Bruno Senna in Buenos Aires

Formel E: Radaufhängungen werden überarbeitet.

Wie wir bereits berichteten und im letzten Rennen in Buenos Aires auch immer offensichtlicher wurde, sind die Radaufhängungen am Spark Renault SRT-01E zu schwach ausgelegt. Jetzt reagiert Spark und überarbeitet diese.

In Punta del Este wurde Jean-Eric Vergne um den sicheren Sieg gebracht, als in der letzten Runde seine Hinterradaufhängung brach. In Buenos Aires traf es Sebastien Buemi, Karun Chandhok und Lucas di Grassi. Vor allem am Auto von Buemi war zu sehen, wie sich die Aufhängung regelrecht zusammen faltete. Eigentlich kann auch der Ausfall von Bruno Senna in Peking dazu gezählt werden. Seine Vorderrad-Aufhängung brach nach einer verhältnismässig leichten Berührung auf der gegenüberliegenden Seite.

Wie jetzt bekannt wurde, zeigte sich bereits bei den Testfahrten vor Saisonbeginn in Donington Park, dass die Radaufhängungen Probleme machen würden. Allerdings war Spark der Überzeugung, dieses Problem noch vor Saisonbeginn in den Griff zu bekommen. Jetzt zeigt sich aber, dass die bei der Formel E verwendeten Kurbs zusammen mit den welligen Straßen der Stadtkurse eine größere Belastung für die Aufhängung darstellen als vorhergesehen.

Spark Chef Frederic Vassuer gibt zu, dass der Wagen eine Teilschuld am Ausfall von Jean-Eric Vergne in Punta del Este hatte. Ein Kugelgelenk war gebrochen, was Vergne den Sieg kostete. In Buenos Aires hingegen war es eine Standard-Schraube an der Hinterradaufhängung, die einfach abriss. In Punta del Este, wie auch in Buenos Aires war deutlich zu sehen, dass sich die Querlenker wie Papier zusammenfalteten.

"Der Grund warum diese Teile versagen, ist das die Aufhängung zum Teil über ihre Grenzen belastet wird", sagte Marc Priestly, ein ehemaliger Chefmechaniker aus dem McLaren Formel 1 Team und technischer Analyst der Formel E bei ITV. "Es kann sein, dass alle Ausfälle, die wir bis jetzt in den Rennen gesehen haben, die gleiche Ursache haben."

Frederic Vassuer bestätigte, dass Spark bereits mit der Herstellung von neuen Komponenten für die Radaufhängung beschäftigt ist. Zusätzlich werden die Stoßdämpfer geändert, um eine längere Lebensdauer zu erreichen. Dadurch, das Spark die Einzelteile nicht selbst fertigt und durch die kurze Zeitspanne zwischen Rennen drei und vier, die Feiertage noch dazu, war es nicht möglich, die neuen Komponenten in Buenos Aires einzusetzen.

"Stoßdämpfer haben einen großen Einfluss darauf, wie das Auto auf der Straße liegt und wie stark die Belastungen auf die gesamte Aufhängung übertragen wird", erklärte Priestley. "Der Federweg wird durch die Dämpfer begrenzt und es gibt in der Regel am Ende des Federwegs einen Gummi, auf den die Federung trifft, wenn die Stoßdämpfer durchschlagen. In der Formel 1 ist es nicht ungewöhnlich, dass die Dämpfer durchschlagen. Deshalb wird der Federweg ständig neu eingestellt. Möglicherweise sind die Spezifikationen für das Auto falsch bemessen worden, da sich auf der Rennstrecke viel mehr Bewegung ereignet als vorhergesagt. Das ist sehr schwer vorhersehbar, da ja alles völlig neu ist und niemand die Strecken kannte."

Vassuer bemerkte noch, dass es sehr wichtig ist, die neuen Teile noch vor dem Rennen in Miami zu testen und in die Fahrzeuge zu integrieren. Die Herausforderung besteht darin, dass jetzt 40 Upgrade-Sets in kürzester Zeit hergestellt werden müssen. "Ich möchte betonen, dass nicht an jedem Auto die Aufhängung gebrochen ist. Es gibt 40 Autos, die mehr als 4000 km ohne Probleme gefahren sind. Viele dieser Runden waren Rennrunden, die erheblich aggressiver gefahren werden, als bei Testfahrten. Also ist es nicht verwunderlich, dass in der begrenzten Zeit, die die Hersteller zur Prüfung der Aufhängungen hatten, keine Probleme aufgetreten sind. Es wird interessant zu sehen, wie sich die Upgrades in Miami verhalten werden".

Das nächste Rennen findet in zwei Monaten in Miami statt.

Felix da Costa bei der Champagner Dusche

Felix da Costa bei der Champagner Dusche

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