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Mercedes verschenkt 1. Podium von Nyck de Vries: "Haben ohne Zweifel einen Fehler gemacht"

Das neue deutsche Formel-E-Team Mercedes-Benz EQ war auch an seinem zweiten Elektro-Rennwochenende in Santiago de Chile erfolgreich. Nach zwei Podestplätzen beim Saisonauftakt in Saudi-Arabien fuhren sowohl Nyck de Vries als auch Stoffel Vandoorne in die Top 6 und holten zahlreiche Punkte. De Vries verlor dabei jedoch wegen eines vermeidbaren Teamfehlers nachträglich sein erstes Podium…

Der Niederländer ging vom achten Startplatz ins Rennen. Er verbesserte sich im Laufe der 40 Rennrunden um fünf Positionen und überquerte die Ziellinie - von vielen unbemerkt - als Dritter. Er hatte Mitch Evans kurz vor Schluss noch überholt. Dann jedoch die böse Überraschung für de Vries: Infolge einer nachträglichen 5-Sekunden-Zeitstrafe fiel er auf den fünften Rang zurück. Evans rückte stattdessen wieder aufs Treppchen vor.

Die Ursache hierfür war ein Verstoß bei der Batterietemperatur, denn Mercedes hatte die Mindestkühltemperatur der Einheitsbatterie von McLaren zum wiederholten Male nicht eingehalten. Schon im Shakedown am Freitag hatten die Stuttgarter für das gleiche Vergehen eine Geldstrafe in Höhe von 1.500 Euro erhalten.

"Wir haben ohne Zweifel einen Fehler bei der Kühlung von Nycks Batterie gemacht", gibt Teamchef Ian James zu. "Das hat seine vortreffliche fahrerische Leistung heute untergraben. Daran müssen wir in Zukunft arbeiten."

Nyck de Vries trotzdem zufrieden mit seiner Pace

Nichtsdestotrotz erzielte de Vries mit Platz 5 das bislang beste Ergebnis in seiner noch jungen Formel-E-Karriere. "Ich bin als Dritter ins Ziel gekommen und als Fünfter gewertet worden - alles in allem war es aber ein gutes Rennen", resümiert der Rookie. "Natürlich gibt es immer hier und da noch etwas Verbesserungspotenzial, aber insgesamt war es positiv."

Auf sein Rennen blickt der Formel-2-Meister zufrieden zurück: "Ich hatte keinen perfekten Start auf der Innenseite, konnte den Schaden aber begrenzen. Danach ist es mir in der Anfangsphase des Rennens gelungen, ruhig zu bleiben und einige Fehler der anderen Fahrer auszunutzen. Meine Pace war gut, und ich konnte mich durch das Feld nach vorne kämpfen. Leider habe ich dann noch eine Strafe erhalten, das ist schade. Aber insgesamt war es ein gutes Rennen."

Fahrermeisterschaft: Stoffel Vandoorne neuer Gesamtführender

Direkt hinter de Vries, auf Platz 6, landete sein Teamkollege Stoffel Vandoorne. Für den Belgier war es nach zwei dritten Plätzen in Diriyya die dritte Punkteankunft im dritten Saisonrennen. Trotzdem sei es ein "hartes, sehr ereignisreiches Rennen" für ihn gewesen: "Mein Auto wurde von allen Seiten berührt und fuhr danach nicht mehr hundertprozentig gerade", erklärt Vandoorne. "Deshalb war es sehr schwierig, es bis ins Ziel zu tragen. Ich bin aber froh, dass es mir gelungen ist, denn es gab heute viele Zwischenfälle, und es ist wichtig für uns, erneut eine gute Punkteausbeute mitzunehmen. Darauf kommt es in dieser Meisterschaft an."

Teamchef James bewertet das Santiago-Ergebnis ähnlich: "Ich freue mich über die Plätze 5 und 6, die genau innerhalb unserer Zielsetzung liegen. Wir befinden uns als Team weiter auf dem richtigen Weg, und ich bin froh, dass wir an das anschließen konnten, was wir in Riad begonnen haben. Zum Glück spiegelt sich das auch in der aktuellen Teamwertung wider. Stoffel hat ebenfalls eine ordentliche Performance gezeigt, und ich bin stolz darauf, dass er nun die Fahrerwertung anführt."

Nach drei von 14 Saisonrennen liegt Vandoorne (38 Punkte) mit drei Zählern Vorsprung vor BMW-Pilot Alexander Sims (35), der in Santiago früh ausfiel. In der Teamwertung ist die Reihenfolge genau umgekehrt: Hier rangiert Mercedes (56 Punkte) vier Zähler hinter den Rivalen aus München. De Vries liegt seinerseits mit 18 Punkten auf dem elften Gesamtrang. Aus Chile geht es nun weiter nach Mexiko-Stadt. Dort bestreitet die Formel E am 15. Februar im Autodromo Hermanos Rodriguez den vierten E-Prix der Saison 2019/20.

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

von Timo Pape  

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