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Andre Lotterer: "80 Prozent der Verantwortung & Leistung beim Fahrer"

Wenngleich DS-Fahrer Andre Lotterer in dieser Saison noch keinen einzigen E-Prix gewinnen konnte, hat sich der 37-Jährige schon jetzt, fünf Rennen vor dem Saisonfinale in New York, als einer der Top-Anwärter auf den Titel in der Fahrermeisterschaft der Formel E ins Spiel gebracht. Gerade einmal einen Punkt trennt ihn derzeit von Robin Frijns (Virgin), der nach seinem Rennsieg in Paris die Führung in der Wertung übernommen hat. Zweimal in Folge kam Lotterer nun auf das Podest. In Monaco soll endlich der erste Sieg her.

"Es ist sehr simpel: Ich will am liebsten alle Rennen gewinnen", lacht Lotterer und erklärt seinen Ehrgeiz. "Hongkong und Rom waren sehr knapp und am Ende dann leider immer wieder enttäuschend. Natürlich ist es in der Formel E schwer zu gewinnen. Die Konkurrenz ist generell sehr stark. Alle Fahrer sind wirklich top, und dadurch, dass die Autos alle sehr ähnlich sind, wird das Ganze umso schwieriger. Dazu ist die Luft oben in der Meisterschaft sehr dünn. Man kann sich wirklich nichts erlauben."

Schon mehrmals stand Lotterer in diesem Jahr kurz vor dem großen Erfolg. In Diriyya setzte eine Durchfahrtsstrafe seinen Hoffnungen auf einen Sieg beim Saisonauftakt ein vorzeitiges Ende. In Hongkong schlitzte ihm Sam Bird (Virgin) im Platzkampf den Reifen auf, in Rom unterlag er dem nur wenig schnelleren Mitch Evans (Jaguar). Dennoch liegt Lotterers erster Erfolg in diesem Jahr in der Luft.

"Wir Fahrer haben schönerweise einen riesigen Einfluss", erklärt er. "Hier ist es nicht so wie in anderen Serien, wo das Auto eine große Rolle spielt und ein gutes Fahrzeug die Garantie gibt, an der Spitze zu fahren. In der Formel E ist es eher das komplette Gegenteil, da gibt es null Garantie vorne zu fahren. Hier liegen mindestens 80 Prozent der Verantwortung und der Leistung beim Fahrer. Wir müssen sehr viel arbeiten im Cockpit."

Telemetrie-Verbot fordert Fahrer

Der gebürtige Duisburger weiter: "Wir haben keine Telemetrie, wir müssen selbständig und allein die Energie managen. Die Fahrer haben also sehr viel Verantwortung. Und zusätzlich gibt es dann eben noch die Faktoren, dass alles zeitlich sehr dicht aneinander ist und man die Stadtkurse nicht kennt und sie, außer natürlich im Simulator, vorher nicht wirklich üben kann. Es ist cool, weil man als Fahrer viel erreichen kann, wenn man das gut in Angriff nimmt."

Lotterer wird bereits am Samstag den nächsten Angriff auf seinen ersten Formel-E-Karrieresieg unternehmen. Nachdem sein DS-Teamkollege Jean-Eric Vergne, der zugleich der amtierende Formel-E-Meister ist, im März im chinesischen Sanya gewinnen konnte, will Lotterer in Monaco seinen ersten Sieg feiern. Der E-Prix im Fürstentum beginnt um 16:30 Uhr, die ARD überträgt den Lauf live im Free-TV.

von Tobias Bluhm  

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