Jaguar stellt Formel-E-Rahmenserie I-Pace eTrophy zum Saisonende ein

Die Rahmenserie der Formel E - die Jaguar I-Pace eTrophy - wird zum Ende der Saison 2019/20 eingestellt. Das gab Jaguar Racing in einer Pressemitteilung am Dienstagabend bekannt. Als Begründung nannte der britische Automobilhersteller eine Neuausrichtung im Motorsport als Folge der Corona-Pandemie.

"Die Serie hat viele Ziele, die wir uns gesetzt hatten, erreicht", sagt James Barclay, Teamchef des Jaguar-Formel-E-Teams. "In diesen durch die Corona-Pandemie außergewöhnlichen Zeiten haben wir unsere Strategie jedoch überarbeitet und entschieden, die Jaguar I-Pace eTrophy nach zwei erfolgreichen Saisons einzustellen. Wir möchten uns bei allen Teams und Partnern bedanken, die uns auf dieser Reise begleitet haben und die Vision verwirklicht haben."

Die Jaguar I-Pace eTrophy wurde 2018 im Rahmen von Jaguars Elektro-Offensive, die auch den Formel-E-Einstieg 2016 beinhaltete, gegründet. Der Brasilianer Sergio Jimenez krönte sich am Ende der ersten Saison zum Meister. Die Serie bestreitet in diesem Jahr ihre zweite Saison im Rahmenprogramm der Formel E. Bisher konnte sie jedoch erst drei Rennen der Meisterschaft 2019/20 austragen: zwei zum Saisonauftakt in Saudi-Arabien und eines in Mexiko. Insgesamt waren zehn Rennen für diese Saison angedacht.

Ursprünglich wollte die Elektroserie einmal mit 20 Autos in ihre erste Saison starten. Im Endeffekt gingen jedoch nur rund zwölf Fahrer im Debütjahr an den Start. In der zweiten Saison konnte man das Starterfeld nicht einmal mehr halten und trug die Rennen in Mexiko und Diriyya mit gerade einmal zehn Fahrern aus.

Auch in Sachen Rennaction tat sich die I-Pace eTrophy immer schwer: Da alle Fahrer über identische Fahrzeuge verfügten, gestaltete sich das Überholen mit den SUVs als fast unmöglich. Durch die Einführung des Attack-Modes in Saison 2 wurde versucht, diesem Problem entgegenzuwirken - mit mäßigem Erfolg. Der Markenpokal hatte eigentlich einen Vertrag mit der Formel E für drei Jahre, der nun vorzeitig beendet wurde.

Keine Auswirkungen auf Formel-E-Engagement von Jaguar Racing

"Jaguar ist ein fantastischer Partner - auf und neben der Strecke", sagt Formel-E-CEO James Reigle. "Wir als Formel E freuen uns, dieses Projekt unterstützt zu haben. Es hat gezeigt, wie unsere Partner unsere Plattform nutzen können und dadurch die Entwicklung elektrischer Fahrzeuge vorantreiben. Wir freuen uns, auch in Zukunft mit Jaguar Racing in der Formel E zusammenzuarbeiten."

Am Engagement in der Formel E will Jaguar Racing nichts ändern, betont Teamchef Barclay. "Wir bleiben dem elektrischen Motorsport und unserem Formel-E-Programm weiterhin treu, da das ein wichtiger Teil unseres Wandels hin zur Elektromobilität ist. Ich freue mich auf die Fortsetzung der Formel-E- und Jaguar I-Pace eTrophy-Saisons, sobald es für das Team und die Partner wieder sicher an der Rennstrecke ist."

Wie viele eTrophy-Rennen es noch geben wird, ist noch nicht abzusehen. Da bislang nicht sicher ist, ob die Formel E ihre sechste Saison überhaupt noch zu Ende bringen kann, schwebt auch über dem Markenpokal noch ein Fragezeichen. Zumal die Personenanzahl bei einer Rennveranstaltung so gering wie möglich gehalten werden soll. In jedem Fall war es ein kurzer Stint für die Jaguar I-Pace eTrophy.

von Svenja König  

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Kommentar von Tobias Beck |

Sehr enttäuschend! Habe das Rennen 2019 in Berlin sehen können und das Rennen war um Welten spannender als das Formel E Rennen. Ein großer Unterhaltungsfaktor wird fehlen!

Kommentar von Helmut |

Kein Wunder. Solche Panzer sind einfach für Rennsport nicht geeignet. Ich hab mir die ersten paar Rennen angesehen, aber da war kein wirkliches Highlight dabei.

Überhaupt reißt wohl eher keine Tourenwagen Serie etwas. Um die P-GT (oder wie auch immer die Tesla Serie heißen sollte) ist es ja auch komplett ruhig geworden. Ist die endgültig tot oder soll da doch noch was kommen.

Einzig die WRX kann ich mir gut vorstellen, da hier die Läufe eher kurz sind und Drehmoment sicher sehr hilfreich ist. Siehe auch Trophee Andros, wo ja seit heuer die E-Renner dominierend waren.

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