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Keine Bewilligung für Rennstrecke: Zürich erteilt Formel E Absage für 2020

In Zürich wird 2020 kein Formel-E-Rennen stattfinden. Das bestätigte der Stadtrat der Limmatstadt am Mittwochnachmittag. Hintergrund ist ein Beschluss der ETH Zürich und des Züricher Stadtrates, die die nötigen Baumaßnahmen für den geplanten Kurs auf dem städtischen Hochschulcampus als "unverhältnismäßig und nicht nachhaltig" bewerteten und der Formel E damit eine Absage erteilten.

Ursprünglich hätte die Elektroserie nach dem Swiss E-Prix von Bern am vergangenen Wochenende im Jahr 2020 wieder nach Zürich zurückkehren sollen. Dort gastierte die Formel E bereits 2018. Anfang April wurde dafür ein Streckenentwurf am Hochschul-Campus auf dem Hönggerberg zur Prüfung an den Stadtrat gesendet, der den Plan gemeinsam mit der Züricher ETH analysierte. In einem offiziellen Statement heißt es nun, dass die Hochschule keine Einwilligung für ein Rennen auf ihrem Areal geben werde.

Bei der Beurteilung des Gesuchs "zeigte sich, dass die für den Swiss E-Prix nötigen baulichen Eingriffe in unsere Anlagen erheblich sind und langfristig keinen Nutzen bringen, da man sie nach dem Rennen vollständig zurückbauen muss", wird ETH-Vizepräsident Ulrich Weidmann in einer Mitteilung zitiert. Neben der Tatsache, dass die Campus-Infrastrukturen nicht für ein derartiges Großereignis ausgelegt seien, vertragen sich die Baumaßnahmen nicht mit den langfristigen Bestrebungen der ETH, ihren Campus bis 2040 nach innen zu verdichten, um das angrenzende Naherholungsgebiet und die Landschaft zu schonen.

Derron: "Wahrscheinlichkeit klein, dass Formel-E-Rennen 2020 stattfindet"

Ein alternativer Plan für eine Rennstrecke am Seebecken wurde bereits im Mai vom Sicherheitsdepartment abgelehnt, da der Stadtrat 2018 beschlossen hatte, keine weiteren Autorennen direkt in der Innenstadt oder am See mehr zu bewilligen. "Für eine andere Strecke auf dem Gebiet der Stadt Zürich liegt kein Gesuch vor", bestätigte am Mittwoch auch der Stadtrat selbst. Zumindest 2020 wird daher kein E-Prix in Zürich stattfinden können.

"Wir bedauern den Entscheid sehr und sind enttäuscht", kommentiert Pascal Derron, der CEO des Rennveranstalters, die Entwicklungen in Zürich. Laut eigener Aussage will die Swiss E-Prix Operations AG in den kommenden Tagen und Wochen die "neue Ausgangslage analysieren und über das weitere Vorgehen entscheiden."

Derron weiter: "Nun ist die Wahrscheinlichkeit leider klein, dass 2020 ein Formel-E-Rennen in der Schweiz stattfinden kann. Der Entscheid wirft auch die Frage auf, warum die Schweiz und Zürich 2020 die Chance vorbeiziehen lassen, sich mit diesem Anlass mit hohem Publikumsinteresse und internationaler Ausstrahlung als offen, zukunftsorientiert und technologiefreundlich zu positionieren."

Planungen für Genf 2021 haben bereits begonnen

Bis 2027 hält die Swiss E-Prix Operations AG die Lizenz für die Durchführung eines jährlichen Formel-E-Rennens in der Schweiz. "Der politische Prozess für den Swiss E-Prix 2021 in Genf ist am Laufen", bestätigte man uns außerdem auf Anfrage. "Mit dem Zürcher Stadtrat und der Verwaltung stehen wir in engem Kontakt. Nun geht es darum, den Entscheid in Zürich zu analysieren und daraus Folgerungen zu ziehen, auch was ein allfälliges späteres Gesuch für die Durchführung in Zürich betrifft. Interessant wird sein, wie der Zürcher Entscheid in der Schweiz und international aufgenommen wird."

Der Swiss E-Prix fand am vergangenen Wochenende in Bern statt und lockte rund 130.000 Motorsport-Fans an die Rennstrecke. Jean-Eric Vergne (DS) gewann sein drittes Rennen der Saison. Überschattet wurde das Wochenende jedoch von Demonstranten, die am Donnerstag vor dem E-Prix auf der Strecke randalierten und durch die Zerstörung von Werbebannern und Kabeln einen Sachschaden von rund 400.000 Schweizer Franken verursachten.

von Tobias Bluhm 

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