Das Rennen in Punta del Este

Formel E in Punta del Este - Nachlese

Nelson Piquet jr. ist mit seiner Leistung in Punta del Este zufrieden. Immerhin errang er den ersten Podiumsplatz für sein Team (China Racing). Der Brasilianer setzte sich beim Start vor Jean Eric Vergne vom Team Andretti. Nach einer Beschädigung der Vorderradaufhängung musste er Sebastian Buemi und Nicolas Prost zwar vorbei lassen, konnte nach dem Boxenstopp aber wieder mithalten und erreichte - durch den Ausfall von Vergne und der Durchfahrtsstrafe von Prost - Platz zwei.

"Es war ein guter Start, dass Auto reagierte sofort und lag in der ersten Runde auch sehr gut", sagte Piquet. "Dann habe ich eine der Schikanen etwas zu hart genommen, weil ich mir einen Vorsprung herausfahren wollte und mir dabei die Vorderradaufhängung beschädigt. Danach haben wir nur noch versucht mitzuhalten. Das war der Grund warum wir so langsam waren und alle aufgehalten haben. Nach dem Boxenstopp war das Auto wieder in Ordnung und wir hatten wieder Speed bis zum Ende des Rennens", so Piquet.
"Zum Ende des Rennen schrie mich das Team an, ich solle Energie sparen. Ich fragte: Wie Energie sparen? Immer wenn ich bremste blockierten die Räder. (Anmerkung: Bei blockierenden Rädern kann keine Energie zurückgewonnen werden.) Das machte die Sache etwas kompliziert. Aber wir haben es geschafft und hatten Glück das Jean-Eric Probleme bekam. So haben wir den zweiten Platz erreicht und sind alle sehr glücklich damit. Das Team hat einen super Job gemacht und wir haben hart daran gearbeitet, von Rennen zu Rennen besser zu werden."

Jean-Eric Vergne mit gemischten Gefühlen

Nach der spektakulären Pole Position lief es auch im Rennen sehr gut für Jean-Eric Vergne - bis zwei Runden vor Schluss. Eine gebrochene Radaufhängung stoppte den Franzosen kurz vor dem Ziel.

"Es war ein tolles Wochenende und ich bin sehr glücklich darüber, beim Team Andretti in der Formel E zu sein. Ich hatte keinerlei Erwartungen. Als Rennfahrer will man einfach nur in ein Auto springen und gewinnen", sagte Vergne. "Ich hatte meine Hausaufgaben gemacht und versuchte so schnell wie möglich zu sein. Die Pole Position war großartig nach der ganzen Arbeit, die wir in der kurzen Zeit erledigt hatten. Leider im Rennen dann ..., solche Dinge passieren halt, wären wir Zweiter oder gar Erster geworden, wäre das ein hervorragendes Ergebnis gewesen. Insgesamt war es ein toller Einstand und ich bin sehr glücklich. Es war eine großartige Erfahrung und eine, die ich nur mit dem Team Andretti haben konnte."

Zum Rennen selbst sagte Vergne: "Mein Fanboost hat nicht funktioniert. Er hat sogar Motorleistung gekostet." Zu der gebrochenen Radaufhängung fügte Vergne hinzu:
"Ich habe keinen Kerb getroffen, die Mauer oder irgendetwas anderes berührt. Ich glaube, die Aufhängung dieser Boliden ist etwas fragil, aber ich habe gehört, dass sie das schon für das nächste Rennen ändern möchten."

Lucas di Grassi bleibt in Führung

Den dritten Platz sicherte sich Lucas di Grassi und erreichte somit nun bei jedem Formel E Rennen einen Platz auf dem Podium. Durch die 15 Punkte, die er für den dritten Platz erhält, bleibt di Grassi weiter Führender der Gesamtwertung. Das Team Abt musste seine Führung allerdings an das e.dams Team abgeben und listet so nur noch auf dem zweiten Platz.

Erste Punkte für TrulliGP

“Das ist ein vernünftiges Ergebnis für uns. Aus Teamsicht ein wichtiger Schritt, aber es schien bisher auch so, als sei ich einige Mal zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen”, so Jarno Trulli zu seinen beiden Ausfällen in Peking und Putrajaya. Teamkollegin Michela Cerruti war ebenfalls gut unterwegs und hätte es bis in die Punkteränge schaffen können, wäre da nicht die unglückliche Durchfahrtsstrafe für "zu schnelles Fahren in der Boxengasse" gewesen. Ein sicherlich vermeidbarer Fehler.

Radaufhängungen der Formel E zu schwach

Vergne und Piquet waren nicht die einzigen Fahrer im Feld, deren Vorderradaufhängungen brachen. Auch bei Bruno Senna und Stephane Sarrazin brach die Aufhängung. Ebenso konnte man beim Abflug von Matthew Brabham erkennen, dass sich die Vorderradaufhängung bei der ersten Berührung mit dem Randstein in seine Bestandteile auflöste. Bereits im ePrix von Putrajaya sahen wir, dass die Aufhängung am Auto von Nick Heidfeld bei einem relativ leichten Einschlag sofort zerstört wurde. In Peking traf Bruno Senna der gleiche Schaden, nach einer leichten Berührung mit einem Amlin Aguri in der ersten Runde. Hier muss die Formel E unbedingt nachbessern.

Was Punta del Este noch aufgezeigt hat: Es macht keinen Unterschied, in welcher Qualifying Gruppe gestartet wird. Jean-Eric Vergne hat gezeigt, dass der Vorteil in einer späteren Gruppe durch eine etwas sauberere Strecke nicht unbedingt gegeben ist.

Auch was die Mindestzeiten beim Boxenstopp angeht, scheint die FIA jetzt einzuschreiten. Es soll bereits beim Rennen in Buenos Aires ein grünes Licht an der Box angebracht werden, dass dem Fahrer signalisiert, wann er wieder losfahren darf. Mit dieser Maßnahme möchte man die Anzahl der Strafen verringern.

Der nächste ePrix ist in Buenos Aires findet am 10.01.2015 statt.
Hier gehts zur Streckenübersicht von Buenos Aires.

 

Lucas di Grassi

Lucas di Grassi

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