Maximilian-Günther-BMW-Valencia-Test

Formel E: Max Günther & BMW wollen mit "Topergebnis in die Saison starten"

Am Freitag beginnt für die bayrisch-amerikanische Mannschaft von BMW i Andretti Motorsport die zweite Formel-E-Saison als Werksteam. Beim Doppelrennen von Diriyya (Saudi-Arabien) geht das Team erstmals mit der Fahrerpaarung Maximilian Günther und Alexander Sims an den Start und möchte den Grundstein für eine starke Saison 2019/20 legen.

Im Fokus steht neben dem neuen BMW iFE.20 vor allem ein junger Deutscher: Max Günther wechselte nach starken Leistungen in der Vorsaison von Dragon zu BMW und steht vor seinem Renndebüt als BMW-Werksfahrer in der Formel E. Der Allgäuer ist mit 22 Jahren der jüngste Stammfahrer im hochkarätigen Starterfeld der Elektroserie und will nun - erstmals in einem voraussichtlich siegfähigen Auto - ganz nach vorn.

"Ich freue mich sehr darauf, nach der ganzen Vorbereitung nun meine ersten Rennen für BMW i Andretti Motorsport bestreiten zu können. Jetzt gilt es, das Maximum aus unserem Paket herauszuholen und mit einem Topergebnis in die Saison zu starten", sagt Günther, der 2018 bei seinem Formel-E-Debüt in Saudi-Arabien 15. wurde. "Die Strecke in Diriyya macht mir sehr viel Spaß. Es geht bergauf, bergab und es gibt viele schnelle Kurven. Im kurvenreichen Mittelsektor liegt der Schlüssel für eine schnelle Rundenzeit. Auf der Gegengerade gibt es im Rennen eine gute Überholmöglichkeit."

Bei den dreitägigen Testfahrten im spanischen Valencia im Oktober absolvierte Günther mehr als 200 Runden in seinem BMW iFE.20 mit der Startnummer 28 und beendete jede Session auf einer Spitzenposition - am Ende sogar mit der absoluten Wochenbestzeit. Zur Vorbereitung auf den Saisonauftakt in Saudi-Arabien spulte er zudem viele Kilometer im Rennsimulator des Teams ab und fühlt sich bereit für seine zweite Formel-E-Saison.

"Der Test in Valencia war sehr produktiv, und ich habe mich im Auto sehr wohl gefühlt. Wir haben unser Testprogramm ohne große Probleme abgespult und sollten gut gerüstet sein. Wo wir wirklich stehen, sehen wir aber erst beim Saisonauftakt", meint Günther.

Alex Sims schwärmt von Diriyya: "Strecke hat 2 unterschiedliche Charaktere"

Teamkollege Alexander Sims geht am Freitag in sein zweites Formel-E-Jahr mit BMW. Saison 5 hatte der Brite mit Platz 2 in New York auf einem Hoch abgeschlossen. "Nach einer langen und intensiven Testphase fühlen wir uns gut auf Diriyya vorbereitet", erklärt Sims. "Im vergangenen Jahr hatten wir dort einen großartigen Saisonstart (Teamkollege Antonio Felix da Costa gewann für BMW, Sims wurde 18.). Hoffentlich läuft das Wochenende diesmal ähnlich gut."

Den Kurs in Saudi-Arabien lobt auch der Brite: "Die Strecke in Diriyya hat zwei unterschiedliche Charaktere. Die erste Passage erinnert mich ein wenig an die Berg-Sektion in Macau: sehr anspruchsvolle Kurven, sehr enge Straßen. Der zweite Teil ist dann weitläufiger und gerader mit härteren Bremszonen. Diese Kombination ist fantastisch", so Sims.

Teamchef Roger Griffiths, der bereits seit Saison 1 das Andretti-Team leitet, geht selbstbewusst, aber durchaus realistisch an die neue Saison heran: "Wir blicken dem Rennwochenende in Diriyya gespannt entgegen. Nach einem erfolgreichen Test in Valencia kehren wir an den Ort zurück, an dem wir in Saison 5 unseren Debütsieg gefeiert haben. Uns ist klar, dass all unsere Wettbewerber ebenfalls hart gearbeitet haben, und sind uns der großen Herausforderung, die vor uns liegt, bewusst."

Von seinem Fahrerduo ist Griffiths überzeugt: "Sowohl Alexander als auch Maximilian haben sich sehr konzentriert auf die ersten Rennen der Saison vorbereitet. Aufgrund der Regeländerungen zum Energieverbrauch während Rennzwischenfällen wird Energiemanagement wieder eine größere Rolle spielen. Der BMW-i-Antriebsstrang sollte seine hohe Effizienz also ausspielen können. Das 'Double-Header'-Format mit zwei Rennen an aufeinanderfolgenden Tagen macht unsere Arbeit etwas anspruchsvoller. Aber wir haben bei BMW i Andretti Motorsport eine erfahrene Crew, die auf diese Herausforderung gut vorbereitet ist", so Griffiths.

Rennstart am Freitag ist um 13:00 Uhr deutscher Zeit. Gleiches gilt für das zweite Rennen am Samstag. Eurosport überträgt sowohl das Qualifying als auch den E-Prix live im TV. Das ZDF bietet zum Rennen einen Live-Stream an. Alle Sessions kannst du ab 5 Uhr in der Nacht auf Freitag wie immer auch auf e-Formel.de im Live-Ticker verfolgen.

Track-Facts zum Diriyya E-Prix

 

Streckenlänge: 2,494 km. Fahrtrichtung im Uhrzeigersinn.
Kurven: 21 Kurven: 9 Links- und 12 Rechtskurven. Kurven 1-14 besonders interessant: schnell und flüssig, komplette Passage führt bergab und ist technisch sehr anspruchsvoll.
Streckenbelag: Teils wellig. Eine starke Bodenwelle auf der Hauptgerade. Neu eingefügte Drainagen sollen stehendes Wasser bei Regen verhindern.
Griplevel: Mittel. Sand auf der Strecke.
Streckenlayout: Sehr anspruchsvoll. Vor allem die flüssige und schnelle Passage zwischen den Kurven 1 und 14. Ein Fehler dort führt entweder zu einem beschädigten Fahrzeug oder großem Zeitverlust.
Reifenverschleiß: Mehr Belastung für die Hinterachse, vor allem hinten links.
Bremsenverschleiß:  Mittel bis niedrig. Aufgrund des flüssigen ersten Abschnitts wenige harte Bremszonen.
Attack-Zone: Der Attack-Mode wird zwischen den Kurven 18 und 19 auf der Außenbahn aktiviert.
Boxengasse: Neues Design im Vergleich zu Saison 5.
Unfallrisiko: Hoch. Safety-Car oder Full-Course-Yellow wahrscheinlich.
Schlüsselfaktoren: Energiemanagement, Qualifying-Position, gute Fahrzeugbalance (vor allen in T1-T14).

 

Tipp: Unter dem Titel "Racing into the future: Die Formel E als TechLab für die BMW Group" blickt BMW mit einer Dokumentation über das eigene Formel-E-Projekt auf die Test- und Entwicklungsphase bis zum ersten Sieg im ersten Formel-E-Rennen 2018 zurück. Die Dokumentation findest du auf Amazon im Stream.

Foto: Maximilian Günther PR

von Timo Pape  

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