Jean-Paul Driot, Gründer des Teams DAMS im Interview

Interview mit Jean-Paul Driot, e.dams

Das französische Team e.dams ist die Verbindung zwischen zwei der größten Namen im Motorsport – Jean-Paul Driot, Gründer des Teams DAMS und dem viermaligen Formel 1 Weltmeister Alan Prost. Mit fast 25 Jahren Erfahrung im Rennsport hat Jean-Paul zusammen mit seinem Team zahlreiche Titel in der Formel 3000, A1GP und Formel Renault 3.5 erringen können. Im Interview mit der Formula E stand Jean-Paul Rede und Antwort:

Was hat sie dazu bewogen in die Formel E einzusteigen?

Unsere Motivation an der Formel E teilzunehmen, basiert auf unserer Leidenschaft für Motorsport und auf der Notwendigkeit, den Sport zu nachhaltigerer Umweltfreundlichkeit zu bewegen. Die Formel E bietet hier konkrete Lösungen und wir sind davon überzeugt, mit unseren Ideen und neuen Entwicklungen, diese Lösungskonzepte auch auf die Strasse bringen zu können. Was uns an dem Konzept noch gefällt, ist die Tatsache, dass die Formel E in den schönsten Städten der Welt Rennen fahren wird. Was bedeutet, dass der Motorsport zu den Menschen kommt und nicht umgekehrt. Wir glauben, dass die Rennen großartige Events werden, die ein jüngeres und breiteres Publikum anziehen werden. Auf diese Art und Weise eine kann eine völlig neue Ära des Motorsports geschaffen werden.

Was sind für Sie die größten Herausforderungen der ersten Saison und wie schätzen Sie Ihre Chancen ein?

Der gesamte Ablauf wird eine echte Herausforderung für uns und für alle anderen. Jeder beginnt mehr oder weniger bei Null. Es ist eine ganz andere Art von Rennsport und wir müssen viel lernen. Zunächst müssen wir uns auf den neuen Rennwagen einstellen, mit seinem neuartigen elektrischen Antriebskonzept. Auch das Format der Veranstaltung stellt uns vor Herausforderungen. Alles an einem Tag; freies Training und Qualifying am Morgen und das Rennen am Nachmittag. Fahrer, Mechaniker und Ingenieure haben so nur einen sehr kurzen Zeitraum, um sich auf die Gegebenheiten einzustellen und bestmögliche Performance zu erreichen. Das wird sehr schwierig werden und jeder im Team muss so effizient wie möglich handeln. Es gibt sehr viele neue Parameter, die wir erst noch verstehen und handlen müssen. Aber durch unsere Erfahrungen und Kenntnisse im Motorsport, sowie unsere erfahrenen und hochqualifizierten Mitarbeiter sind wir sicher, daß wir das alles meistern werden.

Wie waren die Reaktionen auf die Formel E in Frankreich? Glauben Sie, dass ein Rennen in Paris beliebt wäre?

Es gab einige Diskussionen über ein Rennen in Paris. Leider kam es zu keiner Entscheidung, da die nächste Wahl in naher Zukunft stattfindet und sich keiner der Kandidaten mit so einer Entscheidung zu weit aus dem Fenster lehnen möchte.

Wir hoffen, dass es andere Städte in Frankreich geben wird, die sich dafür entscheiden. Wir sind überzeugt, dass ein Rennen in Frankreich eine Menge Leute anziehen würde.

Was halten Sie vom Spark-Renault SRT_01E?

Das Auto sieht vielversprechend aus. Bis jetzt hat der Wagen 2500 km ohne größere Probleme hinter sich gebracht und das ist für eine so innovative Neukonstruktion schon eine Leistung. Das erste Auto wird im Mai geliefert und wir freuen uns schon darauf, die ersten Rückmeldungen von unseren Fahrern zu bekommen.

Möchten Sie mehr Teams aus Frankreich dabei haben?

Die Formel E ist auf 10 Teams begrenzt. Wir denken es ist gut ein internationales Feld zu haben und im Moment sind wir das einzige Team aus Frankreich. Wenn es so bleibt, um so besser.

Haben Sie noch Nachrichten für uns über ihre potenziellen Fahrer?

Im Moment sind wir noch in Gesprächen mit einer ganzen Anzahl von Fahrern. Dabei haben wir keinen Fokus auf französische Rennfahrer. Wir wollen schnelle, erfahrene Fahrer mit einem guten technischen Hintergrund. Sie sollen dem Team helfen das Auto zu verstehen. Wenn man das Ein-Tages-Format berücksichtigt, glauben wir, dass das Feedback des Fahrers der Schlüssel zum Erfolg sein wird.

  

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