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Formel E plant bis zu 6 Rennen in Berlin - womöglich auch bei Nacht & verkehrt herum

Die Formel E könnte in dieser Saison noch bis zu sechsmal (!) in Berlin fahren. Nach Informationen von 'e-Formel.de' diskutiert die Elektro-Rennserie aktuell die Option, zwei oder drei "Double-Header" in einem relativ kurzen Zeitraum Anfang August zu veranstalten, um die Saison 2019/20 zu Ende zu bringen. Auch ein Nachtrennen mitten in der Woche und verschiedene Streckenlayouts wäre möglich.

Die deutsche Hauptstadt hat derzeit die besten Chancen, als einziger Austragungsort überhaupt auch im sechsten Jahr in Folge im Rennkalender der Formel E zu bleiben. Ein E-Prix in Seoul ist zwar noch im Bereich des Möglichen, wird aber zunehmend unwahrscheinlich. Ähnliches gilt für ein oder mehrere Rennen in Großbritannien. Wie es momentan aussieht, wird Saison 6 in Deutschland beendet.

Denn das stillgelegte Flughafengelände Tempelhof bietet der Formel E optimale Voraussetzungen. Einerseits können die Rennen problemlos unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Seriengründer Alejandro Agag hatte schon vor einigen Wochen erklärt, die Formel E sei in der Lage, Events mit weniger als 1.000 Menschen abzuhalten. Das ist aktuell die maximal erlaubte Teilnehmerzahl für Großveranstaltungen in Deutschland. Gegebenenfalls müssten die Teams dafür ihr Personal reduzieren, zumal auch die Jaguar I-Pace eTrophy ihre letzten Rennen vor der Einstellung der Rahmenserie austragen soll. Medien-Aktivitäten würden ausschließlich digital stattfinden.

Auf der anderen Seite bietet das Rollfeld des Tempelhofer Flughafens maximale Flexibilität, was das Streckendesign angeht. So wird aktuell diskutiert, je Doppelrennen eine andere Kursvariante zu nutzen. Auf der Hand läge beispielsweise, die Strecke aus Saison 1 wieder aufzubauen. Zudem war ursprünglich ohnehin ein neues Layout für dieses Jahr angedacht. Nach unseren Informationen ist ein kurzfristiger Umbau binnen weniger Tage jedoch eher unwahrscheinlich.

"Englische Woche" bei Flutlicht?

Stattdessen existiert die Idee, den bekannten Tempelhof-Ring für zwei Rennen im Uhrzeigersinn zu fahren, verglichen mit der eigentlichen Streckenführung also verkehrt herum. Wichtig ist der Formel E, für Abwechslung zu sorgen. So wird sogar die Option eines Nachtrennens evaluiert, denn auch mit Blick auf die Terminfindung wird die Formel E kreativ. So könnte in Berlin der erste E-Prix unter der Woche stattfinden - womöglich nach Feierabend im Sonnenuntergang oder bei Flutlicht.

Ziel ist es, die vier bis sechs Rennen innerhalb eines kurzen Zeitraums abzuhalten, womöglich sogar innerhalb einer einzigen Woche. So könnte beispielsweise ein erster "Double-Header" am Samstag und Sonntag stattfinden, ein zweiter am darauffolgenden Dienstag und Mittwoch und ein dritter am Samstag und Sonntag darauf. Dies ist jedoch ein frei erfundenes Beispiel, um dir die Grundidee zu veranschaulichen.

Wann genau die Formel E ihre Saison fortsetzt und beenden wird, ist noch nicht klar. Die Ratifizierung des überarbeiteten Rennkalenders (wie auch die Vorstellung des "starken" Saison-7-Kalenders) wird im Rahmen des Weltmotorsportrat-Meetings am 19. Juni erwartet. Das potenzielle "Sixpack von Berlin" soll in den ersten August-Tagen über die Bühne gehen, um die Auswirkungen auf das Entwicklungsprogramm der Hersteller für Saison 7 so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.

Foto: Lou Johnson / Spacesuit Media

von Timo Pape  

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