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Max Günther mit nächstem Ausfall in Berlin: "Kümmert mich nicht, wessen Fehler es war"

Nach einem guten Saisonstart und zwischenzeitlich Platz 4 in der Fahrerwertung muss Maximilian Günther seine Titelhoffnungen nach dem ersten "Double-Header" in Berlin wohl begraben. Nach einer Disqualifikation aufgrund von zu viel Energieverbrauch am Mittwoch schied der BMW-Pilot am Donnerstag infolge einer Kollision mit Sam Bird aus.

Nach zwei Nullnummern auf dem Rückwärtslayout des Kurses in Berlin ist der Deutsche nur noch auf dem neunten Platz der Meisterschaft zu finden. Bereits bei den beiden Rennen in Diriyya und beim Mexico City E-Prix war Günther komplett leer ausgegangen. Der Rückstand auf Antonio Felix da Costa beträgt nun schon 81 Punkte. Bei 120 Punkten, die in den kommenden vier Rennen insgesamt noch zu erzielen sind, ist der Titel ein nahezu aussichtsloses Unterfangen.

Dabei hatte der Tag aussichtsreich begonnen: Mit nur 0,017 Sekunden Rückstand auf Lucas di Grassi belegte Günther im einzigen Freien Training des Tages Platz 3. Eine Leistung, die er im Qualifying nicht bestätigen konnte: Mehr als eine halbe Sekunde war der BMW-Pilot langsamer als noch am Vormittag. Seine Runde reichte nur für Startplatz 11.

Nach einem guten Start war Günther zunächst jedoch auf Punktekurs. "Das Rennen hat gut angefangen, ich bin gut von der Linie weggekommen", so der Allgäuer nach dem Rennen. "In Runde 1 habe ich drei Plätze gewonnen und dann meinen Rhythmus gefunden. Ich habe mich im Auto gut gefühlt und war zufrieden."

Günther: Bird "hat mich in die Mauer geschickt"

Dabei sollte es jedoch nicht lange bleiben. Bereits in der fünften Runde zerstörte eine Kollision alle Hoffnungen auf eine gute Platzierung. "Dann gab es leider den Vorfall im Zweikampf mit Sam (Bird) in Kurve 8 bis 10", so Günther weiter. "Er hat mir in Kurve 10 die Tür zugemacht und mich in die Mauer geschickt. Dabei ging der Frontflügel kaputt, und ich erlitt einen Reifenschaden. Wir mussten den Schaden an der Box reparieren, aber ich habe dann nach drei Runden aufgegeben. Das ist natürlich enttäuschend, aber so läuft es leider manchmal."

Auf Nachfrage hin schildert Günther den Zweikampf, der nicht in der TV-Übertragung zu sehen war, etwas genauer: "Bird machte einen guten Move - spät aber gut - in Kurve 8. Wir fuhren dann Seite an Seite in Kurve 9. In Kurve 10 war ich immer noch neben ihm und wollte nach innen reinziehen. Ich habe ihm vorher Platz gelassen, dieses Mal war aber kein Platz für zwei Autos. Die Tür war zu, auch wenn ich an meine Chance glaubte. Es war ein Rennzwischenfall, bei dem es mich nicht kümmert, wessen Fehler es war", so der Deutsche weiter.

Bird: "In der nächsten Kurve wollte er mich dann abschießen"

Sein Konkurrent Bird schildert die Situation naturgemäß etwas anders: "Ich habe einen Schaden erlitten, weil Günther die Kurve nicht aufgegeben hat, auch wenn er hätte zurückstecken müssen. In der nächsten Kurve wollte er mich dann abschießen, danach hat bei meinem Wagen der halbe Frontflügel gefehlt."

Für die Rennleitung war die Schuldfrage übrigens relativ klar: Günther bekam nach dem Rennen eine 5-Sekunden-Zeitstrafe aufgebrummt, weil er die Kollision mit Bird verursacht habe. Da der Deutsche zu dem Zeitpunkt bereits ausgeschieden war, hatte die Strafe jedoch keine Auswirkungen mehr.

Lange muss Günther auf seine nächste Chance jedoch nicht warten. Bereits am Samstag und Sonntag stehen die nächsten beiden Formel-E-Rennen auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof an. Dieses Mal wird das klassische Layout herangezogen. Wir berichten natürlich wieder ausführlich vom zweiten "Double-Header" des "Sixpack von Berlin".

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

von Tobias Wirtz  

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