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Formel E in Diriyya: BMW-Pilot Alex Sims feiert Premierensieg in Saudi-Arabien

Alexander Sims hat das zweite Saisonrennen der Formel E in Saudi-Arabien gewonnen. Teamkollege Maximilian Günther kam auf Rang zwei, erhielt aber eine nachträgliche Zeitstrafe, die ihn aus den Punkten warf. Neuer Zweiter wurde dadurch Audi-Pilot Lucas di Grassi. In einem äußerst turbulenten Rennen machte Stoffel Vandoorne vom neuen Mercedes-Team das Podium komplett.

Schon kurz vor dem Rennen gab es den ersten Schreckmoment für Jerome d'Ambrosio: Der Mahindra-Pilot kam auf dem Weg vom "Dummy-Grid" zur finalen Startaufstellung nicht von seinem vierten Startplatz los und musste von den Streckenposten zur Seite geschoben werden. Der Belgier konnte somit nicht zum zweiten Saisonlauf starten.

Am Start behauptete Alex Sims seine Pole-Position und bog als Erster in Kurve 1 ein. Auch auf den Positionen hinter ihm tat sich zunächst nichts. Jean-Eric Vergne kam bereits nach zwei Minuten an die Box, um seine 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe für einen Batteriewechsel abzusitzen. Sims konnte sich an der Spitze derweil etwas absetzen - Sebastien Buemi, Lucas di Grassi und Antonio Felix da Costa folgten mit gut zwei Sekunden Rückstand.

Felix da Costa dreht Buemi

Nach etwa acht Minuten überholte Felix da Costa in Kurve 18 di Grassi und schnappte sich den dritten Platz. Der Audi-Pilot hatte sich am Ende der langen Geraden verbremst. Nach gut zehn Minuten holte sich Sims als Erster seinen Attack-Mode - die Rennleitung gab abermals zwei Aktivierungen à vier Minuten für das Rennen vor - und baute seinen Vorsprung aus. Vortagessieger Sam Bird ging indes an Mitch Evans vorbei. Der Brite nun schon wieder auf Rang 4.

Dann die nächste böse Überraschung für Buemi: Felix da Costa drehte den Nissan-Piloten, der dadurch schräg auf der Strecke stand und bis auf Rang 14 zurückfiel. Obwohl von hinten diverse Autos im Renntempo um die Kurve kamen, fuhr Buemi quer über die Ideallinie. Eine gefährliche Aktion des Schweizers, die eine 10-Sekunden-Zeitstrafe nach sich ziehen sollte. Doch auch Felix da Costa wurde als Verursacher der Situation später mit einer Durchfahrtsstrafe belegt. Daniel Abt erhielt ebenfalls eine Durchfahrtsstrafe für einen Verstoß gegen die neue "Throttle Map"-Regelung.

Das Chaos beginnt

Es wurde noch turbulenter: Zunächst überholte di Grassi Felix da Costa, bevor der Portugiese konterte. Direkt dahinter gerieten wenig später Bird und Evans aneinander. Der Jaguar-Pilot brachte den Gesamtführenden ins Schleudern, Bird krachte in die Mauer. Eine Kurve später schob auch noch Pascal Wehrlein den langsamen Bird an, der zum zweiten Mal und nun endgültig in der Streckenbegrenzung landete. Wehrlein nahm Schaden an der linken Front, konnte aber zunächst weiterfahren. Evans hingegen musste zur Reparatur an die Box kommen und fiel ans Ende des Feldes zurück. Zudem sollte er später noch eine Durchfahrtsstrafe für die Aktion erhalten. Das Safety-Car kam auf die Strecke.

Nach einigen Minuten ging es mit folgender Reihenfolge weiter: Sims, Felix da Costa, di Grassi und Günther. Beim Restart sollte es jedoch gleich wieder wild zugehen: Während einige Fahrer den Attack-Mode aktivierten, überholte Günther di Grassi und Vandoorne - noch unter Safety-Car-Bedingungen und mit Fremdkontakt! - und war nun Dritter. Di Grassi holte sich Platz 3 jedoch wenig später zurück. Dann trat Felix da Costa seine Durchfahrtsstrafe an und fiel weit zurück. Sims nun vor di Grassi und Günther.

Dann erwischte es auch noch Robin Frijns: Der Niederländer verlor schlichtweg die Kontrolle über sein Fahrzeug und krachte gegen die Wand. Da auch der zweite Virgin an einer gefährlichen Stelle zum Stehen kam, entließ die Rennleitung zum zweiten Mal das Safety-Car auf die Strecke. Kurioserweise gab die Rennleitung das Rennen wieder frei, als das Auto von Frijns noch am Abschleppkran hing. Rennleiter Scot Elkins sah dies offenbar erst im TV-Bild und sprach gerade noch rechtzeitig Full-Course-Yellow aus, bevor die Fahrer im Renntempo die Unfallstelle erreichten.

