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Kalender-Entwurf geleakt! Formel E 2018 womöglich in München, Berlin in Gefahr

Die Woche startet mit einer echten Hammer-Meldung: Die Formel E könnte 2018 in München fahren. Das geht aus einem Kalenderentwurf für Saison vier hervor, den 'Motorsport.com' (Deutschland) einsehen konnte. München stünde demnach als mögliche Alternative für Berlin am 19. Mai 2018 bereit. Offenbar zieht die Formel E in Erwägung, die Hauptstadt nach dem doppelten Location-Wechsel (2015 Tempelhof, 2016 Karl-Marx-Allee, 2017 Tempelhof) zu verlassen und wieder einen echten Stadtkurs zu befahren. Darüber hinaus sind die neuen Austragungsorte Santiago (Chile), Sao Paulo (Brasilien), Rom (Italien) und Moskau (Russland) beziehungsweise Zürich (Schweiz) in den provisorischen Jahresplan eingezogen.

Der Saisonstart soll wie geplant in Hongkong stattfinden, diesmal jedoch deutlich später als bisher (zuletzt am 9. Oktober 2016) und als zweitägiges Doppelrennen. Diese Information hatten wir euch ja bereits im ePod mitgeteilt. Gerüchteweise soll auch Shanghai noch im Rennen sein. Anschließend würde die Formel E erstmals in Santiago Station machen, der Hauptstadt von Chile (wir berichteten über die Verhandlungen). Es folgt die dritte Auflage des Mexico City ePrix, bevor wie erwartet die brasilianische Metropole Sao Paulo neu an Bord wäre.

Zum Start der Europa-Saison im April 2018 stünde die "ewige Stadt" Rom auf dem Programm. Nach dem dortigen politischen Votum für die Formel E vor einigen Wochen ist ein Rennen im EUR-Viertel wahrscheinlich. Es folgt der Paris ePrix, bevor die Elektroserie wieder nach Deutschland kommt. Die Entscheidung, ob zum vierten Mal in Berlin gefahren wird, oder die Formel E einen neuen Stadtkurs in München nutzen wird, steht noch aus. Im Gegensatz zu diesem Jahr wird jedoch voraussichtlich nur ein einzelnes Rennen in Deutschland ausgetragen.

Im Juni 2018 könnte die Formel E anschließend entweder in Moskau - wo schon 2015 ein Rennen stattfand - oder in Zürich fahren. Wie wir bereits im Januar exklusiv berichteten, hat die Stadt in der Schweiz sehr gute Karten, ein eigenes Rennen am Zürich-See zu organisieren. Das Layout steht bekanntlich längst fest.

Doppelrennen in Übersee bleiben, London fehlt weiterhin

Ende Juni macht die Formel E wie auch in diesem Jahr voraussichtlich den Sprung über den "großen Teich". Zunächst soll New York zwei Saisonläufe austragen, anschließend fände das Finale abermals in Montreal statt - ebenfalls als "Double-Header". Somit gäbe es auch in Saison vier gleich drei Doppelrennen, wodurch die Formel E auf insgesamt 13 Läufe in zehn verschiedenen Städten käme. Der endgültige Formel-E-Kalender soll wie geplant im Juni dem Weltrat des Automobil-Weltverbands (FIA) zur Ratifizierung vorgelegt werden. Die endgültigen Termine für Saison vier sollen am 19. Juni festgelegt werden.

Nachdem die Formel E in Buenos Aires bekanntermaßen einen neuen Austragungsort für das Rennen suchen muss, ist die argentinische Hauptstadt vorerst aus dem Kalender gerutscht. Im Sinne der Fans wäre der Verlust des Buenos Aires ePrix ein herber, denn zumindest der Stadtkurs in Puerto Madero sorgte stets für jede Menge Action.

Zudem sind wie erwartet Marrakesch und Monaco nicht mehr im Kalender dabei. Bezüglich der Stadt in Marokko war bereits gemutmaßt worden, dass die Formel E nur wegen des dortigen Weltklimagipfels im Dezember 2016 zu Gast gewesen ist. Der Monaco ePrix findet wegen eines Klassik-Festivals nach wie vor nur alle zwei Jahre statt und kehrt somit erst in Saison fünf in den Rennkalender zurück. Brüssel ist übrigens ebenfalls nicht mehr aufgeführt, nachdem das Rennen für 2017 abgesagt werden musste.

Erstaunlich ist die Abstinenz von London, denn eigentlich sollte die britische Hauptstadt nach einem Jahr Pause auf jeden Fall in den Formel-E-Kalender zurückkehren. Nach Anwohnerprotesten hatte die Rennserie den Battersea Park nach dem Finalwochenende 2016 verlassen und bemüht sich seither um einen alternativen Stadtkurs. Favorisiert sei eine Strecke in der Nähe des Buckingham Palace. Berichten zufolge bestehen aber noch Chancen auf einen London ePrix in Saison vier. Wir sind sehr gespannt, wie der finale Kalender aussehen wird - und ob München ein eigenes Formel-E-Rennen bekommt.

