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Formel E: Rosenqvist holt Pole-Position, Buemi startet weit hinten

Felix Rosenqvist hat sich die Pole-Position von Montreal geholt. Beim großen Formel-E-Finale am Abend (22 Uhr deutscher Zeit) wird er damit von Startplatz eins ins Rennen gehen. Zudem verkürzte der Schwede durch die drei Bonuspunkte den Rückstand auf Sam Bird auf einen Zähler. Der Kampf um Gesamtrang drei in der Meisterschaft könnte nicht spannender sein. Zumal Bird von Platz zwei aus direkt hinter Rosenqvist starten wird. Lucas di Grassi wurde Fünfter in der Qualifikation, während sein Titelrivale Sebastien Buemi nach einem Fehler nur von Position 13 ins Rennen gehen wird.

Buemi hatte bereits vor dem Qualifying wenig Glück. Bei der Gruppenauslosung erwischte er die erste Fünfergruppe, welche ja immer wieder mit einer deutlich langsameren Strecke zu kämpfen hat und somit klar im Nachteil ist. Davon abgesehen leistete sich Buemi allerdings den nächsten schwerwiegenden Fehler, als er beim Anbremsen in Kurve 1 die Räder blockierte und dadurch wichtige Zeit liegen ließ. "Ich musste alles versuchen und bereue es nicht", sagt Buemi. "Vielleicht habe ich drei Zehntel dadurch verloren, aber viel mehr wäre auch nicht drin gewesen. Du hast in Gruppe 1 einfach keine Chance."

Diese Aussage unterstrichen die anderen Fahrer aus Gruppe 1. Schnellster Mann war Jose Maria Lopez, doch selbst dessen Runde reichte am Ende nur für Position zwölf. Teamkollege Bird war im gleichen Auto in der Super-Pole gut acht Zehntelsekunden schneller als Lopez - so krass veränderte sich die Strecke im Laufe des Qualifyings.

Für Gruppe 2 lief es schon besser: Rosenqvist sicherte sich die Bestzeit, und auch Jean-Eric Vergne, Tom Dillmann und Jerome d'Ambrosio schoben sich zwischenzeitlich in die Top 5. Bereits jetzt war Buemi aus dem Rennen um die Super-Pole. In Gruppe 3 konnten sich Nelson Piquet jr. und Stephane Sarrazin mit guten Runden durchsetzen, ansonsten passierte nichts Erwähnenswertes.

Bird hat schnellstes Auto, Prost bekommt Strafe

Dann kam die "Todesgruppe" des Sonntags: Nick Heidfeld, Sam Bird, Nico Prost, Lucas di Grassi und Daniel Abt. Schnellster Mann war der Brite Bird, mit dem im Rennen zu rechnen sein wird. Neben ihm schafften es Heidfeld und gerade so auch di Grassi in die Super-Pole. Abt wurde mit einer guten Runde Sechster und landete direkt vor Prost. Der bekommt allerdings eine Strafe aufgebrummt: Nach einem Feuer am Samstag musste Renault e.dams sowohl den Motor als auch den Inverter des Z.E.16 austauschen, was jeweils eine Strafversetzung um zehn Startplätze nach sich zieht. Da Prost als Siebter nicht 20 Positionen nach hinten rücken kann, könnte ihn eine zusätzliche Zeitstrafe im Rennen erwarten. Alle anderen Fahrer ab Dillmann rutschen somit einen Startplatz nach vorn - auch Buemi.

In der Super-Pole leistete sich di Grassi auf seiner schnellen Runde einen Fehler, der ihn gut eine halbe Sekunde kostete. Heidfeld und Vergne gaben sich hingegen keine Blöße und zogen am Samstagssieger vorbei. Dann kam es zum Duell um die Pole-Position. Rosenqvist legte mit einer blitzsauberen Runde vor. Bird war zunächst noch schneller: Im ersten Sektor nahm er Rosenqvist mehr als zwei Zehntelsekunden ab, dann leistete er sich jedoch einen kleinen Fehler. "Ich hätte mich fast gedreht und nicht gedacht, dass es überhaupt für Platz zwei reichen würde. Ich bin am Boden zerstört", so Bird.

Mit Blick auf die Meisterschaft wird es für Buemi nun extrem schwer. Fakt ist: Er muss mindestens Zweiter werden - selbst wenn di Grassi ausfallen sollte. Dem würde hingegen Platz fünf (zehn Punkte) reichen, um sicher Formel-E-Meister zu werden. In jedem Fall muss Buemi im Rennen an di Grassi vorbei. "Ich konnte an zwei Rennen nicht teilnehmen und wurde zweimal disqualifiziert. Es ist schwierig, sich von vier punktlosen Rennen zu erholen", klagt Buemi. "Platz 13 ist nicht ideal, aber das Rennen ist lang." Er habe bereits am Samstag bewiesen, dass eine Aufholjagd möglich ist. Wie die genau aussehen wird, kannst du ab 22 Uhr live verfolgen - entweder im Fernsehen bei DMAX oder/und in unserem beliebten Live-Ticker.

Das Ergebnis der Qualifikation

von Timo Pape 

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