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Lucas Müller mit Kampfansage vor Finale der Race at Home Challenge: "Siggy hat alles zu verlieren"

Kurz vor dem Start ins letzte Wochenende der Race at Home Challenge steckt der deutsche Simracer Lucas Müller mitten in der Vorbereitung für das E-Sports-Event der Formel E. Als Meisterschaftsdritter zählt der Mahindra-Pilot zu den Favoriten für das "Grand Final". Dank einer Besonderheit im Rennformat hat er, trotz seines großen Rückstands auf Kevin Siggy (BMW), bis zuletzt Chancen auf den Challenger-Titel.

"Ich bin in den letzten Tagen viele Runden gefahren und habe mich gut auf die beiden Strecken vorbereitet", erklärte Müller in einer Video-Pressekonferenz am Donnerstag. Die zwei finalen Meisterschaftsläufe werden auf den bereits bekannten Kursen von Berlin und New York stattfinden. "Ich habe mich auf alle Bedingungen vorbereitet und will das Beste herausholen. Die E-Prix sind klassische Sprintrennen - da ist die Position in der Startaufstellung enorm wichtig. Das Problem ist nur, dass die anderen Fahrer ebenfalls sehr schnell sind."

In den letzten sechs Rennen erreichte der 19-Jährige viermal das Podium. Vor drei Wochen gelang ihm im virtuellen Hongkong E-Prix sogar der Sieg. Nach einem Unfall in der ersten Kurve verpasste er zuletzt jedoch die Punkteränge, wodurch Peyo Peev (Dragon) in New York auf den zweiten Platz im Klassement der sogenannten Challenger, also der Simracer, aufrückte. An der Spitze der Meisterschaft steht weiterhin BMW-Pilot Kevin Siggy: Der Slowene startet mit einem komfortablen Polster von 53 Punkten ins letzte RaHC-Wochenende.

Spektakuläres Format fürs Finale: "The Winner Takes It All"

Das "Double Header"-Finale stellt die Fahrerinnen und Fahrer vor eine neue Herausforderung. Nach einem "normalen" RaHC-Rennen am Samstag bestimmt die Reihenfolge in der Fahrerwertung die Startaufstellung für ein zweites Rennen, das am Sonntag stattfinden wird. Nach dem "Winner Takes It All"-Prinzip wird schließlich der Sieger dieses zweiten Laufs - und nicht der Fahrer mit den meisten Meisterschaftspunkten! - zum Race-at-Home-Champion gekürt.

In der Praxis hat Siggy somit bereits die wichtige Pole-Position für das "Grand Final" am Sonntag sicher, denn weder Peev noch Müller können ihm mathematisch noch die Führung streitig machen. Sein großer Vorsprung wird am Sonntag nichtsdestotrotz auf wenige virtuelle Meter schrumpfen. Bereits in Kurve 1 könnte Siggy seine Führung an einen seiner Rivalen verlieren - und somit womöglich auch die ersehnte Testfahrt im realen Gen2-Renner der Formel E, die dem RaHC-Sieger winkt.

Der Zwischenstand in der Challenger-Wertung (Top 5)

Platz Fahrer Team Punkte
1 Kevin Siggy BMW 129
2 Peyo Peev Dragon 76
3 Lucas Müller Mahindra 73
4 Petar Brljak Nio/Jaguar 71
5 Joshua Rogers Porsche 60

Müller angriffslustig: "An seiner Stelle wäre ich beunruhigt"

"Der Druck auf ihn ist natürlich groß", zeigt sich Müller angriffslustig. "Er hat schließlich alles zu verlieren. Von uns Verfolgern kümmert sich niemand darum, wir wollen einfach nur gewinnen. An Siggys Stelle wäre ich durchaus beunruhigt." So macht sich der Heidelberger weiterhin Hoffnungen auf die Formel-E-Testfahrt: "Ich bin noch nie ein Rennauto gefahren. Der Volkswagen meines Vaters war wohl das schnellste Fahrzeug, in dem ich bislang saß. Diese Möglichkeit zu haben, ist unglaublich und bedeutet mir sehr viel. Allein die Vorstellung davon ist surreal."

Siggy selbst zeigt sich vor dem Challenger-Finale vergleichsweise entspannt: "Ich habe viel Erfahrung auf der Plattform rFactor 2", erklärt er in einer Pressemitteilung von BMW Motorsport. "Ich fahre dort, seit ich 13 Jahre alt bin, und habe erst vor Kurzem die 1.000-Stunden-Marke geknackt. Nun für einen Hersteller wie BMW an den Start zu gehen, ist eine der größten Sachen, die man sich als Simracer vorstellen kann."

Der in den Niederlanden lebende Slowene würde sich ebenfalls über die Fahrt im realen Formel-E-Fahrzeug freuen: "Das ist es, wovon ich immer geträumt habe. Leider hatte ich bis jetzt noch nie das nötige Budget, um richtig in den echten Rennsport einzusteigen. Diese Testfahrt wäre eine tolle Gelegenheit, mich zu zeigen."

Übungsfahrten mit den Formel-E-Profis

In der vergangenen Woche verbrachten sowohl Müller als auch Siggy einige Zeit im Simulator-Training mit den Formel-E-Stammpiloten Pascal Wehrlein und Maximilian Günther. Die beiden Profi-Rennfahrer haben am Wochenende ebenfalls die Chance auf den Titel in der Race at Home Challenge. Im "Driver Grid" wird die Formel E am Sonntag die doppelte Anzahl an Punkten verteilen - ein "perfektes Wochenende" wäre also stolze 81 Punkte wert. Der RaHC-Fahrermeister gewinnt zudem einen speziellen Siegerpokal, der von einem Fan entworfen wurde (siehe Tweet).

Mahindra Racing wird das E-Sports-Finale indes mit einer besonderen Aktion begleiten: Für jeden Zuschauer, der während der RaHC den Twitch-Stream der Formel E verfolgt, möchte das Team zum Anlass des "Internationalen Tags der Umwelt" einen Baum pflanzen. Die zwei finalen "Race at Home Challenge"-Events starten am Samstag und Sonntag jeweils um 16:30 Uhr deutscher Zeit. Wir betten dir auf e-Formel.de wie gewohnt einen Live-Stream ein und begleiten das Geschehen mit eigenen Berichten und Ergebnistabellen.

>>> zur Gesamtwertung der Race at Home Challenge

Foto: Spacesuit Media / Mahindra Racing

VIDEO: Die Highlights des virtuellen New York E-Prix

von Tobias Bluhm  

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