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Formel-E-Meister Felix da Costa erhält Verdienstorden & könnte F1-Training bestreiten

Der frischgebackene Formel-E-Meister Antonio Felix da Costa wurde in der vergangenen Woche bei einer besonderen Zeremonie vom portugiesischen Staatsoberhaupt geehrt. Für seinen öffentlichen Verdienst um die Republik Portugal zeichnete ihn Präsident Marcelo Rebelo de Sousa mit dem Kommandeursorden aus. Felix da Costa warb in diesem Zuge für einen E-Prix in Lissabon. Zeitgleich scheint sich für ihn eine Chance auf die Formel 1 aufzutun.

Der 29-Jährige erhielt seinen Verdienstorden bei einer Veranstaltung am Donnerstag im Nationalpalast in Lissabon, dem ständigen Sitz des portugiesischen Staatspräsidenten. Über Instagram bedankte sich Felix da Costa anschließend für diesen "besonderen Tag" und schrieb: "Von unserem Präsidenten Marcelo Rebelo de Sousa mit dem Verdienstorden des Kommandanten-Grades ausgezeichnet zu werden, macht mich sehr stolz. Die Unterstützung, die ich von diesem Land bekomme, ist wirklich unglaublich und spornt mich an, mehr zu wollen. Vielen Dank, Portugal."

In den vergangenen zwei Jahren war Felix da Costas Teamkollege Jean-Eric Vergne, der 2017/18 und 2018/19 den Formel-E-Titel gewann, ebenfalls von staatlicher Seite geehrt geehrt worden. In persönlichen Briefen gratulierte ihm damals der französische Präsident Emmanuel Macron.

Felix da Costa nicht an F1-Cockpit interessiert - und könnte doch testen

Genau wie Vergne wurde offenbar auch Felix da Costa nach seinem Titelgewinn von Teams aus der Formel 1 kontaktiert. "Es gab einige Anrufe, Gerüchte und Nachrichten", erklärt er der portugiesischen Tageszeitung 'JN'. "Die Tür ist zwar geschlossen, aber nicht verschlossen. Trotzdem will ich gar nicht darüber nachdenken. Ich freue mich, dass die Formel 1 nach Portugal kommt. Ich werde dort sein, aber vor allem als Fan und um einige bekannte Gesichter zu sehen."

Mehrere Medienberichte legen derzeit jedoch genau das Gegenteil nahe: Offenbar befindet sich Antonio Felix da Costas Manager Tiago Monteiro in fortgeschrittenen Gesprächen mit mindestens zwei Teams über die Teilnahme am Formel-1-Rennen in Portimao, das am 25. Oktober stattfindet. "Es gibt Interesse von einigen Leuten, die ihn im Portugal Grand Prix sehen wollen", wird Monteiro etwa von 'Desporto ao Minuto' zitiert. "Ich kann keine Details verraten, aber (das Interesse) kann man nicht verschweigen. Wir dürfen seinen Vertrag mit DS nicht außer Acht lassen, aber alles ist möglich. Die Zeit wird zeigen, was passiert."

Ob es sich bei den Angeboten aus der Formel 1 um eine Testfahrt im Freien Training oder die Teilnahme am gesamten Wochenende handelt, ist ebenso unklar wie die Namen der Formel-1-Teams, die mit Felix da Costa in Kontakt stehen. In der F1-Saison 2010 gehörte er zum Testfahrer-Kader von Force India (inzwischen: Racing Point). 2012 nahm er für Red Bull am "Young Drivers' Test" in Abu Dhabi teil, nachdem der österreichische Getränkehersteller ihn in sein Nachwuchsprogramm aufgenommen hatte.

Formel-E-Meister träumt von Lissabon E-Prix

Unabhängig von der unerwarteten Formel-1-Gelegenheit möchte Felix da Costa künftig auch mit der Formel E in seinem Heimatland fahren. "Das ist mein nächstes Ziel: Lissabon ist in aller Munde, und es wäre unglaublich, ein Rennen zu Hause fahren zu können", sagt er bei 'JN'. "Ganz besonders unter den aktuellen Umständen, wenn wir Rennen und Meisterschaften gewinnen können. Ich weiß, dass der Wettbewerb in der Formel E immer umkämpfter wird, aber ich liebe solche Herausforderungen. Ich möchte meine Spuren hinterlassen."

Ob die Elektroserie eines Tages tatsächlich in Portugal gastieren könnte, ist unklar. Nach Informationen von 'e-Formel.de' wurde bereits vor einigen Jahren eine Machbarkeitsstudie für einen Lissabon E-Prix durchgeführt. Das Ergebnis der Studie ist allerdings nicht bekannt. Als Ersatz für die aufgrund der Coronavirus-Pandemie abgesagten Rennveranstaltungen wurde 2020 zudem über ein Gastspiel in Portimao diskutiert. Die Wahl der Formel E fiel jedoch letztlich auf Berlin, wo die Saison 2019/20 zwischen dem 5. und 13. August mit insgesamt sechs Rennen beendet wurde.

Foto: DS Techeetah (Twitter)

von Tobias Bluhm  

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