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Müller durch Ablenkung verunfallt: "Waren bereit, den Kampf mit den großen Jungs aufzunehmen"

Trotz vielversprechender Ausgangslage mit den Startplätzen 7 und 13 blieb das Team von Geox Dragon beim vierten Formel-E-Saisonlauf bereits zum dritten Mal ohne Punkte. Nico Müller crashte bereits in Runde 3. Sein Teamkollege Brendon Hartley sah die Zielflagge auf Platz 12.

Bereits im 1. Freien Training hatte sich angedeutet, dass das Privatteam aus Los Angeles mit guter Pace unterwegs war: Müller lag zwischenzeitlich an der Spitze des Klassements und wurde schlussendlich Achter. Hartley lag am Ende der Session auf Platz 13. Aufgrund des Trainingsabbruchs nach dem Unfall von Daniel Abt hatte jedoch keiner der beiden Piloten die Möglichkeit, eine echte Qualifyingsimulation zu fahren. Im abschließenden 2. Freien Training bekamen Hartley und Müller keine fehlerfreie Runde zusammen, sodass sie nur auf den Positionen 14 und 19 lagen.

Im Qualifying gingen beide in der letzten Qualifying-Gruppe an den Start - auf dem Papier ein Vorteil. Müller gelang eine gute Runde, die ihn auf Platz 8 brachte. Er verpasste den Einzug in die Super-Pole nur um die Winzigkeit von 0,085 Sekunden. Hartley verlor vier Zehntelsekunden auf seinen Teamkollegen und wurde 15. Aufgrund der Strafversetzungen für die Mahindra-Piloten rückten beide Fahrer noch in der Startaufstellung nach vorn.

Müller durch Software-Problem kalt erwischt

Im Rennen erwischte Müller einen guten Start. In der ersten Runde ging er in der Doppel-Haarnadelkurve im neuen Streckenabschnitt außen an Robin Frijns vorbei und verbesserte sich somit auf den sechsten Platz. Eingangs der dritten Runde setzte er sich dann in der Zufahrt zur ersten Kurve außen neben Mercedes-Pilot Nyck de Vries, rutschte jedoch geradeaus und schlug nahezu frontal in die Streckenbegrenzung ein. Das Rennen fand für den jungen Schweizer somit ein jähes Ende.

"Meine Crew und ich waren bereit, den Kampf mit den großen Jungs an diesem Wochenende aufzunehmen, aber leider sollte es nicht sein", so Müller nach dem Rennen bei Twitter. "Ich hatte endlich ein reibungsloses Qualifying und stand auf Platz 7 der Startaufstellung. Nach einer starken ersten Runde war ich auf dem Weg in die Top 5, als ich mich von einem Software-Problem ablenken ließ und während des Kampfes in der Mauer landete. Schwer zu verdauen. Aber es wird uns nur noch stärker machen!"

Brendon Hartley chancenlos im Zweikampf mit nominell stärkeren Gegnern

Hartley verlor im Startgetümmel zwei Positionen an di Grassi und Jani, sodass er die erste Runde als 15. beendete. In der Frühphase des Rennens musste er BMW-Pilot Alexanders Sims passieren lassen und entschied sich dann für eine aggressive Strategie, indem er sehr früh seine drei Attack-Mode-Aktivierungen vornahm.

Durch mehrere Ausfälle vor ihm rückte der Neuseeländer bis auf Platz 12 nach vorn und kämpfte am Ende mit den beiden Mahindra-Piloten, die zu Rennbeginn deutlich mehr Energie gespart hatten und daher in den letzten Runden des Rennens sehr viel schneller fahren konnten. Zusätzlich hatte Wehrlein auch seinen letzten Attack-Mode aufgespart, sodass er drei Minuten vor Rennende problemlos an Hartley vorbeiging.

Eine Runde später tat es d'Ambrosio seinem Teamkollegen gleich. Mit einem harten Manöver ging er innen in der Doppel-Haarnadel am Dragon-Piloten vorbei, der dadurch so viel Schwung verlor, dass auch BMW-Pilot Max Günther aufschließen konnte und ihn in der vorletzten Runde bei der Anfahrt zum Foro-Sol-Stadion überholte. Durch zwei Disqualifikationen wurde Hartley final auf Platz 12 gewertet.

"Wir haben Fortschritte gemacht, aber die Ergebnisse haben sie nicht gezeigt", so Hartley nach dem Rennen bei Instagram. "Wir arbeiten alle hart, aber wir hatten nicht den Renntag, den wir uns vorgenommen hatten."

Nach vier von voraussichtlich 13 Saisonrennen liegt Geox Dragon mit nur zwei Punkten auf dem elften und vorletzten Platz der Teamwertung. Bereits am 29. Februar haben Hartley und Müller beim Marrakesch E-Prix die Chance, ihr Punktekonto aufzubessern. Besonders für den Schweizer geht es mit großen Hoffnungen nach Afrika, denn dort hält er den Streckenrekord - aufgestellt bei den Rookie-Testfahrten im Vorjahr am Steuer eines Werks-Audi.

Foto: Peter Minnig / Spacesuit Media

von Tobias Wirtz  

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