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Formel-E-Kommentar: Nico Prost, wir müssen reden…

Nico Prost, wir müssen reden. Reden über deine Performance in einem der besten Autos im Feld. Wir müssen reden über deine Fahrerkollegen, die ebenfalls mit Renault-Antrieben fahren. Und über deine Zukunft in der Formel E. Denn das ist keine Phase mehr.

Nach deinem beeindruckenden London-Doppelsieg von 2016 funktest du ekstatisch "Qui est le patron ici?" an dein Team - "Wer ist hier der Boss?" Und das aus guten Grund: Zwei schnellste Rennrunden, drei Pole-Positions und drei Siege standen schon damals hinter deinem Namen, hinzu kam der Aufwärtstrend in den Rennen zuvor - die Durchfahrtsstrafe in Long Beach, die dir einen vierten Platz gekostet hatte, mal ausgenommen.

Langsam aber sicher zähltest du zu den Großen der Formel E. Zwar stets im Schatten deines ewig starken Teamkollegen Sebastien Buemi, doch immer mit Anschluss an die Spitze. In der ersten Saison wurdest du Gesamtsechster, in der zweiten Saison Gesamtdritter, dann wieder Sechster - und jetzt?

Jetzt stehst du mit sieben Punkten aus den ersten vier Rennen auf dem vorletzten Platz der Fahrermeisterschaft. Während alle anderen Renault-Fahrer - Jean-Eric Vergne, Andre Lotterer und Sebastien Buemi - regelmäßig in die Top 5 fahren und teils um den Titel kämpfen, liegt dein Punktekonto seit Anfang Februar brach. Nico, wir müssen reden.

Auch über deine Zukunft in der Formel E. Mit der e.dams-Übernahme von Nissan ab Ende des Jahres bist du nämlich der Fahrer, der als erstes aus dem Kader genommen werden könnte. Schon im Marrakesch testete Mitsunori Takaboshi, ein 25 Jahre alter Nachwuchsfahrer aus der japanischen Formel 4, in deinem Fahrzeug. Hinzu kommt Nissan-Werksfahrer und Medienliebling Jann Mardenborough, der sich zuletzt in Paris nach Verträgen erkundigte.

Dein Vater Alain hat das Team kürzlich für Renaults Formel-1-Projekt verlassen. Schützenhilfe von dieser Seite gibt es also auch nicht mehr. Zwar gilt dein aktueller Vertrag auch noch für die kommende Saison, jedoch bedeutet dies in der schnelllebigen Welt der Formel E wohl herzlich wenig - gerade für Nissan.

Ich will noch keinen Verriss zu dir schreiben. Du hast für deinen Weg aus der Euroseries 3000 über die WEC und Formel 1 in die Formel E jede Menge Respekt verdient, besonders weil du erst mit 21 Jahren in den Motorsport eingestiegen bist. Doch langsam kommt deine Karriere an einen Punkt, an dem es in der Elektroserie aussichtslos scheint. Vergne gewinnt im baugleichen Auto die Meisterschaft, Lotterer fährt als Rookie Podestplätze ein, und Sebastien Buemi hat weiterhin Chancen auf eine Top-3-Platzierung in der Fahrerwertung. Und du begegnest NIO, Andretti und Dragon auf Augenhöhe.

Drei Rennen verbleiben noch. Das letzte Viertel der Saison. Noch vergibt die Formel E 87 Punkte in der Meisterschaft. Deine Fans erwarten ganz sicher keine plötzliche Siegesserie - aber wenn du dein Cockpit für das nächste Jahr nicht schon lange aufgegeben hast, wird es höchste Zeit für eine 180-Grad-Kehrtwende und brauchbare Ergebnisse. Sonst bist du schneller aus dem Formel-E-Fahrerlager verschwunden, als du "Wer ist hier der Boss?" fragen kannst.

Wie stehst du zu Nico Prosts Leistungen in dieser Saison? Hat er noch Chancen auf ein Cockpit in der nächsten Saison, oder ist der Zug für den Franzosen schon längst abgefahren? Lass uns deine Meinung in den Kommentaren wissen!

von Tobias Bluhm 

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Kommentar von EffEll |

Der Leistungsabfall ist erschreckend.
Zwar wundert es mich grundsätzlich, dass das Werksteam hinter der Pace des Kunden hinterherhinkt, aber Buemi fährt dennoch in einer ganz anderen Welt.
Ich sehe für ihn keine Zukunft. Sein Abfall liegt wohl auch ein bisschen darin begründet, dass das Fahrerfeld enger denn je ist. Er ist den Anforderrungen offenbar nicht mehr gewachsen...

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