Der provisorische Formel-E-Kalender 2017/18

Entwurf

02./03.12.2017         Hongkong Hongkong
13.01.2018 Santiago Chile
24.02.2018 Mexiko-Stadt Mexiko
17.03.2018 Sao Paulo Brasilien
07.04.2018 Rom Italien
28.04.2018 Paris Frankreich
19.05.2018 Berlin/München         Deutschland
23.06.2018 Moskau/Zürich Russland/Schweiz    
30.06./01.07.2018 New York USA
28./29.07.2018     Montreal Kanada

 

von Timo Pape 

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Kommentar von Andrea |

Also als echter Berliner wäre ich für Berlin, aber mit nicht auf einem Flughafen. Die Formel E gehört mitten rein und nicht an den Rand. Ich fahre auch nach München. Berlin als Hauptstadt sollte es sich überlegen, die Ausrede Straßensperren und bla bla sind lächerlich. Immerhin bringt es der Stadt auch Geld ein. Aber so schafft Berlin sich ab

Kommentar von Jean |

München wär für mich der Tod der Serie. Dann lieber Norisring, wenn es wegen BMW und Audi Bayern sein muß. Auch in Berlin produziert übrigens BMW. Aber ich sehe auch ein, dass wegen der Grünen Ideologen der Agag irgendwann keinen Bock mehr hat ,und THF der Serie nicht würdig ist. Da könnten sie auch, wie die F1 vor 35 Jahren auf dem Parkplatz des Cesars Palace fahren.

Kommentar von Thorsten |

Muss ehrlich sagen, die Location in Deutschland ist mir herzlich egal, solang sie spannende Strecken-Action bietet - Tempelhof und Karl-Marx-Allee sind ja auch nicht grade an den spannedsten Orten gelegen (vom Fernsehturm mal abgesehen).
Was mich viel mehr stört ist die Streichung von Marrakesch als einziges Afrika-Rennen mit cooler Strecke (könnten ja dann wenigstens z.B. nach Südafrika umziehen), Buenos Aires ist mit dem Aus der aktuellen Strecke für mich auch egal (gibt ja jetzt doppelten Südamerika-Ersatz).
Fänd noch Australien ganz gut (war doch auch im Gespräch), dann hätte man (mit Marrakesch oder z.B. Südafrika) auf allen Kontinenten Rennen, das wär doch was ;)

Kommentar von Tobias Wirtz |

Für mich stellt sich die Frage, wie zuverlässig dieser Kalenderentwurf überhaupt ist.

Die Tatsache, dass zwei Termine angeblich unter der Woche sein sollen, spricht für alles andere als Seriosität. München wäre nur für uns Deutsche eine echte Alternative, besonders im Ausland ist Berlin gerade wegen der Historie als geteilte Stadt um ein Vielfaches höher angesehen. Daher wage ich auszuschließen, dass die Formel E freiwillig eine andere Stadt in Deutschland sucht.

@Thorsten: Marrakesch war ein einmaliges Event anlässlich des Weltklimagipfels, von einem mehrjährigen Vertrag war dort meines Wissens nach nie die Rede.

Kommentar von Tobias Wirtz |

P.S.: Außerdem glaube ich, dass nur eine Woche Abstand zwischen den beiden Rennen in Moskau (oder Zürich) und New York nicht umsetzbar ist. Das entspricht einer Entfernung von 7500 km bzw. 6300 km Luftlinie!

So schnell hat die Meisterschaft noch nie zwischen zwei Kontinenten gewechselt, das widerspräche auch der bislang immer propagierten logistischen Ausrichtung der Serie.

Kommentar von Tim A. |

Zunächst zur Frage, ob München oder Berlin: Das ist mir ziemlich egal, obwohl für mich Berlin sehr viel näher läge. Wäre ich allerdings der Organisator, so hätten mich die Schikanen der Berliner Stadtregierung jedenfalls bereits schon "rausgeekelt".

Eines macht mich aber traurig: Bisher sind im provisorischen Kalender nur 10 Austragungsorte. Wenn wir nun den regulären Schwund von 2-3 Rennen einrechnen, dann stehen wir am Ende vielleicht nur mit 7 Austragungsorten da. Und selbst in dem Entwurf gibt es schon 6-wöchige Pausen. Eigentlich sollten die Abstände zwischen den Rennen noch kleiner werden. Tja, mal schauen, was da noch passieren wird.

Kommentar von Gabriele |

Formel E muss in der Hauptstadt bleiben! Ich will nicht nach München, ich bin nach Berlin gezogen weil hier was los ist , also bitte die Formel E muss bleiben! Berlin ist groß genug

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