Lucas-di-Grassi-Champagne-Podium

Jean-Eric Vergne siegt in Montreal, Lucas di Grassi ist Formel-E-Meister

Lucas di Grassi ist Formel-E-Meister 2017. Dem Brasilianer in ABT-Diensten reichte ein siebter Platz beim Saisonfinale in Montreal zum Titel, weil Rivale Sebastien Buemi nur auf Position elf kam. Den Rennsieg - seinen ersten in der Formel E überhaupt - holte sich Jean-Eric Vergne vom chinesischen Team Techeetah. Zweiter und damit Gesamtdritter wurde Mahindra-Rookie Felix Rosenqvist. Das Podium komplettierte Jose Maria Lopez im Virgin.

Die Meisterschaft entschied sich eigentlich schon in der ersten Kurve. Buemi, der von Platz 13 gestartet war, wurde im Getümmel von hinten getroffen. Pikanterweise fuhr ihm ausgerechnet Antonio Felix da Costa, den Buemi im hitzigen Wortgefecht am Samstag noch fälschlicherweise beschuldigt hatte, ins Heck und beschädigte den Renault leicht. Ein Teil flatterte hinten am Auto herum und drohte abzufallen. Genau in dem Moment, als die Rennleitung Buemi zur Reparatur an die Box zwang, löste sich das Teil und blieb auf der Stecke liegen. Somit fuhr Buemi völlig sinnlos durch die Boxengasse, hielt kurz an, ohne dass die Mechaniker jedoch etwas hätten tun können, und fuhr wieder weiter. Er schimpfte am Funk über die Entscheidung der Rennleitung und ordnete sich mit großem Rückstand am Ende des Feldes wieder ein.

An der Spitze machte Vergne beim Start einen Platz gegen Bird gut und nahm in den folgenden Runden die Verfolgung von Felix Rosenqvist auf, der seine Führung am Start verteidigt hatte. Weiter hinten im Feld drehte sich Stephane Sarrazin in Kurve 1, es kam zu Berührungen, unter anderem mit einem Jaguar.

Nach wenigen Runden ging Nick Heidfeld an Bird vorbei und holte sich den zwischenzeitlichen dritten Platz. Zwar holte sich der Brite Platz drei später von Heidfeld zurück, am Ende musste er sich jedoch seinem Teamkollegen Lopez geschlagen geben. Am Ende Rang vier für Bird - sowohl im Rennen als auch in der Meisterschaft.

Buemi kämpfte sich am Ende des Feldes nach und nach an Teamkollege Prost heran, der nach einer Strafversetzung als Letzer gestartet war und letztlich nur um die schnellste Runde kämpfte - was ihm auch gelang. Buemi überholte ihn schließlich und arbeitete sich Position um Position nach vorn. Weiter als Rang elf sollte die Reise des Schweizers jedoch nicht gehen. Rivale di Grassi hingegen verbrachte eigentlich das gesamte Rennen in einer äußerst komfortablen Position: Er fuhr stets ungefährdet in den Top 10, zudem hatte er über weite Strecken Teamkollege Daniel Abt als Schutzschild hinter sich. Der Deutsche ging kurz vor Schluss noch an di Grassi vorbei und wurde somit Sechster.

Bei den Boxenstopps gab es ein paar Verschiebungen. Während die beiden ABT-Fahrer Plätze verloren, profitierte vor allem Maro Engel, der plötzlich auf Position sechs fuhr. An der Spitze blieb Rosenqvist vor Vergne und hatte nach dem Stopp sogar einen Vorsprung von gut sieben Sekunden. Den sollte Vergne jedoch schnell wieder aufholen...

Vergne schnappt sich Rosenqvist

Etwa eine Viertelstunde vor dem Ende ging Vergne beherzt an Rosenqvist vorbei und übernahm die Führung. Hinter dem Duo überholte Lopez seinen Teamkollegen Bird und machte in den letzten Runden sogar noch mal Jagd auf Rosenqvist. Vergne enteilte an der Spitze und holte sich seinen lang ersehnten ersten Formel-E-Sieg.

Kurz vor Schluss sorgte Loic Duval noch mal für Aufregung. Im Zweikampf berührte ihn Robin Frijns, wodurch Duval in der Streckenbegrenzung landete - das Aus für den Franzosen. Zwar stand sein Unfallauto an einer ungünstigen Stelle, doch weil nur noch zwei Runden zu fahren waren, verzichtete die Rennleitung auf das Safety-Car und behalf sich mit gelben Flaggen.

Die wichtigste Nachricht des Tages war die Zieldurchfahrt von Lucas di Grassi knapp 25 Sekunden nach dem Rennsieger Vergne. Nach Platz drei in der ersten Formel-E-Saison und Platz zwei im zweiten Jahr krönte sich der Brasilianer in logischer Konsequenz erstmals zum Champion. Vor dem Wochenende hatten seine Chancen noch eher schlecht gestanden, doch durch Pech und zwei entscheidende Fahrfehler verspielte der eigentliche Favorit Buemi den Titel. Renault e.dams sicherte sich immerhin zum dritten Mal in Folge den Meistertitel in der Teamwertung.

Die vierte Formel-E-Saison beginnt am 2. Dezember in Hongkong. Zwischendurch, Anfang Oktober, wird jedoch bereits getestet - erstmals im spanischen Valencia. Wir sind aber natürlich auch in der Off-Season für dich da und versorgen dich tagtäglich mit allen News aus der Welt der Formel E. Wir sagen an dieser Stelle DANKE für eine tolle dritte Saison.

Das provisorische Ergebnis des Montreal ePrix

von Timo Pape 

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Kommentar von Nico |

Glückwunsch an Lucas di Grassi

Kommentar von Jens |

Herzlichen Glück Wunsch Di Grassi
könne ihn denn Titel von ganzen Herzen wie schon lange kein Fahrer mehr in Motorsport
Ja und zu Beumi würde sagen in 2-3 Jahren wenn die ganzen Werksteam kommen wird es sowas nicht mehr geben das ein Fahrer in einer anderen Rennserie Fährt und ein Wochenende aussetzt.
Denn wo möglich war das der Haupt Grund.
Aber da braucht sich jetzt niemand beschweren es ist nicht DI Grassi schuld

Kommentar von Ursula |

Riesen Glückwunsch!!!!!!!!!!!!!! an Luca und das ganze Abtteam aus Oy. Endlich hat es geklappt

Kommentar von Chris |

Gratulation an Di Grassi ! Nach so einer spannenden Saison hat er den Titel verdient,obwohl Buemi zuerst zu dominieren schien.Aber den Titel hat er sich wohl versaut mit dem Crash am Samstag.Und sein Wutausbruch wahr wohl sehr unangebracht.

Schade das Nick Heidfeld,trotz einer eigentlich guten Saison,leider seinen ersten Sieg nicht einfahren konnte.Ich hoffe er bleibt bei Mahindra oder wechselt zu einem der Top-Teams wie Abt und holt sich nächste Saison seinen ersten verdienten Sieg.Bleib dran "Quick" Nick,du schaffst das schon !

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