Packende Duelle in der Schlussphase

Beim Restart - noch gut acht Minuten auf der Uhr - wappnete sich di Grassi mit dem Attack-Mode und verlor dabei zunächst zwei Positionen gegen Günther und Vandoorne. In Kurve 18 bekam di Grassi zumindest Platz 3 von Vandoorne zurück, denn beide waren unerlaubterweise bei Überholverbot am Brasilianer vorbeigegangen. Günther gab seine beiden gewonnenen Positionen hingegen nicht zurück, was am Ende Konsequenzen haben sollte. Sims konnte seinen Vorsprung an der Spitze derweil weiter ausbauen und seine Restenergie managen.

Weiter hinten im Feld kam es zu einigen packenden Duellen und Überholmanövern. In der Spitzengruppe passierte hingegen nicht mehr viel. Alex Sims sicherte sich somit ungefährdet seinen ersten Formel-E-Sieg überhaupt. Günther machte zunächst den Doppelsieg für BMW perfekt, wenngleich der Deutsche einige Stunden nach Rennschluss wegen seines Überholmanövers unter Safety-Car-Bedingungen eine 24-Sekunden-Zeitstrafe erhielt. Di Grassi und Vandoorne komplettierten somit letztlich das Podium. Bemerkenswert: Auch Daniel Abt sowie die Neulinge James Calado und Brendon Hartley kamen trotz schwieriger Rennen noch in die Punkte.

In der Meisterschaft hat Sims die Gesamtführung übernommen. Auf Platz 2 folgt Mercedes-Pilot Stoffel Vandoorne, der sich mit zwei Pokalen in Diriyya in der Spitze der Formel E etablierte. Freitagssieger Bird ist nach seinem Ausfall am Samstag nur noch Gesamtdritter. Bei den Teams hat tatsächlich Mercedes nach seinem allerersten Formel-E-Wochenende die Führung übernommen. Zweiter ist das Audi-Kundenteam Virgin vor BMW und Audi. Der amtierende Meister, DS Techeetah, ist mit bislang sieben Punkten nur Neunter.

>>> zum Rennergebnis der Formel E in Saudi-Arabien (Samstag)
>>> zur Gesamtwertung der Formel E (Fahrer & Teams)

Foto: BMW Motorsport

von Timo Pape 

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Kommentar von Derbe_klopp_te |

Also ich muss schon sagen, ich bin entsetzt von der Rennleitung.
Wie kann man über 30 min brauchen einen Frühstart von Massa zu erkennen.
Wie kann man eine Strecke Freigeben, ohne dass das auto, was die SC-Phase ausgelöst hat, von der Strecke ist.
Wie kann es sein, dass keiner weiß, ab wann das REnnen freigegeben ist.
Wieso sagt man Lotterer in der SC-Phase nicht, dass er den Platz zurückgeben soll. Ich bin mir sicher er war in einem BEschleunigungsduell, als das SC ausgerufen wurde und keine wusste wer zum richtigen Zeitpunkt vorne war.
Das war einfach ne Glatte 6.
Ich bin mir sicher, dass sich da auch viele Fahrer beschweren werden. Grund genug haben sie

Kommentar von Derbe_klopp_te |

Ach und nochwas. Ich gehe mal davon aus, dass die Regeln hier gleich sind, wie bei der F1.
Evans war nunmal mit einem wesentlichen Teil des autos neben Bird, als dieser die Tür zugemacht hat. Da ist doch eher Bird zu bestrafen!!!

Kommentar von andrenuff |

Sehe die Schuld auch eher bei Bird.Für mich allerdings war es ein normaler Rennunfall, hätte da niemanden bestraft.

Die Rennleitung war heute echt nicht auf der Höhe

Kommentar von Kev |

Ich verstehe nicht, warum man Massa erst 30 Minuten nach dem Start eine Durchfahrtstrafe aufbrummt für ein Vergehen am Start, hätte er am Anfang diese Strafe bekommen, hätte er eventuell noch punkten können, doch kurz vor Rennende bis zum Ende zurückzufallen wegen eines vergehens am Start ist ein Unding.

Zumal letztes Jahr zum Saisonauftakt Da Costa ebenfalls nicht korrekt in seiner Startbox stand, dafür gab es nicht mal eine Untersuchung. Einfach Schade, wie man sich ein Rennergebnis mit willkürlich Strafen zurecht würfelt wie es der Rennleitung passt. Für die ohnehin umstrittene Serie nicht förderlich!

Kommentar von Tobias Wirtz |

Im Urteil der Rennkommissare steht: "Der Fahrer war nicht auf der korrekten Startposition." Leider haben wir weder im TV-Bild noch in einer Wiederholung sehen können, wie Massa beim Start genau gestanden hat.

Felix da Costa stand meines Wissens nach letztes Jahr beim Start zwar schief, jedoch innerhalb seiner definierten Startbox.

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