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22.03 - 23.13 Uhr
Sam-Bird-Virgin-Pole-Marrakesh

Formel E: Sam Bird holt Pole-Position im Qualifying von Marrakesch

Sam Bird hat sich die Pole-Position von Marrakesch geholt. In einem spannenden Qualifying mit teils kuriosen Szenen setzte sich der Virgin-Fahrer knapp gegen Formel-E-Meister Jean-Eric Vergne durch. Auch dahinter ging es eng zu: Antonio Felix da Costa, der das erste Saisonrennen und die Qualifikation in Saudi-Arabien gewonnen hatte, wurde zunächst Dritter, erhielt allerdings später eine Rückversetzungsstrafe um drei Plätze. Die Top 6 der Super-Pole komplettierten Sebastien Buemi (Nissan), Alexander Sims (BMW) und Mitch Evans (Jaguar).

Die erste schnelle Runde in Quali-Gruppe 1 setzte Antonio Felix da Costa im BMW - und er sollte auch nach den ersten fünf Fahrern an der Spitze bleiben. Jean-Eric Vergne erreichte Platz 2, und auch Mitch Evans konnte als Dritter überzeugen. Jerome d'Ambrosio kam auf Rang 4 mit bereits knapp einer halben Sekunde Rückstand. Andre Lotterer war zunächst der Schnellste im ersten Sektor, verbremste sich jedoch in Kurve 7. Der Deutsche erwischte die Kurve gerade so, verlor aber 1,6 Sekunden auf die Spitze.

Buemi überzeugt im Nissan

In Gruppe 2 gingen mit Nelson Piquet jr., Sebastien Buemi und Lucas di Grassi gleich drei ehemalige Formel-E-Champions an den Start. Die erste Zeit setzte Oliver Rowland, der seinen Nissan jedoch nur auf den zwischenzeitlichen achten Platz stellte. Sein Teamkollege machte es besser: Buemi reichte eine Bestzeit in Sektor 1 und zwei weitere gute Abschnitte zum zwischenzeitlichen ersten Platz - 0,044 Sekunden vor Felix da Costa. Der einzige Fahrer aus Gruppe 2, der es noch in die Top 6 schaffte, war Piquet als Fünfter.

Enttäuschend lief er erneut für Audi: Lucas di Grassi erreichte zunächst Position 7 - letztlich nur Rang 11 - mit fast sieben Zehntelsekunden Rückstand auf die Spitze. Daniel Abt war zunächst auf Bestzeit-Kurs, ließ im zweiten Sektor aber viel Zeit liegen. Am Ende der Gruppe nur Rang 9 für den Deutschen. "Ich kann nur mich selbst in die Pflicht nehmen, denn ich habe keine gute Runde zusammengebracht, obwohl wir um die Super-Pole kämpfen konnten", so Abt.

Zum Start der dritten Gruppe meldete die Rennleitung, dass Felix da Costa "under investigation" sei - die Untersuchung ergab die später verkündete Strafe für den Portugiesen. Währenddessen wärmten sich die sechs Piloten aus Gruppe 3 auf der Strecke auf. Sam Bird startete seine 250-kW-Runde und ließ die Muskeln spielen: Trotz eines kleinen Fehlers in Sektor 1 brannte der Brite eine beeindruckende Runde auf den Asphalt, die ihn an die Spitze spülte. Teamkollege Robin Frijns schaffte es nur auf Platz 6.

Jede Menge Trubel in Gruppe 3

Dann wurde es turbulent: Zunächst beklagte Stoffel Vandoorne über Funk einen "Shutdown" seines Autos - kein Glück für den ehemaligen Formel-1-Fahrer, der ausrollte und keine Zeit setzen konnte. Anschließend erwischte es Maximilian Günther: Der Deutsche fuhr am Ausgang von Kurve 6 über eine Unebenheit im Asphalt, hob leicht ab und krachte seitlich gegen die Mauer. Nach seinem Unfall in der Qualifikation von Diriyya der nächste Rückschlag für den Dragon-Fahrer, der seine Runde immerhin noch mit mehr als fünf Sekunden Rückstand auf die Spitze beenden konnte.

Doch es wurde noch chaotischer. Tom Dillmann im NIO krachte am Eingang der Boxengasse in den parkenden Virgin von Frijns. Dabei beschädigte er nicht nur das Heck seines Kontrahenten, sondern schob ihn auch noch in dessen Teamkollegen Bird. Dessen Diffusor nahm ebenfalls Schaden - mal abgesehen von Dillmanns eigener Front. "Ich hatte plötzlich einfach überhaupt keine Bremswirkung mehr und musste mich entscheiden, ob ich in einen Marshal oder in das Auto vor mir fahre. Ich konnte nichts anderes tun. Ich habe mich für das Auto entschieden, was sicherlich die richtige Entscheidung war", erklärte Dillmann kurz nach dem Zwischenfall.

Spannend ging es auch in Gruppe 4 zu. Nachdem es Jose Maria Lopez (13.), Felipe Massa (15.) und Edo Mortara (17.) nicht in die Top 10 schafften, setzte Pascal Wehrlein in seinem ersten Formel-E-Qualifying überhaupt das erste Ausrufezeichen. Der Deutsche fuhr zunächst auf Position 6, die zur Super-Pole gereicht hätte. Dann kam jedoch noch Alexander Sims und erreichte mit seinem BMW den dritten Platz - vor Teamkollege Felix da Costa. Wehrlein verpasste das Shoot-out um Startplatz 1 um gerade einmal zwei Hundertstelsekunden. In die Super-Pole zogen somit folgende sechs Fahrer ein: Bird, Buemi, Sims, Felix da Costa, Vergne und Evans.

Vierkampf um die Super-Pole

Evans eröffnete die Super-Pole mit einer zunächst schnellen Runde. In Sektor 2 verbremste sich der Jaguar-Fahrer jedoch schwerwiegend und musste den Notausgang nehmen. Seine Runde beendete er dennoch mit knapp zwölf Sekunden Rückstand. Dann kam der amtierende Meister: Vergne lieferte mit drei pinken Sektorenzeiten eine starke Runde ab, die ihn auf die provisorische Pole brachte. Anschließend gingen nacheinander die beiden BMWs auf die Strecke. Antonio Felix da Costa erreichte die Zeit von Vergne jedoch nicht ganz - zunächst Platz 2 für ihn mit knapp einer Zehntelsekunde Rückstand.

Teamkollege Sims machte es nicht besser: Nach mehreren kleinen Fehlern reihte sich der Brite mit acht Zehntelsekunden Rückstand als Dritter ein. Dann kam Buemi. Der Meister der zweiten Formel-E-Saison zeigte zwar eine ordentliche Runde, erreichte aber nur Rang 3. Nun konnte nur noch Bird die Pole-Position von Vergne verhindern - und tat es. Mit einer Rundenzeit von 1:17.489 Minuten holte sich der britische Virgin-Pilot den ersten Startplatz und damit auch die ersten drei Punkte von Marrakesch - seine ersten der Saison.

Bester Deutscher im Qualifying war Pascal Wehrlein auf Startplatz 7. Daniel Abt kam nur auf Position 16, Andre Lotterer wurde 18. Max Günther geht nach seinem Unfall von Rang 21 ins Rennen. Bester HWA-Pilot war Gary Paffett, der laut Teamchef Ulrich Fritz mit "Energie-Problemen" zu kämpfen hatte, auf Platz 17. Rennstart in Marrakesch ist um 16 Uhr.

Foto: Envision Virgin Racing

Das provisorische Ergebnis der Qualifikation

von Timo Pape 

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