Bird-Podium-Lotterer-Laugh

"Hätte Sam fast noch angegriffen, um es ihm heimzuzahlen" - die Stimmen zum Freitagsrennen in Diriyya

Porsche feierte beim ersten Rennen der Formel-E-Saison 2019/20 einen Einstand nach Maß. Während Virgin-Pilot Sam Bird in Diriyya siegte, erreichte das neue Werksteam der Zuffenhausener mit Andre Lotterer sensationell das Podium. Nach Platz 2 am Freitag freut sich auch die Teamleitung über eine "gute Grundlage" für die Saison.

Nach 34 Runden und mehreren beinharten Duellen beendete der gebürtige Duisburger Lotterer den Diriyya E-Prix auf dem zweiten Platz und holte damit die ersten 18 Punkte für Porsche in der Formel E. Hinter ihm überquerten Stoffel Vandoorne (Mercedes), Oliver Rowland (Nissan) und Robin Frijns (Virgin) die Ziellinie.

"Das war ein wirklich tolles Debüt für das gesamte Porsche-Team", freut sich Lotterer im Anschluss an den Saisonauftakt. Zum fünften Mal in seiner Formel-E-Karriere beendete er ein Rennen auf dem Podium, erstmals jedoch mit seinem neuen Arbeitgeber. "Nach viel harter Arbeit genießen wir diesen Erfolg umso mehr. Sicherlich wird das dem Team Selbstbewusstsein für die Zukunft geben."

"Während des Rennens haben wir die Uhr und unseren Energieverbrauch sehr genau im Blick gehabt. Wir wussten nämlich nicht, ob wir nicht eventuell doch noch eine zusätzliche Runde fahren müssen. Zwischenzeitlich hätte ich Sam (Bird) fast noch angegriffen, um es ihm für den Unfall in Hongkong (2019, Bird schlitzte Lotterer den Reifen auf) heimzuzahlen", scherzt er. "Aber ich habe mich dann doch mit Platz 2 abgefunden und das Podium nach Hause gefahren. Wir werden unsere Möglichkeit schon noch bekommen."

"Ich bin sprachlos. Das ist ein fantastischer Start für das Team", kommentiert auch Porsche-Teamboss Amiel Lindesay den Podiumserfolg beim Formel-E-Debüt. "Wir wollten eigentlich nicht mehr, als einen reibungslosen Tag haben. Ich bin stolz auf die Arbeit, die das Team im letzten Jahr geleistet hat. Wir haben heute eine gute Grundlage gelegt und machen jetzt weiter Druck."

Bird: "Früchte unserer harten Arbeit geerntet"

Sam Bird blieb im Freitagslauf jedoch unschlagbar. Der Virgin-Fahrer kürte sich am fünften Jahrestag seines ersten Formel-E-Siegs in Putrajaya zum Gewinner in Saudi-Arabien und ist damit der bislang einzige Fahrer, der in jeder Formel-E-Saison ein Rennen gewinnen konnte. "Ich habe mich schon vor dem Rennen richtig wohlgefühlt mit meinem Auto", verrät er. "Das letzte Jahr war sehr schwer. Im Sommer habe ich deshalb viel nachgedacht, mental an mir gearbeitet, Gewicht verloren und bin physisch fitter als je zuvor."

"Aber auch das Team hat während der Sommerpause in unserem Workshop in Silverstone richtig gute Arbeit geleistet. Heute haben wir die Früchte dieser Arbeit geerntet. Es bedeutet mir viel, in diesem Feld mit 23 anderen fantastischen Fahrern gewinnen zu können. Das ist ein guter Start in das Jahr, aber die Arbeit hört hier nicht auf. Mit viel Potenzial im Auto müssen wir im Rennen morgen unser Ergebnis maximieren."

Vandoorne fährt für Mercedes aufs Podest

Auch bei Mercedes gab es Grund zur Freude. Stoffel Vandoorne beendete das erste Formel-E-Rennen der "Silberpfeile" auf Rang 3. "Das war für uns alle ein großartiges Rennen", sagt der Belgier nach dem E-Prix. "Gratulation an das ganze Team. Dass wir das erste Podium im ersten Rennen holen, ist das Ergebnis von viel harter Arbeit hinter den Kulissen. Mal sehen, wie wir uns im zweiten Rennen schlagen werden."

Der zweite Lauf der Formel-E-Saison 2019/20 beginnt bereits am Samstag. Nach dem 3. Freien Training um 6:45 Uhr und der Qualifikation um 11 Uhr startet das Rennen wie bereits am Freitag um 13 Uhr deutscher Zeit. Der E-Prix ist live zu verfolgen bei Eurosport, ZDFsport.de und im Live-Ticker auf e-Formel.de.

von Tobias Bluhm  

Zurück

Einen Kommentar schreiben

NEUESTE NACHRICHTEN

Formel-E-Rückspiegel

Satirischer Blick in die Glaskugel (1/2): Das passiert in der Formel-E-Saison 2021

Nach einem zerrütteten Formel-E-Jahr 2020 soll in der ersten WM-Saison der Serie alles besser werden. Wie in jedem Jahr hat e-Formel.de einen satirischen Blick in die Glaskugel geworfen. Wir prophezeien mit ...
von Timo Pape
Rosberg-Extreme-E-Test-Spanien

TV: ProSieben MAXX überträgt Extreme-E-Rennen live in Deutschland, Österreich & Schweiz im Fernsehen

Die Live-Rennen der neuen Offroad-Rennserie Extreme E werden in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf dem Free-TV-Sender ProSieben MAXX übertragen. Das bestätigte der Veranstalter am Montagmorgen.
von Timo Pape
Venturi-Formula-E-Car-Saudi-Arabia

Leichte Kostensteigerung: So viel kostet ein Formel-E-Fahrzeug in der Gen3-Ära

Die Reduzierung der Kosten war in der jüngsten Vergangenheit der Formel E ein großes Thema. So dürfen die Gen3-Hersteller etwa bis einschließlich 2026 nur im 2-Jahres-Rhythmus einen neuen Antrieb homologieren. Mit der ...
von Tobias Wirtz
Formula-E-Gen-2-Car-in-the-Dark

Formel-E-Hersteller dürfen auch in Gen3 nur alle 2 Jahre neuen Antrieb homologieren, Testfahrten reduziert

Mit der Veröffentlichung der Hersteller-Registrierung für die Gen3-Ära der Formel E hat der Weltautomobilverband FIA die neuen Regeln für Hersteller in den Saisons 9 bis 12 bekannt gegeben. Neben einer ...
von Tobias Wirtz