Sebastien-Buemi-New-York

Formel E in New York: Buemi holt Pole-Position, Vergne disqualifiziert!

Sebastien Buemi hat sich die Pole-Position zum ersten Finallauf der Formel E in New York geholt. Der Schweizer setzte sich mit mehr als einer halben Sekunde Vorsprung auf den Zweitplatzierten Mitch Evans im Jaguar durch. Dritter wurde der zweite Renault von Nico Prost vor Jerome d'Ambrosio und Daniel Abt. Die Schlagzeile der Qualifikation lautet jedoch: Die Bestzeit des Gesamtführenden Jean-Eric Vergne wurde gestrichen, weil der Franzose zu viel Energie genutzt hatte. Er startet somit vom Ende des Feldes, während Titelrivale Sam Bird von Position 14 ins Rennen gehen wird.

Die Qualifikation begann mit den Top 5 der Meisterschaft, und Vergne ließ direkt die Muskeln spielen. Mit Bestzeiten in allen drei Sektoren setzte er sich durch und ging als Erster aus der Gruppe. Buemi folgte auf Platz 2, Lucas di Grassi als Dritter. Bird hingegen hatte Schwierigkeiten und kam nur auf Rang 4, der am Ende zu Startplatz 14 reichen sollte. Felix Rosenqvist schloss die Gruppe als Letzer ab.

In Gruppe 2 zeigte auch der zweite Techeetah-Pilot sein Potenzial: Andre Lotterer war in den ersten beiden Sektoren sogar der Schnellste, blieb letztlich aber knapp hinter Vergne - Doppelführung nach zwei Gruppen für Techeetah. Abt lieferte ebenfalls eine starke Runde ab und qualifizierte sich als Dritter, direkt vor Mitch Evans. Oliver Turvey konnte hingegen nicht an der Qualifikation teilnehmen, da er sich im Training die Hand gebrochen hatte. Dann bahnte sich die Hiobsbotschaft bereits an: Die Rennleitung meldete Vergne und Lotterer als "under investigation", weil sie womöglich den maximalen Energie-Output überschritten hatten...

In der dritten Gruppe konnte allein Jerome d'Ambrosio überzeugen, der Buemi als Fünfter zunächst aus der Super-Pole verdrängte. Die beiden Deutschen Maro Engel und Nick Heidfeld lieferten ebenfalls ordentliche Runden ab. Sie starten am Ende von den Plätzen 8 beziehungsweise 10.

Drama für Techeetah

Während Gruppe 4 auf die Strecke ging, bestätigte die Rennleitung: Alle Qualifying-Zeiten von Vergne und Lotterer würden gelöscht, weil beide Techeetah-Piloten den maximalen Energie-Output von 200 kW überschritten hatten. Statt einer Doppelteilnahme in der Super-Pole starten somit beide von ganz hinten. Nicht nur Bird profitiert dadurch erheblich - startet er doch nun einige Plätze vor seinem Titelrivalen. Auch Audi hat nun die Chance, in der Teamwertung noch näher an Techeetah heranzurücken.

In Gruppe 4 passierte ansonsten nicht viel Erwähnenswertes. Stephane Sarrazin rutschte seitlich in die Streckenbegrenzung, konnte aber weiterfahren, während Jose Maria Lopez die Gruppe mit Platz 7 als Schnellster beendete. Somit zogen Abt, Evans, d'Ambrosio, Buemi und Prost in die Super-Pole ein.

Im finalen Shoot-out hatte Buemi am Ende leichtes Spiel. Prost und d'Ambrosio brachten keine guten Runden zusammen, und auch Evans kam nicht an die Zeit des Vizemeisters heran. Am Ende hätte ihm nur noch Abt gefährlich werden können, doch auch der Deutsche leistete sich einen Verbremser und wurde nur Fünfter. Gerade mit Blick auf die Meisterschaft steht den Fans ein packendes vorletztes Saisonrennen in New York bevor.

Foto: Lou Johnson / Spacesuit Media

Das Ergebnis der Qualifikation

von Timo Pape 

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Kommentar von Christian |

Weiß jemand warum Vergne vom letzten Platz startet? Müsste er nicht noch vor Lotterer stehen? Wie kann es überhaupt passieren, dass man mehr als die erlaubte Leistung abrufen kann?

Kommentar von Tobias Wirtz |

Wegen eines Software-Konfigurationsfehlers wurde im Qualifying-Modus zuviel Energie von der Batterie abgerufen. Eigentlich sollte diese Umkonfiguration die Zuverlässigkeit des Antriebs erhöhen - so zumindest die offizielle Begründung von Techeetah-Teamchef Mark Preston.

Lotterer startet deshalb vor Vergne, weil beide Piloten (genau wie Turvey) im Qualifying gar keine gewertete Zeit haben. In einem solchen Fall wird die Rundenzeit aus dem letzten Freien Training zur Bestimmung der Startpositionen der Fahrer ohne Rundenzeit herangezogen. Und im FP2 war Turvey auf P8, Lotterer auf P11 und Vergne auf P14 - daher ist Turvey auf Startplatz 18, Lotterer auf Startplatz 19 und Vergne auf Startplatz 20 klassifiziert.

Kommentar von Christian |

Dankeschön für die Erklärungen

Kommentar von Tobias Wirtz |

Sehr gerne, nichts zu danken :)

NEUESTE NACHRICHTEN

Nissan-Buemi-in-Bern

Power-Ranking: Unsere Fahrer-Bewertung nach dem Swiss E-Prix

Der Formel-E-Lauf in der Schweiz bot Spannung bis in die letzte Kurve. Nach einem Unfall am Rennstart widerstand Jean-Eric Vergne (DS) den wiederholten Angriffen von Mitch Evans (Jaguar), der den ...
von Tobias Bluhm
Bern-Dragon-Bern

Bern: Günther fährt trotz Schäden auf Platz 5 & steigert seinen Marktwert

Beim Swiss E-Prix in Bern wiederholte Maximilian Günther am vergangenen Wochenende sein bislang bestes Karriereergebnis in der Formel E. Der 21-Jährige überquerte nach einem hart umkämpften Rennen zwar den Zielstrich ...
von Tobias Bluhm
Agag-Vergne-Eder-voestalpine-Trophy-Bern-Formula-E

Formel E: Jean-Eric Vergne ist erster Gesamtsieger der voestalpine European Races

Anzeige | Jean-Eric Vergne hat sich mit seinem dritten Saisonsieg am vergangenen Samstag in Bern nicht nur in eine exzellente Position für die Titelverteidigung Mitte Juli in New York gebracht. Sein ...
von Timo Pape
Venturi-Audi-Bern-Chase

Postkarte aus Bern: Die Paddock-Themen vom Formel-E-Wochenende

Von einer Massenkarambolage am Start über rundenlange Kämpfe um die Führung bis hin zu plötzlich einsetzendem Regen hatte der Formel-E-Lauf in Bern fast alles zu bieten, was sich Fans der ...
von Tobias Bluhm