ePrix von Moskau

Formel E in Moskau. Piquet jr. gewinnt vor Lucas di Grassi

Eine Rennstrecke direkt vor dem Kreml, Autogrammstunde und Podium auf dem Roten Platz: Die Zuschauer in Moskau erlebten eine beeindruckende Premiere der Formel E in Russlands Hauptstadt. Dabei konnte Nelson Piquet jr. seinen zweiten Saisonsieg erringen und damit seine Führung in der Meisterschaft weiter ausbauen.

Gleich am Start konnte Piquet jr. von Platz 2 gestartet sich an Vergne vorbei beschleunigen. Vergne konnte seine Pole Position nicht nutzen. Mit durchdrehenden Rädern bekam er die Leistung seines Spark-Renaults nicht auf die Strasse und wurde von Piquet jr. bereits in Kurve 1 überholt.

Anschließend baute Piquet jr. seine Führung kontinuierlich aus. Zwar verbrauchte Piquet mehr Energie als seine Gegner, die wie in den letzten Rennen bereits üblich, mit dem ersten Auto versuchten Energie zu sparen und musste demzufolge auch als erster in die Box um das Auto zu wechseln. Den erreichten Vorsprung konnte Piquet jr. so bis zum Ende des Rennens verteidigen. Einzig Lucas di Grassi hätte Piquet jr. noch einholen können, bekam aber Probleme mit der Batterie Temperatur des zweiten Autos und konnte so nicht mehr die volle Leistung abrufen. So musste sich di Grassi mit zwei Sekunden hinter Piquet jr. geschlagen geben und sich mit Platz zwei begnügen.

„Der Erfolg heute war genau die richtige Antwort auf das Rennen in Berlin. Wir haben allen gezeigt, dass wir nicht aufgeben und zu jeder Zeit gewinnen können“, sagte Lucas di Grassi. Dennoch war der Brasilianer nicht vollkommen glücklich. „Ich hatte noch jede Menge Energie übrig und hätte Nelson nur allzu gern attackiert. Wir werden uns jetzt bis zum nächsten Rennen genau anschauen, was die Ursache dafür ist.“

Den dritten Platz in der Zieldurchfahrt sicherte sich Sebastien Buemi mit 11 Sekunden Abstand. Dabei hatte Buemi in der Box aufgrund eines Missverständnis gut 10 Sekunden verloren. Sein Team hatte für die Mindestboxenstopzeit versehentlich 10 Sekunden zu viel auf dem Plan stehen. So stand Buemi anstelle 60 Sekunden ganze 68 Sekunden in der Box. Zu guter letzt bekam Buemi dann noch nach dem Rennen eine 29 Sekunden Zeitstrafe weil sein Team in beim losfahren aus der Box beinah mit Nick Heidfeld kollidieren lies. Somit langte es am Ende für Buemi nur für Platz 9. Durch die verlorenen Punkte fällt Buemi in der Gesamtwertung wieder hinter Lucas di Grassi auf Platz drei. Allerdings bekam Buemi noch zwei Extra Punkte für die schnellste Runde, die eigentlich an Jean-Eric Vergne hätte gehen müssen. Dieser hatte aber die Schikane geschnitten, so das die Rennleitung die Rundenzeit nicht anerkannte.

Glücklich schätzen konnte sich demnach Nick Heidfeld, der durch die Strafe für Buemi seinen ersten Podiumsplatz ergattern konnte. Auch wenn er ihn nicht live geniessen konnte, so bringen ihn die erhalten Punkte immerhin ans Ende der Top Ten in der Fahrerwertung.

Daniel Abt steuerte in Moskau wichtige Punkte zur ebenfalls noch offenen Teammeisterschaft bei. Der Deutsche erwischte einen perfekten Start, verteidigte seine Position und belegte im Ziel den fünften Rang. Es war die sechste Punktlandung in neun Rennen und das zweitbeste Saisonresultat. „Kein Pokal wie in Miami, aber immerhin nach zwei schwierigen Rennen wieder ein gutes Ergebnis“, sagte Daniel Abt. „Ich hatte einen super Start und konnte zwei Autos überholen. Danach war es ein Rennen ohne besondere Vorkommnisse – aber das war mir auch ganz recht.“

Einige kleiner Unfälle gab es, bei dem das Safety-Car nicht auf die Strecke kommen musste. So drehte sich Bruno Senna in Kurve 1 und schlug mit dem Heck in die Mauer ein und verlor seinen Heckflügel. Dieser musste anschließend von der Strecke entfernt werden. Auch Trulli verlor seinen Heckflügel, als ihm Loic Duval in der Haarnadelkurve hinten ins Auto fuhr. Bei dieser Aktion konnte sich Justin Wilson an beiden vorbei mogeln und den 10 Platz erobern. Immerhin ein Punkt bei seiner Formel-E-Premiere für das Team Andretti.

Am 27. und 28. Juni werden in London die beiden letzten Rennen der Saison ausgetragen. Lucas di Grassi rückt vor dem Showdown auf den zweiten Rang der Gesamtwertung vor und hat einen Rückstand von 17 Punkten auf den Tabellenführer. Pro Rennen gibt es 25 Punkte zu holen, zusätzlich gibt es drei Zähler für die Pole-Position und zwei für die schnellste Rennrunde. Daniel Abt ist mit seinem Ergebnis in Moskau wieder der Sprung in die Top Ten der Meisterschaft gelungen. In der Teamwertung liegt ABT Sportsline ebenfalls wieder auf der zweiten Position.

 

Der ePrix von Moskau

von Christian Lehmann  

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