aus den Top 6. Ebenfalls beeindruckend: Sergio Sette Camara, der es im Dragon auf Rang 12 schaffte. Neel Jani beendete das Qualifying als 18. Rene Rast kam erneut nicht an die Performance seines Teamkollegen heran und landete nur auf Platz 21. Noch enttäuschender waren jedoch Nico Müller und Oliver Turvey, die auf den Positionen 23 und 24 die Tabelle abschlossen.

In die Super-Pole zogen demnach folgende sechs Fahrer ein: Vergne, Vandoorne, Lynn, Frijns, d'Ambrosio und Günther. Der Extrapunkt für den Gruppensieg ging an DS-Pilot Vergne. Teamkollege Felix da Costa schaffte nur den neunten Platz.

Günther stark, doch Vergne findet seine Form wieder

Max Günther eröffnete die Super-Pole mit einer starken Runde, gerade in Sektor 1. Im dritten Abschnitt kam er allerdings nicht an seine eigene (absolute) Bestzeit aus der Gruppenphase heran. D'Ambrosio schaffte die Zeit des Deutschen nicht ganz, obwohl er in den Sektoren 2 und 3 schneller war. Auch Robin Frijns zeigte Nerven, zwei wilde Drifts und verlor viel Zeit im letzten Streckenabschnitt. Mit vier Zehntelsekunden Rückstand musste er sich hinten anstellen.

Lynn setzte im zweiten Sektor zwar eine Bestzeit, schaffte es aber nur auf den dritten Platz hinter Teamkollege d'Ambrosio, denn auch der Mahindra-Fahrer ließ gegen Ende seiner Runde Zeit liegen. Günther noch immer auf der provisorischen Pole, doch nun kamen die beiden Favoriten.

Vandoorne kam in Sektor 1 jedoch nicht ganz an Günther heran und ließ auch im zweiten Abschnitt eine Zehntelsekunde liegen. Letztlich schaffte es der Belgier wegen eines Verbremsers in Kurve 6 nur auf den dritten Platz. Dann lag es am Champion - und Vergne ließ keine Zweifel. Mit Bestzeiten in allen drei Sektoren sicherte er sich nicht nur den neuen Streckenrekord (1:06.277 Minuten), sondern auch die Pole-Position zum Samstagsrennen in Berlin.

Weil de Vries eine Strafversetzung erwartet, geht Felix da Costa nur als Achter ins Rennen um 19 Uhr. Es ist somit eher unwahrscheinlich, dass sich der Portugiese schon am Samstag den Titel sichern kann. Doch auch davon abgesehen verspricht die Startaufstellung ein spannendes Rennen, bei dem Vergne in der Favoritenrolle ist.

>>> zu den Ergebnissen des Formel-E-Qualifyings von Berlin & zur Startaufstellung

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

von Timo Pape  

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