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Formel E: Reduzierung der Energiemenge für einzelne E-Prix noch in dieser Saison?

Eine der großen technischen Änderungen in der fünften Formel-E-Saison sind die neuen Batterien. Die von McLaren Applied Technologies (MAT) entwickelten, 385 kg schweren Akkumulatoren sorgen dafür, dass sich die Formel-E-Rennen in dieser Saison grundlegend zu früher unterscheiden: Der Fahrzeugwechsel zur Rennhalbzeit ist weggefallen, außerdem sind die Rennen nun mit 45 Minuten (plus eine Runde) etwas kürzer geworden.

Eine weitere technische Änderung ist die vergrößerte Rekuperation: die Energierückgewinnung beim Bremsen wurde von 150 kW auf 250 kW erhöht, was einen deutlichen Einfluss auf den Energieverbrauch hat. Die Gen2-Rennwagen können mit den zur Verfügung stehenden 52 kWh je nach Streckencharakteristik die Renndistanz bestreiten, ohne große Tempoeinbußen durch Energiesparen zu erleiden. Die Folge: Trotz Attack-Mode mit 25 kW Zusatzleistung sind die Rennen nicht ganz so unvorhersehbar geworden, wie es sich die Verantwortlichen vor der Saison gewünscht hatten.

Frederic Bertrand, FIA-Direktor für Rundstreckenrennen, sagt bei 'e-racing365', dass in Betracht gezogen wird, noch in der laufenden Saison die im Rennen zur Verfügung stehende Energiemenge zu reduzieren. Somit könnten die Fahrer je nach Streckencharakteristik wieder deutlich mehr gezwungen werden, auf ihren Energieverbrauch zu achten.

Die FIA untersucht nun, ob eine Reduzierung der Energiemenge auf den noch ausstehenden Kursen die Rennen spannender machen könnte. Bis auf die neuen Strecken in Sanya und Bern liegen für alle noch kommenden Rennstrecken im Rennkalender 2018/19 bereits Erfahrungswerte mit den Gen1-Autos vor.

"Wir möchten die Rennen etwas herausfordernder machen, deshalb denken wir daran, bei manchen Rennen die Energiemenge zu reduzieren", so der Franzose weiter. "Aus demselben Grund geben wir die Regeln für den Attack-Mode im Rennen so spät bekannt. Es soll schwierig sein, das im Vorfeld zu simulieren. Bei einigen Rennen könnten wir etwas weniger Energie zur Verfügung stellen. Dies ist eine der Optionen, die wir wahrscheinlich ziehen könnten."

Keine Einschränkungen der nutzbaren Energie werde es hingegen während eines laufenden Rennens geben, sollte es eine Safety-Car-Phase oder eine Full-Course-Yellow geben: "Das ist das einzige, das wir nicht schaffen können. Wenn das Safety-Car auf die Strecke fährt oder in einer Rennphase der Energieverbrauch niedriger ist, dann haben wir ein Problem", so Bertrand. Eine späte Safety-Car-Phase hatte sowohl in Diriyya als auch in Marrakesch dafür gesorgt, dass der Energieverbrauch für die Fahrer kein Thema mehr war und die Rennen unter "Vollgas" zu Ende gingen.

"Aber das ist ja auch das Schöne an der Formel E", meint der FIA-Verantwortliche. "Wir alle freuen uns, bei jedem Rennen viel dazulernen zu können. Und wir werden auch in den kommenden Rennen noch viel dazulernen. Aber ja: Wir denken darüber nach, die Energiemenge zu verändern."

von Tobias Wirtz 

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Kommentar von Derbe_klopp_te |

und warum macht man die Rennen nicht einfach länger, sodass man auf diese Weise etwas sparen muss und man Renndauern wie in den letzten Jahren hat?

Kommentar von Karl3 |

Ich finde die Rennen auch zu kurz!

Kommentar von EffEll |

Nein, bitte nicht? Bloß keine künstliche Verknappung!
Es ist mMn gerade das tolle an der "neuen Formel E".
Endlich gibt es wieder eine Vollgas-Rennserie. Gegen eine Zeitverlängerung der Rennen hätte ich aber auch nichts einzuwenden. Ich persönlich kann mich über eine Vorhersehbarkeit oder gar Langeweile jedenfalls nicht beschweren. Wirkt fast wie ein Zugeständnis an Audi. Die würden wohl am meisten von einer verringerten Energiemenge profitieren. Denn letztjährig war es doch fast eher hervorsehbar, dass Audi am besten mit der Energiemenge haushaltete...

Kommentar von Ronny |

Hi.

Ja, dem kann ich mich nur anschließen! Lieber die Renndauer ausweiten, als die Energie zu reduzieren! 1h Rennen wäre doch ok! :) Außerdem soll doch gerade die Formel e zeigen, was möglich ist! Ich glaube auch, dass die Fahrer lieber "Vollgas" bis zur letzten Runde geben, als übermäßig zu taktieren. Die Rennen bisher waren sehr spannend, aber eben auch etwas...kurz!

Kommentar von Nico |

Renndauer um 2-3 Minuten verlängern und das Problem löst sich in Luft auf. Wobei ich auch nichts gegen Vollgas Rennen habe.

Kommentar von koenigderwelt |

Lass Sie 90min fahren, wie ein Fußballspiel, dann sieht man wer am besten auskommt.

Kommentar von EffEll |

@koenigderwelt:
dann sähe man höchstens wer am weitesten kommt... ;-)
Dann würde wieder nur gesegelt werden. Das möchte ich nicht sehen.

Kommentar von Heinrich-W. E... |

Das wäre der Moment wo ich wieder auf "richtigen" Motorsport setzen würde!

Gerade fängt das breitere Publikum an sich für die Serie zu interessieren, da kommen die ersten und wollen wieder Kastrieren...

Man sollte eh so langsam aber sicher weg vom "Marktplatzracing" auf richtige Rennstrecken kommen

Kommentar von Niklas R. |

Hallo Zusammen,
bitte bitte nicht! Die bisherigen Saisonrennen waren doch alles andere als langweilig. Spannung bis zur letzten Kurve. Was soll das denn jetzt mit dieser künstlichen Verknappung?!
Wie bereits von den Vorrednern vorgeschlagen, lieber das Rennen je nach Strecke verlängern. Lass die Jungs frei Vollgas fahren und nicht aus Gründen des künstlichem übertriebenen Engergiemanagements um die Kurven segeln.

Kommentar von EffEll |

@Heinrich: Dafür ist es mMn noch zu früh, die Leistung zu gering.
Dann würden die Rennen wohl ähnlich anmuten wie zur Zeit die I-Pace ETrophy. Lahm und behäbig.

Kommentar von Heinrich-W. E. |

Die meisten Rennstrecken haben Kurzanbindungen, siehe Mexiko....

Ich mag es einfach nicht wenn Autos (auch die Tourenwagen), fast Spurgebunden, durch Schluchten und Kanäle fahren und der kleinste Quersteher schon ein Chaos verursacht.

Und schon sind wir beim Thema Safetycar, denn das wegräumen der Havaristen dauert auch gefühlt eine Ewigkeit

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