Downtown-Montreal-Canada

Nach Beschwerden: Formel E könnte in Montreal umziehen

Die Formel E könnte nach nur einem Rennwochenende in Montreal vor einem Umzug in der Stadt stehen. Diese Option eröffnete Denis Coderre, Bürgermeister der Quebecer Hauptstadt, in einem Interview mit 'CBC' am Donnerstag. Viele Anwohner protestierten nach dem Rennen gegen das Event, das das Leben im Stadtviertel für mehrere Tage stark einschränkte. Der Grund für den Sinneswandel Coderres sind jedoch nicht die Beschwerden der Anwohner - sondern eine neue Großbaustelle.

So nutzte die Formel E für die Verwaltung des Events beide Parkplätze des Radio-Canada-Hochhauses, wo die kanadische Runfunkgesellschaft CBC/Radio-Canada ihr Sendezentrum hat. Nachdem die Elektroserie ihre Zelte abgebaut hatte, begann auf der Fläche vor dem Wolkenkratzer eine neue Baustelle für eine Erweiterung der Maison Radio-Canada.

"Jetzt, wo das Gebäude verkauft ist, beginnen die Bauarbeiten auf dem östlichen Parkplatz. Wir müssen uns überlegen, ob wir den gleichen Streckenverlauf beibehalten können", so Coderre bei 'CBC'. "Wir schauen uns derzeit auch andere Optionen in der Stadt an, weil wir nicht mehr wie in diesem Jahr auf die Parkplätze zurückgreifen können werden."

Die Stadt Montreal sei weiterhin bemüht, das Event in der Stadt halten zu können. Der Vertrag mit der Formel E besteht noch für zwei weitere Jahre bis 2019, anschließend gibt es eine Option auf eine Verlängerung um drei weitere Saisons.

"Das darf nicht noch einmal passieren"

Kritiker des Rennens, das die Stadt umgerechnet mindestens 16,5 Millionen Euro gekostet hat, sprechen sich weiterhin gegen das Event in Montreal aus. Die Anwohner aus dem Stadtviertel, das von den Straßensperrungen für die Formel E betroffen war, haben sich inzwischen in einem eigenen Verein zusammengefunden, der gegen die Elektroserie in Montreal vorgeht.

"Wir wollen das Event auch nicht an einem anderen Ort in der Stadt haben, wo die Serie eine Reihe neuer Bewohner verärgert", erklärt Heidi Miller, die den Online-Kampf gegen den Montreal ePrix führt. Miller findet, dass das Event in ihrer Nachbarschaft mehr als nur eine kleine Unannehmlichkeit war: "Von Baubeginn bis zum Ende des Rennens haben wir nicht schlafen können. Das darf nicht noch einmal passieren."

von Tobias Bluhm  

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