Sebastien-Buemi-Renault-Punta-del-Este

Historisch: 1. Rennen ohne Punkte für Renault e.dams in der Formel E

Nach zwei äußerst erfolgreichen E-Prix in Uruguay in den Jahren 2014 und 2015 erlebte Renault e.dams am vergangenen Wochenende den schlechtesten Rennsamstag seiner Formel-E-Geschichte. Da Sebastien Buemi die bisherigen Rennen in Punta del Este in den Saisons 1 und 2 gewinnen konnte, war das französische Werksteam eigentlich optimistisch nach Uruguay gefahren. Dieses Jahr jedoch wendete sich das Blatt: Buemi musste acht Runden vor Schluss das Rennen aufgeben, und sein Teamkollege Nicolas Prost beendete das Rennen als 15. außerhalb der Punkte.

Im 1. Freien Training sah es noch so aus, als könnte Renault an die Erfolge der letzten Jahre in Punta del Este anschließen. Buemi gewann die Session und konnte mit einem neuen Rundenrekord von 1:14.536 Minuten glänzen. Für die Super-Pole konnte er sich am Nachmittag aber nicht qualifizieren und musste sich mit Startplatz 6 für das Rennen begnügen.

Am Start verlor Buemi zwei Plätze, kämpfte sich jedoch bis zur ersten Safety-Car-Phase an Andre Lotterer und Sam Bird vorbei. Mit dem Restart versuchte er, Daniel Abt zu überholen und beschädigte dabei sein Hinterrad: In der langgezogenen Rechtskurve verließ er minimal die Ideallinie, rutsche seitlich gegen die Mauer und beschädigte seine Aufhängung hinten links. Das führte dazu, dass er schon früh im Rennen in das zweite Auto wechseln musste. Dies verfügte aber nicht über genug Energie, um das Rennen zu Ende zu fahren. Der Schweizer musste acht Runden vor Schluss aufgeben.

"Ich hatte einen ziemlich schlechten Tag, und es tut mir für das Team sehr leid", sagt Buemi nach dem Rennen. Trotzdem schaut er optimistisch auf die anstehenden Rennen in Europa: "Unser Auto wäre schnell genug gewesen, um damit aufs Podium zu fahren - mein Mauerkontakt hat das leider ruiniert. Natürlich bin ich enttäuscht, aber wir müssen jetzt nach vorne schauen. Auch wenn man es im Qualifying vielleicht nicht gesehen hat, denke ich, dass wir schnell genug waren. Das ist ein positiver Aspekt, den ich mitnehme."

Nico Prost startete nach einem Unfall im Qualifying von Position 19 in das Rennen. Er bewies ein erstklassiges Energiemanagement und kam als letzter Fahrer zum Autowechsel. Da sein Team im Vorhinein die Batterie seines Fahrzeugs gewechselt hatte, musste er in der Boxengasse noch eine 10-Sekunden-Zeitstrafe absitzen, bevor er wieder ins Renngeschehen eingreifen konnte. Dies verhinderte jedoch eine Platzierung in den Top 10. Prost beendete das Rennen als 15.

"Man muss man auf Risiko fahren"

"Die Situation nach dem Qualifying war schwierig. Das Fahrerlevel in der Meisterschaft ist so hoch, da muss man auf Risiko fahren. Ich war auf einer guten Runde, konnte pushen, bin dann aber eingeschlagen. Unser Auto wäre aber gut genug gewesen, um an der Spitze mitzufahren. Ich hatte mir wirklich mehr erhofft", stimmt Prost seinem Teamkollegen Buemi bezüglich der Konkurrenzfähigkeit des Renault-Flitzers zu.

Zwar bleibt Buemi Vierter in der Meisterschaft, und auch wenn das Team keine Punkte aus Uruguay mitnehmen konnte, verteidigte die Equipe den fünften Platz in der Teamwertung. Allerdings hat man inzwischen 68 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Techeetah.

Zufriedenstellend war das Wochenende für das beste Team der letzten drei Jahre nicht, weiß auch der Renault-Verantwortliche Vincent Gaillardot: "Wir hatten gehofft, dass wir uns mit diesem Rennen in der Fahrermeisterschaft weiter nach vorne arbeiten können. Leider konnten wir das nicht umsetzten, da wir viele kleine Fehler gemacht haben. Im Gegenteil, der Abstand nach vorne ist größer geworden. Dass die Super-Pole wieder zwischen fünf verschiedenen Teams ausgefahren wurde, zeigt wie eng die Meisterschaft ist. Jetzt müssen wir die besten Zeiten und Sektoren fahren, um uns wieder Pole-Positions und Siege zu erkämpfen. Umso mehr ist das unser Ziel in dieser Phase der Meisterschaft."

In knapp vier Wochen geht es mit den Europa-Rennen der Formel E in Rom weiter - mit einer komplett neuen Strecke, die die Fahrer erwartet. Alle News dazu findest du natürlich hier auf e-Formel.de.

von Svenja König 

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