New-York-Formula-E-Chicane-Crash

Nach Kritik an Streckenlayouts: Formel E will auf enge Schikanen verzichten

Größer, schneller, schwerer: Mit der Einführung der Gen2-Fahrzeuge zur fünften Saison hat die Formel E einen Meilenstein in ihrer Geschichte erreicht. Nicht ganz kompatibel war der Spark SRT_05e, so die offizielle Bezeichnung des Chassis, allerdings mit den Rennstrecken: Besonders in den engen Schikanen der Stadtkurse kam es wiederholt zu Unfällen, die Safety-Car-Phasen oder gar Rennabbrüche zur Folge hatten. Gemeinsam mit der FIA bemüht sich die Rennserie einem Bericht von 'Autosport' zufolge daher jetzt darum, enge Schikanen von ihren Kursen zu verbannen.

Besonders in der Startphase der E-Prix wurden die Schikanen in der vergangenen Saison häufig zum Nadelöhr. Selbst ein kleiner Kontakt sorgte oftmals dafür, dass die Strecke blockiert war. So unter anderem in Bern, wo Pascal Wehrlein und Maximilian Günther nur wenige Meter nach dem Start infolge einer leichten Berührung die gesamte Strecke dicht machten. Der folgende Rennabbruch war unvermeidlich. Es hagelte unter anderem Kritik von den Fahrern, eine solch enge Kurvenkombination nur wenige Meter nach dem Start zu platzieren.

Häufig werden solche Schikanen auf langen Geraden eingebaut, um das Tempo herauszunehmen und somit die Gefahr beim Anbremsen am Ende der Geraden zu minimieren. So auch in Bern. Hintergrund der Platzierung war zudem das Reglement: "In den Regeln steht geschrieben, dass die Ziellinie zwischen den beiden Safety-Car-Linien sein muss, also zwischen Boxengasseneinfahrt und Boxengassenausfahrt", so Scot Elkins, Rennleiter der Formel E. "Auf einer permanenten Rennstrecke ist dies ziemlich einfach. Bei uns hingegen können Ein- und Ausfahrt, je nach Konfiguration der Boxengasse, sehr nah beieinander liegen."

"Um das Rennen starten zu können, müssen wir den Start daher manchmal an einer anderen Stelle platzieren, weil es sonst nicht funktioniert. Bern ist das beste Beispiel, weil dort langgezogene Kurven zwischen den beiden Safety-Car-Linien waren. In Paris ist es genauso, auch hier ist der Start von der Ziellinie aus gesehen erst hinter der nächsten Kurve."

Die Startaufstellung für den Swiss E-Prix hätte laut Elkins "nirgendwo anders" platziert werden können - mit den bekannten Folgen. "Ich glaube, wir alle wussten, dass es so kommen musste. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, in der kommenden Saison keine solchen Schikanen mehr zu haben. Und erst recht nicht als erste Kurve, denn das ist eine wirklich schlechte Idee."

Alberto Longo, stellvertretender CEO der Formel E, bestätigte, dass des Hauptziel von FIA und Formel E die Reduzierung der aus seiner Sicht problematischen Schikanen sei: "Die FIA homologiert die Strecken, die wir vorschlagen, nachdem wir eine Machbarkeitsstudie für die jeweilige Stadt durchgeführt haben", so der Spanier. "Aber ich denke, wir müssen viel mehr zusammenarbeiten, um in manchen Städten diese unnatürlichen Schikanen zu verhindern, die rote Flaggen und damit große Verzögerungen verursachen."

von Tobias Wirtz  

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Kommentar von Simon |

Gut das sie es angehen. Man konnte in der letzten Saison deutlich sehen, dass die autos für manche Strecken zu breit sind. Verstehe ehrlich gesagt auch nicht wieso man so eine Strecke wie Bern in den Kalender mit aufnimmt, wenn man doch weiß, dass die Autos breiter werden. Ich fand Bern schon ziemlich eng. Auch Hong Kong sollte man nochmal komplett überdenken. So dringend brauch man Schikanen nicht für gutes Racing. Also können ruhig ein paar davon weg.

Kommentar von Wolfgang |

Wäre gut, das Gen2 Auto ist fast zu breit für manche Strecke (wie Hongkong), da sollte man mal mehr breitere Strecken suchen, nicht nur lauter Micky-Mouse-Kurse wie Hongkong oder Mexiko.

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