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Formel E: Verschiedene Power-Modi & Extrapunkt für Effizienz beschlossen

Nun ist es offiziell: Die Formel E schafft ab der kommenden Saison 2018/2019 den obligatorischen Boxenstopp samt Fahrzeugwechsel ab. Diese Neuerung verkündete die FIA bei einem Meeting des World Motor Sport Council (WMSC) am Freitagabend in Genf. Im Gegenzug muss jeder Pilot zukünftig zwei verschiedene Leistungsstufen während eines Rennens zünden. Damit möchte die Formel E ab Saison fünf noch mehr Action und Unterhaltung auf den Stadtkursen bieten.

Die neuen Formel-E-Autos, die der Weltöffentlichkeit vergangene Woche in Genf präsentiert wurden, erfahren einen Leistungsschub von derzeit maximal 200 kW auf 250 kW. Dazu rüstet McLaren Applied Technologies alle Gen-2-Autos mit einer neuen Einheitsbatterie aus, die 54 kWh Energie zur Verfügung stellt (bisher 28 kWh). Damit gehören die Boxenstopps mit Fahrzeugwechsel der Vergangenheit an, da die neuen Batterien zukünftig eine ganze Renndistanz durchhalten.

Doch was hat es mit den unterschiedlichen Leistungsstufen auf sich? Wie bereits gemutmaßt, wird es einen Hochleistungsmodus geben, dessen Einsatzweise allerdings noch nicht endgültig geklärt ist. Er soll laut einer Erklärung des WMSC rund eine Sekunde Zeitgewinn pro Runde bringen. Gut vorstellbar, dass die Formel E die Rennleistung im Power-Mode von 200 auf 220 kW hochsetzt. Dieser Wert war ursprünglich mal als Standard für den Rennmodus angedacht gewesen. Genauere Details werden erst beim nächsten Meeting des WMSC in Manila (Philippinen) am 7. Juni bekanntgegeben.

Eine weitere Neuerung ist die Verkürzung der Renndauer. In der kommenden Saison soll ein E-Prix nur noch rund 40 Minuten dauern. Bisher beträgt die Renndauer je nach Strecke zwischen 50 und 60 Minuten. Mit der Verknüpfung der unterschiedlich einzusetzenden Leistungsstufen, der neuen Batterie und der verkürzten Renndauer sorgt die Formel E vor, um eine ganze Renndistanz ohne Fahrzeugwechsel durchzuhalten.

Und noch eine Neuerung präsentierte die FIA hinsichtlich der Punktevergabe in der Formel E: Es gibt ab Saison fünf keinen Punkt mehr für die schnellste Rennrunde. Stattdessen definiert die Formel E einen neuen Energie-Management-Parameter, der dem effizientesten Piloten einen Zusatzpunkt beschert. Die Formel E sendet damit ein Signal in Richtung Nachhaltigkeit und schafft sich ein weiteres Alleinstellungsmerkmal.

von Erich Hirsch 

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Kommentar von Sly_Berlin |

Wer geht den zu einem Rennen das nur 40 Minuten dauert?
Meist steht man schon am Eingang 30 Minuten an. Was ist das für eine "Weiterentwicklung"? Für die Fans ist es eher ein Rückschritt.

Kommentar von Ronny |

40 Minuten?! In der Tat, das ist nicht viel! Wie wäre es mit 2 Rennen? Sprint- und Hauptrennen. Die ersten 10 des Sprintrennens starten in umgekehrter Reihenfolge im Hauptrennen. Wäre bestimmt interessant. Somit kompensiert man vielleicht auch mal Absagen von Austragungsorten. 2 Fahrzeuge pro Fahrer ist ja bestimmt möglich. Geht jetzt auch! Das Sprintrennen könnte ja dann mit 220KW plus ausgetragen werden, um mal die Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge zu demonstrieren.

Kommentar von Nico Krause |

Ich bin ehrlich gesagt etwas enttäuscht von der Distanzveränderung. Da der neue Akku als Leistungsstärker angepriesen wurde habe ich eigentlich erwartet das die Renndistanz sich erhöht oder wenigstens gleichbleibt. Wie will man den eigentlich den Leuten die E- Mobilität weiter schmackhaft machen wenn die Reichweite weiter so klein bleibt. Ich befürchte bis ein E Auto Alltags reif ist wird es noch sehr lange dauern falls das überhaupt mal passiert. Auf ein normales Auto wird mal wohl noch lange nicht verzichten können. Da bevorzuge ich das jetzige Format mit Fahrerwechsel.

Kommentar von Thomas |

Sehr enttäuschend wenn das wirklich kommt. 40min ist zu wenig lieber länger als kürzer.
:-(

Kommentar von Jean Hoffmann |

Nachhaltigkeit? Dann sollen sie gleich auf Sim-Races setzen und die tollen 40 min Autos nur auf Messen präsentieren. Das ist kein Fortschritt, das ist das Ergeben vor der technologischen Sackgasse E-Auto.

Kommentar von Florian |

Ich habe mich die ganze Zeit schon gefragt, wie Sie das Auto über die selbe Distanz bringen wollen mit einer insgesamt kleineren Batterie. Auch wenn diese Effizienter ist, nutzt man ja deutlich mehr Leistung und man schleppt ja auch eine schwerere Batterie mit sich rum. Also keine Überraschung für mich, aber definitiv ein riesen Rückschritt. Ich werde mir überlegen ob ich mir die Rennen dann noch anschaue (jetzt sehe ich jedes Rennen live) oder es mir doch zu kurz ist.

Kommentar von Simon |

Also 40 Minuten ist deutlich zu kurz so wie es jetzt ist, ist es in Ordnung. Ich bin der Meinung, die Formel E braucht so etwas wie den Boost Modus nicht. Das Racing ist auch so gut genug.

Kommentar von Helmut |

Das ist ja mal eine Negativnachricht!
Im Endeffekt eigentlich eine Mogelpackung. Zu sagen, dass man auf den Autowechsel verzichteten kann aber andererseits das Rennen fast auf die ursprüngliche Distanz eines Stints zu verkürzen ist bs.
Bisher gefiel mir die Serie relativ gut, aber mit diesen Änderungen die ja größtenteils irgendwelche Gimmicks sind, brauch ich sie eher nicht mehr.

Wer wirklich guten Rennsport liefert ist die neue IndyCar Series. Da habe sie - zumindest was man nach einem Rennen so sehen kann - alles richtig gemacht. Autos mit gutem Speed und Beschleunigung, wenig Grip und tolle Rennstrecken, auf denen der Fahrer wirklich arbeiten muss. Da sieht man sie echt am Werken.
Schaut euch das Rennen aus St.Pete an. Echt geil!

Kommentar von Torsten |

Bitte nicht noch kürzer, 40 min. Ist ok länger Rennen wären besser. Also auch in der nächsten Saison 2 Autos pro Fahrer. Dann würde die Rennzeit länger werden. Außerdem sollte man dem Team die Möglichkeit geben wann immer man will mehr Leistung wie Fan Boost abzurufen.

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