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5 Aktivierungen pro Rennen: Weitere Details zum neuen Attack-Mode der Formel E veröffentlicht

Nur noch wenige Wochen sind es bis zum Saisonstart der fünften Formel-E-Saison, und trotzdem sind noch nicht alle Einzelheiten zum neuen Rennformat bekannt. Klar ist, dass die Rennen nun über 45 Minuten plus eine Runde ausgetragen werden und die Fahrer über das gesamte Rennen eine Leistung von mindestens 200 kW zur Verfügung haben. Darüber hinaus haben sie als neues Strategieelement die Möglichkeit, mehrmals pro Rennen den sogenannten Attack-Mode zu aktivieren, der die Leistung auf 225 kW steigert. Dies geschieht jedoch nicht optional - laut Sportlichem Reglement ist die Verwendung des mit Spannung erwarteten Attack-Mode für jeden Fahrer im Rennen vorgeschrieben.

Unsere Kollegen von 'e-racing365' haben nun neue Details zum Attack-Mode, der im Oktober erstmals im Rahmen der Valencia-Testfahrten getestet wurde, veröffentlicht. Die Piloten werden in den Rennen der kommenden Saison demnach fünf Aktivierungsmöglichkeiten für den Zusatz-Boost haben. Hierzu müssen die Fahrer das System zunächst mit einer Taste am Lenkrad aktivieren, bevor sie in die speziell markierte Aktivierungszone fahren. Diese Aktivierung muss mindestens eine und maximal fünf Sekunden vor dem Durchfahren der Aktivierungszone erfolgen.

Die Piloten überfahren dann drei Induktionsschleifen, die von der Rennleitung überwacht werden. Die Freigabe der Zusatzleistung erfolgt schließlich durch die beiden Transponder der Fahrzeuge. Nach derzeitigem Kenntnisstand soll die Nutzung des Attack-Mode sofort nach dem Durchfahren der Aktivierungszone möglich sein.

"Wir führen eine weitere Innovation im Motorsport ein, die zum Spektakel unserer Events beitragen wird - einen aufregenden und neuen Beitrag zu den ohnehin schon intensiven und unvorhersehbaren Rennen", erklärt ein Sprecher der Formel E. Ein besonderes Gimmick: Durch den am Halo-System angebrachten LED-Streifen können die Zuschauer immer erkennen, welcher Fahrer gerade den Attack-Mode verwendet. Es gibt auch allerdings auch Einschränkungen: Die Fahrer können den Attack-Mode nicht verwenden, wenn er unmittelbar vor oder während einer Safety-Car- oder einer Full-Course-Yellow-Phase aktiviert wurde.

Pech kann jeden Fahrer ereilen

Ein aktueller Formel-E-Teamchef sagt gegenüber 'e-racing365', dass das neue System der FIA so viel Spielraum wie möglich gebe, um den Attack-Mode so fair wie möglich zu gestalten. "Es stimmt: Wenn man das System aktiviert, indem man den Knopf drückt und die Zone durchfährt, und dann ein Safety-Car oder Full-Course-Yellow kommt, dann ist das wirklich schade. Aber natürlich wollen sie das Ganze für Full Course Yellow und Safety-Car offen halten für den Fall, dass das Rennen unter Gelb endet. Wenn nicht alle ihre Attack-Modes verwendet haben und dann ein Zwischenfall auftritt und die Möglichkeit nicht bestünde, müssten sie eine ganze Reihe von Fahrern dafür bestrafen, dass sie den Attack-Mode nicht gemäß den Regeln genutzt hätten, auch wenn sie durch die Umstände daran gehindert wurden."

Mehrere Fahrer scheinen zudem zu akzeptieren, dass sie mit Blick auf Safety-Car und Full-Course-Yellow im Laufe der Saison durchaus mal vom Pech verfolgt werden könnten. "Ich denke, das ist ganz offensichtlich Pech, aber so ist es halt", so NIO-Pilot Tom Dillmann, der sich jedoch besorgt darüber äußert, dass der Attack-Mode beim Neustart nach einer Safety-Car-Phase eingesetzt werden könnte: "Das muss angegangen werden. Wenn es möglich ist, den Attack-Mode zu aktivieren, während das Safety-Car draußen ist, behältst du beim Verlassen der Ideallinie deine Position und hast beim Neustart einen Vorteil."

Weitere Klarstellungen zum Attack-Mode werden nach dem letzten Treffen der Sportlichen Arbeitsgruppe der Formel E vor dem Saisonauftakt am 15. Dezember in Diriyya (Saudi-Arabien) erwartet.

von Tobias Wirtz 

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