Abt - Spark-Renault SRT_01E

Formel E vs. Formel 1: Ein Vergleich.

Bernie Ecclestone glaubt nicht an die Formel E. Sebastian Vettel ist wenig überzeugt. Und Franz Tost, der Teamchef von Toro Rosso, ist bestenfalls noch skeptisch.
Und sicher, es gibt Bedenken, ob der gewöhnungsbedürftige Sound der Elektrorenner beim Publikum ankommt. Aber wird allein das entscheidend sein für den Erfolg der Serie?

Ein paar Fakten im Überblick:

Der Preis.
Die Eintrittspreise werden eine große Rolle für den Erfolg der Formel E spielen. Denn während diese in der Formel 1 längst die Schmerzgrenze überschritten haben, könnte die Formel E das Event für die ganze Familie werden und damit die Massen anziehen. Noch ist über die Preisgestaltung nichts bekannt. Anzunehmen ist aber, dass es, ähnlich wie in Monaco, viele kostenlos Plätze geben wird.

Der Stadtparcours.
Auf den Stadtkursen kommt die Formel E den Menschen erheblich näher. Die Fahrer, die Autos, das Feeling; all das wird dem Zuschauer näher sein, als auf der klassischen Rennstrecke. Wer in der Gastgeber-Stadt wohnt, hat zudem keine mehrstündige Autofahrt zur Rennstrecke. Er oder sie ist von vorne herein dabei.

Die Action.
Was die Action angeht, hat die Formel 1 in den letzten 10 Jahren sehr stark nachgelassen. Wer beim Start vorne ist, der gewinnt in aller Regel auch das Rennen. Überholen ist trotz DRS kaum bis gar nicht mehr möglich und das macht aus der Formel 1 eine Art von Kindergarten-Karussell. Die Formel E hingehen wird hier voraussichtlich deutlich mehr zu bieten haben. Wenn gleich auch Melbourne am Wochenende gezeigt hat, daß die neuen Regeln etwas Bewegung in die Formel 1 bringen.

Die Technik.
Auch wenn die Formel 1 durch die neuen Regeln in diesem Jahr wieder etwas Bewegung in die Geschichte bringt, so bleibt sie schlicht und einfach überreguliert. Überagende technische Innovationen wie in den 80ern sind hier einfach nicht mehr zu erwarten. Bestenfalls geht es noch um Detailverbesserungen. Die Formel E hat hier erheblich mehr Potential. Bessere Akkus und gute Ideen zur Energie-Rückgewinnung, Solarzellen und alles, was einem noch gar nicht einfällt. Noch ist alles möglich.

Der Sound
Einer der größten Kritikpunkte an der Formel E ist der gewöhnungsbedürftige Sound des Motors. Seit diesem Jahr kann die Formel 1 hier allerdings ebenfalls nicht mehr punkten:   Die 1,6 Liter Turbomotoren klingen auf Grund des fehlenden Hubraums nur noch wie hochgezüchtete VW Golfs und die Fans sind, wie in vielen Kommentaren zu lesen ist, reichlich enttäuscht.

Das Auto
Durch die neuen Regeln haben die Formel 1 Rennwagen mit ihren wunderschönen Nasen erheblich gelitten. Die Formel E hat im Moment auf jeden Fall die erheblich schöneren Autos.

Das Auto im Rennen.
Zwar wird es in der Formel E keine spektakulären Motorplatzer geben, dafür aber müssen die Piloten auf unbekannten Kursen kämpfen. Hier wird mehr als genügend Raum für Fehler sein. Und auch an der Technik kann noch viel versagen. Bremsscheiben, die explodieren, Akkus die überhitzen, Elektromotoren die verbrennen, Reifen die auf den nicht glattpolierten Straßen platzen. Wir werden sehen.

Die TV-Übertragung.
Zumindestens in Amerika und in England werden die Rennen im TV erscheinen. Wie wir in Deutschland die Formel E sehen können, ist zur Zeit leider immer noch ungeklärt. Zumindest die Berliner haben hier das Glück, direkt am Ort des Geschehens zu sein.

Das Fazit.
Peking wird im September jedenfalls ein Spektakel erleben, wie es die Formel 1 noch nicht gesehen hat. Wir hoffen, dass die TV-Rechte bis dahin auch für Deutschland geklärt sind.

  

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Kommentar von Sven Schaefer |

Mich würde ja mal der Vergleixh zwischen einem Auto der Formel E und der Formel 1 intetressieren. Kennt jemand so ein Vergleichsrennen?

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