Das Rennen von Buenos Aires

In der Formel E hat noch jeder eine Chance

Nach vier Rennen ist in der Formel E noch alles offen. Noch kann jeder Fahrer die Meisterschaft gewinnen. In den verbleibenden 5 Rennen könnte ein einzelner Fahrer noch insgesamt 150 Punkte einsammeln. Aber es ist eben nicht wie in der Formel 1. In der Formel E gewinnt nicht immer das gleiche Team oder der Fahrer, der schon beim Start die Nase vorne hat. Hier wird strategischer gefahren und die Leistung des Autos ist nicht unbedingt entscheidend.

Nelson Piquet Jr. glaubt an den Titel

Nach seinem zweiten Platz in Buenos Aires glaubt Nelson Piquet Jr., dass er mit um den Meisterschaftstitel kämpfen kann. Nach zwei Podiumsplätzen in Folge ist Piquet jr. nur noch 21 Punkte hinter dem führenden Lucas di Grassi vom Team Abt auf Position 5 der Rangliste. Mit einem Sieg in Miami könnte er sich an die Spitze der Rangliste setzen. Allerdings müssten die anderen drei Fahrer dabei auch mitspielen.

Nichtsdestotrotz rechnet sich Piquet Jr. Chancen auf den Titel aus. "Mit etwas Glück und harter Arbeit vom Team und mir...warum nicht? Wir liefern Resultate und sind schnell", sagte Piquet. 

Nach dem etwas verrückten Rennen in Buenos Aires  hatte er die Hoffnung schon verloren. Nach dem Boxenstop musste Piquet an der roten Ampel an der Boxenausfahrt stehen bleiben und verlor eine komplette Runde auf die Führenden. 

"Ich kam in die Box, wechselte das Auto und als ich rausfahren wollte, stand ich vor der roten Ampel. Ich wusste, jetzt sind wir eine Runde zurückgefallen. Ich war furchtbar wütend und dachte nur noch: Ok, alles was jetzt noch geht, ist die schnellste Runde und das Rennen zu Ende fahren", sagte Piquet zu der Situation. 

Doch dann sortierte die FIA das Feld hinter dem Safety Car wieder in die richtige Folge und Piquet jr. bekam seine Runde Rückstand wieder zurück, ohne es aber selbst zu merken. Als er auf die Spitzengruppe auffuhr, hielt er sich aus dem Kampf zwischen Abt und Vergne heraus, da er sich nicht in die Spitze einmischen wollte und konnte so zwei Plätze gut machen. Erst beim Überfahren der Zielline meldete das Team: "Gut gemacht, du bist Dritter". "Dritter? Wie ist das passiert? Sind alle ausgefallen?", antwortete Piquet darauf. Witzig fand der Brasilianer die Situation jedenfalls nicht. "Das Team hätte mich verständigen müssen", sagte er.

Jaimie Alguersuari will nicht zurück in die Formel 1

Auch Jaimie Alguersuari, der sich bis jetzt in jedem Rennen steigern konnte, kann noch in die Meisterschaft eingreifen. Mit 26 Punkten liegt er im Moment auf Rang 7 der Meisterschaft. Aber ein Sieg in Miami könnte ihn bis auf Platz zwei nach vorne bringen. Da noch fünf Rennen in dieser ersten Saison der Formel E zu fahren sind, stehen die Chancen für alle Fahrer immer noch gut.

Auch gab Alguersuari der Formel 1 eine endgültige Absage. Von 2009 bis 2011 fuhr er in der Königsklasse, konnte sich aber nie richtig durchsetzen und wurde dann von Red Bull etwas unsanft entlassen. Eine Rückkehr schließt Alguersuari aus.

"Ich möchte mich einem Sport hingeben, der professionell ist, der mir eine Zukunft anbietet und der immer noch an die Romantik von Talent, Erfahrung und menschlichem Faktor glaubt", sagte der Spanier in einem Interview mit 'motorsport.com'. "Und darum geht es mir hier gut."

"Wir müssen das Racing wieder dorthin zurückführen, wo es mit den Autos, den Unfällen, den Überholmanövern einmal war", fordert Alguersuari.  "Die Leute wollen Spaß, sie wollen Abwechslung. Sie wollen nicht sehen, dass irgendjemand das Rennen in der ersten Runde gewinnt und das war's. Für mich liegt die Zukunft absolut in der Formel E. Darauf wette ich 100 Prozent."

Jarno Trulli hat Probleme mit dem Auto

Jarno Trulli hingegen hatte einen sehr schlechten Start in die Formel E. Nur einen vierten Platz in Punta del Este konnte Jarno Trulli bis jetzt für sich und sein Team verbuchen. So liegt der Italiener auch nur auf Platz 13 der Rangliste. Auch seine Teamkollegin Michela Cerruti hat so ihre Probleme und konnte noch gar keine Punkte erreichen.

"Es ist eine größere Herausforderung, Teambesitzer als Fahrer zu sein", sagte Trulli. "Es war ziemlich schwierig, ein Team aus dem Nichts aufzubauen. Im Vergleich zu den anderen Teams begannen wir sehr spät und mussten deshalb hart arbeiten, um sicherzustellen, dass alles gut geht."

Und viel gut gegangen ist bis jetzt noch nicht. 3 Nullnummern in vier Rennen...

Auch hat Trulli so seine Probleme mit der Serie.  "Die Rennen sind eigenartig, denn im Motorsport geht es normalerweise darum, Gas zu geben, aber hier muss man den Verbrauch richtig managen", sagte Trulli. "Ich war es gewohnt, das ganze Rennen über zu pushen."

Um ehrlich zu sein, habe ich das Rennfahren nicht vermisst", gibt Trulli zu. "Ich tue das alles nur, um dem Team zu helfen und sicherzustellen, dass es wächst, damit wir diese Herausforderung vernünftig beginnen."

Nicolas Prost sieht es positiv

Besser lief es dagegen für Nicolas Prost. In jedem Rennen konnte er bis jetzt punkten. Wenn auch das Rennen in Peking einen bitteren Beigeschmack hatte, so liegt er jetzt nach vier Rennen auf Platz 4 der Wertung und hat nur noch 16 Punkte Abstand auf Lucas di Grassi, der immer noch die Meisterschaft anführt. 

“Buenos Aires war nicht mein bestes Rennen, was die Pace angeht, aber ich bin da gelandet, wo ich gelandet bin”, sagte Prost. “Wir wissen alle, was in Peking passiert ist. In Putrajaya bin ich dann als Elfter gestartet und auf Platz vier vor gefahren. Und in Punta del Este wäre ich ohne Strafe aufs Podium gekommen. Die Dinge laufen also mittlerweile für mich.” 

Noch sind es 50 Tage bis zum nächsten Rennen. Am 14.03. in Miami werden alle Autos neue Radaufhängungen haben und wir hoffen, dass diese dann auch über die ganze Distanz halten. 

 
 

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